Die jährlich erscheinende State of the Blogosphere-Umfrage von Technorati zeigt uns, dass immer weniger gebloggt wird. Über die Hälfte aller Hobby-Blogger pflegen ihre Blogs seltener als früher. Und was ist der Grund dafür? An erster Stelle stehen Freunde und Familie, die offensichtlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Viele gaben aber auch an, stattdessen Microblogging-Plattformen wie Twitter zu nutzen, oder lieber Statusupdates bei Facebook zu verfassen. Microblogging verdrängt also zunehmend das Bloggen. Das ist eine Entwicklung, die abzusehen war. Besonders erfreuen tut sie mich aber nicht. Denn sie zeigt ein weiteres Mal, dass schnelle und kurze Infos populärer sind, als längere Texte.
Ich selbst ertappe mich oft genug dabei, ein Thema, über das ich ausführlich bloggen könnte, lieber in 140 Zeichen abzuarbeiten. Tweet versendet, Info raus. Das Problem hierbei ist der Zeitfaktor. Wer hat schon neben Beruf, Hobbys, Beziehung, Freunden und Familie noch wirklich Zeit, ausgiebig zu bloggen? Ein Artikel, der nicht einfach nur runtergeschrieben wird und noch nach etwas aussieht, braucht einfach seine Zeit. Genau diese ist aber heutzutage ein wertvolles Gut. Dabei können gerade in Blogs Themen viel intensiver behandelt werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Seite carta.info. Aber dahinter stecken auch keine Hobby-Blogger.
Twitter erleichert den Aufwand ungemein, wenn es wirklich nur darum geht, eine relevante Information zu verbreiten. Ist aber mehr Text nötig, scheitert man mit Microblogging. Auch wenn ich selbst gerne microblogge, sehe ich dem aktuellen Trend mit einem weinenden Augen zu.


