I do hope some German lawmakers are going to Axel Springer & saying “What the fuck did you get us into?” #lsr
— Jeff Jarvis (@jeffjarvis) 28. Februar 2013
Tag-Archiv: Urheberrecht
YouTube entfernt mein Rihanna-Video

Zuschauer nehmen das Rihanna-Konzert in Leipzig (05.11.11) auf
Heute Morgen bekam ich eine Mail, in der mich YouTube über die Entfernung meines Rihanna-Konzertvideos informierte. Nun, davon konnte ich fast ausgehen, sind doch Mitschnitte und Lieder auf der Videoplattform selten erwünscht. Schnell sind die Plattenfirmen und nicht zuletzt die GEMA aktiv. Interessant ist hierbei allerdings die Tatsache, dass andere Musikvideos des gleichen Konzerts immer noch verfügbar sind und offensichtlich nicht beanstandet wurden. Weiterlesen
Hornauer: Die Haftungsbeschränkung
Als Thomas G. Hornauer gestern aus meinem Blog vorlas, stieß er auch auf mein Impressum. “Haftungsbeschränkung hier, ich kann schreiben was ich will und ich haft’ für nix”, fasst er den entsprechenden Abschnitt meines Impressums kurz – aber falsch – zusammen. Würde sich Hornauer etwas mehr Zeit nehmen, würde er merken, dass es zwischen dem Wort “Haftungsbeschränkung” und “Haftungsausschluss” einen kleinen, aber feinen Unterschied gibt. Auch über den zweiten Punkt meines Impressums stolpert der Telemedial-Chef: Das Urheberrecht.
“Dass die Urheberrechtsmissbraucher in der Selbstverständlichkeit das Urheberrecht ganz genau kennen und den Datenschutz, und für sich in Anspruch nehmen, ist ja auch besonders witzig.”
Dieses Zitat möchte ich besonders vorheben. Hier unterstellt mir Hornauer indirekt, das Urheberrecht zu missbrauchen, was de facto nicht der Fall ist. Weder benutze ich Fotos oder Videos aus seiner Sendung noch verlinke ich zu solchen Inhalten auf meiner Seite. “Besonders witzig” ist diese Unterstellung nicht.
Seine Redaktion solle auch prüfen, ob bei mir eine Anmeldung für ein “redaktionelles Gewerbe” vorliege. Mit welcher Befugnis und auf welchem Weg sie diese Prüfung vornehmen wollen würde mich interessieren. So etwas gibt es in dieser Form überhaupt nicht und wird für ein privates Weblog auch nicht benötigt. Meine Seite enthält keine Werbung, ich erziele mit ihr keinerlei Einnahmen. Ebenso muss niemand auf irgendeinen Bundespresseball gehen, um journalistisch schreiben zu dürfen, was Hornauer jedoch behauptet. Davon abgesehen, dass ich seit Jahren hauptberuflich Journalist bin und Mitglied beim “Deutschen Journalistenverband”, ist die Berufsbezeichnung “Journalist” nicht geschützt. Leider stellt Thomas G. Hornauer seine Unkenntnis jeden Abend aufs Neue unter Beweis.
Hornauer: Er liest mein Blog
Da sitzt er wieder an seinem Outlook Express und öffnet eine Mail nach der anderen. Auf der Suche nach Markenrechtsverstößen geht “Telemedial”-Chef Thomas G. Hornauer in seiner Livesendung am Mittwoch wieder aufs Ganze. Die Zuschauer sollen selbständig die Rechtsverletzungen auffinden und der Staatsanwaltschaft melden. Das ginge auch online, meint Hornauer. Immernoch stehen verschiedene Darstellungsformen seiner Logos und Wortmarken im Vordergrund. “Nicht überall wo Satire drauf steht, ist auch Satire drin”, erklärt der im weißen Hemd gekleidete Telemedial-Gründer. Erstmals seit langem erwähnt er auch die Nutzungsgebühren seiner Angebote. Hier wird detailliert aufgeführt, wieviel unter anderem die Aufzeichnung eines kompletten Live-Abends kostet, nämlich 9 Euro. Die Drohung, die er während der Sendung abgibt, spricht Bände: “Alle Gegner werd’ ich mit meinen ganzen Millionen plattmachen. Richtig plattmachen.”
Während ich diesen Eintrag schreibe, ist Thomas G. Hornauer auf meinen vorherigen Eintrag gestoßen und hat ihn in großen Zügen vorgelesen, ohne die Quelle zu nennen. So hält man es also mit dem Urheberrecht im Hause Telekontor. Gleichzeitig nennt er meine im Impressum veröffentliche Anschrift in seiner Sendung und fordert eine seiner Mitarbeiterinnen auf, bei mir vorbeizuschauen und mit mir zu reden. Ein Zuschauer mailt Hornauer meine angebliche Telefonummer. In Wahrheit handelt sich dabei um die Nummer meiner Eltern, bei denen zum Zeitpunkt des Anrufs besetzt war. Weshalb er dort überhaupt nach 22 Uhr versucht anzurufen ist mir ein Rätsel.
Thomas G. Hornauer hetzt gegen Online-User
Thomas G. Hornauer, der Chef des Senders “Kanal Telemedial“, macht mobil gegen Internetnutzer, die seinen Namen oder “Kanal Telemedial” auf ihrer Seite verwenden. Dabei spielt es für Hornauer keine Rolle, ob dies in einer satirischen Form geschieht oder in einem redaktionellen Rahmen stattfindet.
Gegen diese angebliche Verletzung der “Persönlichkeits- und Markenrechte” geht er nun konsequent vor. In einer außerplanmäßigen Livesendung am Montagnachmittag suchte er Websites auf, die über “Kanal Telemedial” schreiben. Das Portal “dooyoo” wurde sogleich von ihm ins Visier genommen. “Dooyoo” betreibt eine Website, auf der Produkte und Dienstleistungen kommentiert und bewertet werden können. So schreiben User auch über den esoterischen TV-Sender – meist negativ. Hornauer rief die Firma an und bat darum, die Einträge zu entfernen. Man wolle ja schließlich nicht den Staatsanwalt bemühen. Dass diese Angelegenheit keine Sache des Strafrechts ist, scheint sich Hornauers Kenntnis zu entziehen. Echauffiert hatte er sich insbesondere über den Eintrag “Die spirituellen Weisheiten eines Pornoproduzenten”. Die freundliche Dame am Telefon versicherte, die betreffenden Einträge zu entfernen, die Möglichkeit den Sender zu bewerten, bliebe allerdings nach wie vor bestehen.
In der selben Manier wandte sich Hornauer auch an das Weblog “The Aufsichtsbehördle“, eine Seite, die bereits seit vielen Monaten über den Sender berichtet. Hier sieht Hornauer ebenfalls seine vielfältigen Rechte verletzt. Schließlich werde sein Name mehrfach “missbraucht” und auf Videos bei YouTube verwiesen. Er rief den Inhaber der Seite an und stellte ihn ungefragt in die Sendung durch. Ohne Erlaubnis für das Ausstrahlen dieses Gesprächs konfrontierte er den Betreiber mit haltlosen Beschuldigungen. Als der Mann erklärte, er wolle jetzt noch einkaufen und habe keine Zeit das Gespräch fortzusetzen, konterte Hornauer: “Sie haben doch auch Zeit diese Seite im Internet zu betreiben.”
Was jedoch später in der Abendsendung ablief, grenzt schon an Rufmord. Der User keksausmainz, der sowohl im Aufsichtsbehördle, als auch bei Twitter und YouTube über einen Account verfügt, wurde regelrecht im Netz gejagt. Hornauer bat um Mithilfe seiner Zuschauer, veröffentlichte Fotos der betreffenden Person, Realnamen und stellte ihn weit über eine Stunde in den Mittelpunkt seiner täglichen Sendung (Mo-Fr ab 20 Uhr). “Die glauben, die dürfen im Internet alles, wenn sie jetzt aber mal selbst öffentlich sind, ziehen sie den Schwanz ein”, scheint Hornauer sein Vorgehen legitimieren zu wollen. Auch der Journalist und Online-Grimmepreisträger Stefan Niggemeier wird von Thomas G. Hornauer attackiert. Ob man diese Auszeichnung wohl kaufen könne, fragt der Telemedial-Guru respektlos in seiner Liveshow.
Darüber hinaus wurden mehrfach private E-Mail-Adressen von Zuschauern veröffentlicht, die ihre Einwilligung hierzu nicht gaben. Es bleibt abzuwarten, ob Hornauer mögliche Prozesse gewinnt, oder ob die diffamierten Personen Anzeige wegen dessen Handlungen heute Abend erstatten werden.
Update, 17. Juni, 19:33 Uhr: Inzwischen hat dooyoo.de sowohl alle Bewertungen als auch das Firmenlogo Hornauers offline genommen.