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140 Zeichen in 140 Sekunden

Hinter jedem Tweet steckt eine Geschichte. Manchmal eine unspektakuläre, manchmal aber auch eine großartige. Die Geschichten hinter besonderen Tweets versucht das Projekt “140 Sekunden” aufzuspüren. Tim Klimes hatte die Idee zu diesem Videoformat, bei dem Twitterer in ihrem gewohnten Umfeld besucht werden und die Bedeutung eines Tweets erklären. Daraus entstehen gut produzierte 140-Sekünder von denen es inzwischen sechs Folgen gibt. Seit Mitte Mai hat das Format einen festen Sendeplatz innerhalb des “Elektrischen Reporters” im ZDFinfokanal und den Sprung aus dem Netz ins Fernsehen geschafft.

Paul Potts singt in Leipzig

Ich habe dieses Video zwar schon auf Facebook und bei Twitter empfohlen, nachdem es mir aber so gut gefällt, poste ich es an dieser Stelle erneut. Auch wenn ich die T-Com nicht unbedingt als sympathisches Unternehmen empfinde, ist diese Aktion mehr als gelungen. Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung war ich allerdings in Berlin, so dass ich von dem Spektakel nichts mitbekommen hatte.

Eine alternative Version des Clips, eine Art Making-Of, findet ihr hier.

Thomas G. Hornauer hetzt gegen Online-User

Thomas G. Hornauer, der Chef des Senders “Kanal Telemedial“, macht mobil gegen Internetnutzer, die seinen Namen oder “Kanal Telemedial” auf ihrer Seite verwenden. Dabei spielt es für Hornauer keine Rolle, ob dies in einer satirischen Form geschieht oder in einem redaktionellen Rahmen stattfindet.

Gegen diese angebliche Verletzung der “Persönlichkeits- und Markenrechte” geht er nun konsequent vor. In einer außerplanmäßigen Livesendung am Montagnachmittag suchte er Websites auf, die über “Kanal Telemedial” schreiben. Das Portal “dooyoo” wurde sogleich von ihm ins Visier genommen. “Dooyoo” betreibt eine Website, auf der Produkte und Dienstleistungen kommentiert und bewertet werden können. So schreiben User auch über den esoterischen TV-Sender – meist negativ. Hornauer rief die Firma an und bat darum, die Einträge zu entfernen. Man wolle ja schließlich nicht den Staatsanwalt bemühen. Dass diese Angelegenheit keine Sache des Strafrechts ist, scheint sich Hornauers Kenntnis zu entziehen. Echauffiert hatte er sich insbesondere über den Eintrag “Die spirituellen Weisheiten eines Pornoproduzenten”. Die freundliche Dame am Telefon versicherte, die betreffenden Einträge zu entfernen, die Möglichkeit den Sender zu bewerten, bliebe allerdings nach wie vor bestehen.

In der selben Manier wandte sich Hornauer auch an das Weblog “The Aufsichtsbehördle“, eine Seite, die bereits seit vielen Monaten über den Sender berichtet. Hier sieht Hornauer ebenfalls seine vielfältigen Rechte verletzt. Schließlich werde sein Name mehrfach “missbraucht” und auf Videos bei YouTube verwiesen. Er rief den Inhaber der Seite an und stellte ihn ungefragt in die Sendung durch. Ohne Erlaubnis für das Ausstrahlen dieses Gesprächs konfrontierte er den Betreiber mit haltlosen Beschuldigungen. Als der Mann erklärte, er wolle jetzt noch einkaufen und habe keine Zeit das Gespräch fortzusetzen, konterte Hornauer: “Sie haben doch auch Zeit diese Seite im Internet zu betreiben.”

Was jedoch später in der Abendsendung ablief, grenzt schon an Rufmord. Der User keksausmainz, der sowohl im Aufsichtsbehördle, als auch bei Twitter und YouTube über einen Account verfügt, wurde regelrecht im Netz gejagt. Hornauer bat um Mithilfe seiner Zuschauer, veröffentlichte Fotos der betreffenden Person, Realnamen und stellte ihn weit über eine Stunde in den Mittelpunkt seiner täglichen Sendung (Mo-Fr ab 20 Uhr). “Die glauben, die dürfen im Internet alles, wenn sie jetzt aber mal selbst öffentlich sind, ziehen sie den Schwanz ein”, scheint Hornauer sein Vorgehen legitimieren zu wollen. Auch der Journalist und Online-Grimmepreisträger Stefan Niggemeier wird von Thomas G. Hornauer attackiert. Ob man diese Auszeichnung wohl kaufen könne, fragt der Telemedial-Guru respektlos in seiner Liveshow.

Darüber hinaus wurden mehrfach private E-Mail-Adressen von Zuschauern veröffentlicht, die ihre Einwilligung hierzu nicht gaben. Es bleibt abzuwarten, ob Hornauer mögliche Prozesse gewinnt, oder ob die diffamierten Personen Anzeige wegen dessen Handlungen heute Abend erstatten werden.

Update, 17. Juni, 19:33 Uhr: Inzwischen hat dooyoo.de sowohl alle Bewertungen als auch das Firmenlogo Hornauers offline genommen.

Aus für Gamingsender GIGA

GIGA Logo
Der Fernsehsender GIGA wird Ende März eingestellt. Im offiziellen Blog des Senders verkündete Stephan Borg, Geschäftsführer der GIGA DIGITAL TELEVISION, diese Botschaft an die User, noch bevor eine Pressemitteilung veröffentlich wurde. Der Eigentümer, die Premiere AG, möchte sich mehr auf das Abonnementgeschäft konzentrieren, heisst es in dem Artikel. Als weiteren ausschlaggebenden Faktor für den Entschluss führt Borg die Wirtschaftskrise an. Der Werbemarkt im Fernsehen habe in den letzten Monaten Umsatzeinbrüche erleiden müssen. Davon seien vor allen kleine Sender betroffen. Auch im Bereich Gaming blieben die Umsätze hinter den Erwartungen, so Borg.

Erst im August wurde der Sender neu gelauncht. Mit Formaten wie der “Pokernight” oder dem Kinomagazin “Screen” versuchte man noch mehr Abwechslung in das Programm zu bringen. GIGA war immer innovativ. Es sprach seine ganz eigene Sprache und erreichte damit goldrichtig seine Zielgruppe. In den Anfängen gehörte auch ich zu den Zuschauern, die begeistert auf ein genau solches Format gewartet haben – und es bekamen. Ich freute mich jedes Mal über den Spaß und die Authentizität, die die Crew an den Tag legte – damals noch unter den Fittichen von NBC. Die Themen interessierten mich, die Machart war einzigartig. Auch nach dem Umzug von Düsseldorf nach Berlin schaltete ich gelegentlich ein. Leider haben Sendungen wie “GIGA Real”, ein Politikmagazin für Jugendliche, nicht überlebt. GIGA konzentrierte sich immer mehr auf den Bereich Gaming. Spannend, aber nicht so spannend um immer dabei zu bleiben.

Was nun bleibt ist der Versuch GIGA als Online-Community aufrecht zu erhalten. Es werde in den nächsten Wochen geprüft, ob es mit Hilfe von Kooperationspartnern gelingt, giga.de weiter zu betreiben, so Borg. Für den Fernsehsender ist nun aber nach über 10 Jahren Programm Schluss. Ab sofort werden nur noch Wiederholungen gezeigt.

Foto: GIGA

Zu Gast im TessaNova

TessaNova
Nicky und Martin kamen mich am Freitag besuchen. Nach einem Hamburg-Kurztrip sind sie einen kleinen Umweg über Leipzig gefahren und haben mich zum Essen eingeladen. Vom “TessaNova” hatte ich bis dato nichts gehört, Nicky sagte mir lediglich, dass sie es aus dem Fernsehen kennt. Das “TessaNova” ist eines der Restaurants der Sendereihe “Mein Restaurant” auf VOX.

Hier ein kleiner Vorgeschmack. Na, findet ihr mich?
Konni auf VOX

Kurze Exkursion: Fünf Pärchen versuchen in fünf Städten in Deutschland eine Existenz als Gastronomen aufzubauen. Das Konzept kommt von ihnen selbst, die Location wird von der Produktionsfirma gestellt. Diese Reality-Doku-Gameshow wird von einer Jury begleitet, unter anderem ist Tim Mälzer am Start und für die Beurteilung der Speisen der Restaurants verwantwortlich. Zwei weitere Experten komplettieren das Team. In den jeweiligen Bereichen werden Punkte vergeben, die Lokalität mit den wenigsten Punkten wird nominiert und zum Telefonvoting gestellt. Am schlechtesten abgeschnitten haben Leipzig und München, welch Zufall.

Ich betrete also dieses Restaurant und werde gleich vom Chef begrüßt. An der Eingangstür wird man freundlich darauf hingewiesen, dass ganztätig Dreharbeiten stattfinden. Alle Rechte für das Videomaterial tritt man durch Betreten des Restaurants an die Produktionsfirma ab. So wird das zumindest auf der ersten Seite der Speisekarte erläutert. Sofort fallen mir zwei weiße Kameras auf, die an den Decken montiert sind. Sie sorgen im Fernsehen für einen voyeuristischen Blickwinkel. Später sind es auch die Ansteckmikrofone an den Outfits der Kellner, die auf ein unübliches Umfeld schliessen lassen. Auf das bestellte Essen warten wir zwar eine gute Stunde, dafür ist es aber wirklich lecker. Markus, der Chef des Ladens kommt samt Kamerateam um die Ecke. Er erzählt uns und den anderen Gästen, dass seine heimliche Leidenschaft das Singen sei und ob wir mit ihm nicht anstimmen möchten. Wir schnippen alle im Takt und tatsächlich, der Mann ist echt gut.

Die Aufzeichnung vom Freitag wird aller Wahrscheinlichkeit nach am Dienstagabend (11.11.) ab 20:15 Uhr auf VOX gezeigt. Vielleicht könnt ihr mich dort ja erhaschen, falls ich zu sehen bin.