Liegt es an der urigen, bayerischen Mentalität, an Arroganz oder an reiner Humorlosigkeit? Der FC Bayern München plant, die “taz” zu verklagen. Die Zeitung hatte eine Karikatur veröffentlicht, auf der Trainer Jürgen Klinsmann am Kreuz zu sehen ist. Dies sei die “vielleicht schlimmste Entgleisung, die es in den deutschen Medien jemals gegeben hat”, meint Mediendirektor Markus Hörwick. Nein, es ist nur schwarzer Humor, in Anspielung auf Monty Python. Aber vielleicht sollte man Humor bei den Vereinsbossen des Rekordmeisters nicht vorraussetzen. Wer eine schlechte Leistung abliefert, wird gelegentlich auf die Schippe genommen, auch der FC Bayern.
Fairerweise muss man auch hier differenzieren. Natürlich wird der FCB aufgrund seiner Auftritte gegen Wolfsburg und Barcelona gemessen, diese sind aber nicht unbedingt repräsentativ. Betrachtet man die Tabelle der 1. Bundesliga, geht es dem Verein sehr gut. Er klebt an den Fersen des VfL Wolfsburg und hat sich mit dem 4:0-Sieg gegen Frankfurt wieder freigespielt – vor allem mental. Die in der Öffentlichkeit so häufig angesprochene Krise ist vielmehr eine Formschwäche, die bewältigt werden kann. Der Sieg gegen die Eintracht war der erste Schritt dazu. Sollte es Klinsmann allerdings nicht gelingen einen Titel in dieser Saison zu holen, könnte es seine letzte Saison beim FCB gewesen sein. Die Meisterschaft ist also die Pflichtaufgabe für die verbleibenden Spieltage, denn andere Titel stehen nicht mehr zur Wahl.
Im Übrigen schicke ich dem Verein gerne “Die Ritter der Kokosnuss” auf DVD zu – leihweise.

