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Wenn Felix Magath nicht Felix Magath ist

Als Felix Magath, damals noch beim FC Schalke 04, eine offizielle Facebook-Seite startete, war die Aufmerksamkeit groß. Und die Fanzahlen auch. Derzeit hat Magath bei Facebook über 205.000 Fans. Natürlich wollen die Fans mit ihm “befreundet” sein, schreibt er doch vermeintlich selbst und kommentiert aktuelle Ereignisse wie den Rücktritt von Ralf Rangnick persönlich. So nah kann man einem Bundesliga-Trainer sonst nicht sein.

Doch diese Persönlichkeit lässt immer mehr nach. In letzter Zeit häufen sich Einträge, die nicht nach einem Felix Magath sondern nach einer Presseabteilung klingen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Magath diesen Text selbst verfasst hat? Der VfL Wolfsburg macht hier einen Fehler im sozialen Netz. Er fungiert als Ghostwriter und nutzt die größere Reichweite Magaths, anstelle die vereinseigene Fansite zu nutzen. Diese hätte übrigens auch nur ein Viertel Likes. Das alleine ist aber nicht das Problem, Ghostwriting ist bei Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, nicht unüblich. Außerdem hat der Inhalt durchaus Relevanz für die Fans der Magath-Seite. Jedoch darf man eine solche Meldung nicht in der Ich-Form formulieren und suggerieren, Magath selbst hätte diesen Eintrag bei Facebook verfasst. Das schadet der Glaubwürdigkeit der Seite und lässt den Eindruck erwecken, man wolle die Fans für dumm verkaufen.

Aufsteiger schlägt Meister

Immer wenn der 1. FC Nürnberg in einem Spiel in Führung geht, werde ich in den letzten Minuten der zweiten Halbzeit nervös. Eigentlich werde ich immer nervös, unabhängig vom aktuellen Spielstand. Schon zu oft saß ich vor dem Fernseher oder dem Radio und hörte wie in der Nachspielzeit entscheidene Tore gegen Nürnberg fielen. Dann war die Stimmung meistens im Keller. Ungefähr so wie der Club noch vor diesem Spieltag.

Heute sollten die letzten Minuten im Auswärtsspiel gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg schön werden. Ausnahmsweise. Wider Erwarten raffte sich der Club auf und konnte mit einem Konter den Siegtreffer zum 3:2 in der Volkswagen-Arena erzielen. Peer Kluge erlöste mich im Konferenzstudio von 90elf in der dritten Minute der Nachspielzeit. Und überhaupt war das eines der besten Spiele, das ich von Nürnberg in der letzten Zeit gesehen habe. Nicht zu Unrecht sagte unser Reporter Stefan Grothoff, dass Nürnberg woanders stehen würde, könnten sie diese Leistung immer abrufen. Das war einfach schöner Fußball, toll kombiniert, schön herausgespielt – übrigens auch von den Wolfsburgern. Eine Klatsche hatte ich erwartet, ich wurde eines Besseren belehrt und freue mich nun umso mehr, meinen Feierabend anzutreten. Mit 3 Punkten im Gepäck und dem 14. Tabellenplatz. Die Abstiegszone bleibt jedoch nach wie vor in gefährlicher Nähe. Auf Lorbeeren kann sich Trainer Michael Oenning also nicht ausruhen.