Gestern war bei mir mal wieder ein Konzertbesuch angesagt – Howard Carpendale ist wieder on the road, seine aktuelle Tournee Stark führt ihn seit Anfang April durch viele deutsche Städte, aber auch ins benachbarte Ausland. Wir haben gestern das Konzert in Erfurt besucht – eine Messehalle, viel kleiner als erwartet – zudem die Seitentribünen komplett zugehängt. Das hat mich doch sehr überrascht, denn ich dachte eigentlich, dass Howard Carpendale durchaus immer noch “in” ist. Okay, vielleicht ein taktischer Management-Fehler, in kurzer Zeit Leipzig (Samstag), Magdeburg (Montag) und dann auch noch Erfurt zu spielen. Möglicherweise drehen die Menschen aber auch gerade im Osten den Euro in den heutigen Zeit den dreimal um, bevor sie ihn ausgeben. Und Ticketpreise um 80 Euro aufwärts schrecken dann doch eher ab.
Vielleicht spielt aber auch eine Rolle, dass der smarte gebürtige Südafrikaner ja vor einigen Jahren mit großem Brimborium, riesen-großer Tränen-Abschieds-Tournee zurückgetreten ist, um dann doch auf einmal wieder zu spüren, dass es ohne sein Publikum dann doch nicht geht, Golfspielen und Strand dann doch nicht “alles” sind für einen Sänger, der sein Leben lang nichts anderes gemacht hat. Ich nehme ihm irgendwie ab, dass ihm das Adrenalin irgendwie gefehlt hat, dass er gemerkt hat, was ihm ohne die Bühne fehlt. Er wirkt glaubwürdig, wenn er davon erzählt oder singt, er wirkt in der Tat “authentisch”, was er ja auch gerne immer wieder von sich behauptet. Auch wenn das alles irgendwie ein “Geschmäckle” hat, mag ich ihm nicht unterstellen, dass er seinen Rücktritt nur inszeniert hat, um bei der “Rücktritts-Tour” abzusahnen und dann bei der “Comeback-Tour” auch noch mal ordentlich was mitzunehmen. Möglich ist im Showgeschäft allerdings alles. Bemerkenswert, dass Udo Jürgens schon bei Carpendales Abschiedstournee gesagt hat, “der kommt eh irgendwann wieder, weil er merken wird, was ihm fehlt…” – er sollte recht behalten. Weiterlesen →