Beim Fernsehen werden sie täglich ermittelt, im Hörfunk dagegen sind sie eher Mangelware: Einschaltquoten. Bundesweit finden zwei Mal im Jahr Erhebungen über die Hörgewohnheiten statt. Bei der sogenannten “Media-Analyse” wird mit einem Telefoninterviewverfahren (Computer Assisted Telefphone Interview) das Hörverhalten analysiert und anschließend ausgewertet. Darüber hinaus werden statistische Informationen erfasst, etwa das Einkommen oder die Bildung der Befragten.
Die Telefonnummern werden via Zufallsgenerator in den jeweiligen Sendegebieten ermittelt. Eine örtliche Zuordnung per Handynummer kann aus technischen Gründen nicht erfolgen. Aus diesem Grund werden ausschließlich Festnetznummern gewählt. Dies ist einer der Kritikpunkte, der in der Branche umstrittenen “Media-Analyse”. Vor allem für Jugendradios stellt die Umfragemethode ein Problem dar, weil die Hauptzielgruppe meist nur über Mobiltelefone kommuniziert und somit völlig durch das Raster fällt. Das Erinnerungsvermögen der Hörer, das die Basis der Umfrage darstellt, steht ebenfalls in der Kritik. Wer kann schon genau sagen, wann er wie lange welches Programm gehört hat?
In Bayern gibt es mit der “Funkanalyse” eine ähnliche Erhebung. Die Erhebung findet einmal im Jahr statt, zwischen Januar und März. Im Juni oder Juli werden im Rahmen der Lokalrundfunktage in Nürnberg die Ergebnisse präsentiert, heuer am 01. Juli. Die Stationen erhalten die Zahlen allerdings mit einigen Tagen Vorlauf und einer Sperrfrist.
Egal wie die Ergebnisse in diesem Jahr ausfallen werden, eines ist sicher: Jede Radiostation wird sich wieder als Sieger feiern, findet man doch bei sovielen Zahlen immer auch Gute.
Update: Hier ein Artikel über die FAB 2009



Die Radiobranche hat eine berechtigte Angst um ihre Existenz. MP3-Player und Tauschbörsen machen dem Haupteinschaltgrund beim Radio, der Musik, mächtig Konkurrenz. Schon jetzt unterscheiden sich die Sender, mit einigen wenigen Ausnahmen, die man meist in öffentlich-rechtlichen Wellen findet, musikalisch kaum voneinander. Massentaugliches Programm erfordert massentaugliche Musik. Doch diese bekommt man inzwischen überall und wann immer man will. Die Zukunft liegt also meiner Meinung nach im Mehrwert des Hörfunks, in Informationen und authentischen Moderatoren. Wolfgang Aigner, seines Zeichens Wellenchef bei
Bemerkenswert war außerdem das Forum zum Thema “Recherche” mit Ulrich Kienzle. Kienzle erzählte aus seinem großen Erfahrungsschatz und regte mit zahlreichen Beispielen zum Nachdenken an. Viele Informationen würden in den Medien einfach zu leichtgläubig wiedergegeben, so Kienzle. Der Moderator der ehemaligen ZDF-Sendung “Hauser und Kienzle” bat um mehr Sorgfalt beim Aufbereiten von Meldungen und nannte Themenbereiche, die es wert wären, recherchiert zu werden. Anekdoten aus seinem bisherigen journalistischen Schaffen sorgten immer wieder für lachende Journalisten im Publikum. Ein sehr schöner Ausklang des “Süddeutschen Journalistentags”. Bitte mehr davon!
