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Google Streetview in Deutschland: Getrübte Freude

Der Goerdelerring in Leipzig in Google Streetview

Es ist schon faszinierend, durch die Straßen Deutschlands zu fahren. Vom PC aus, einfach so. Das ermöglicht Google Streetview seit heute auch mit dem “Kartenmaterial” von Deutschland. Man klickt sich an Orte, an denen man im Urlaub war, besucht virtuell das elterliche Haus und kann dabei in einer freien 360-Grad-Ansicht alles um sich herum bestaunen. Doch da gibt es eine Kleinigkeit, die den Spaß trübt.

Die Datenschützer schlugen im Vorfeld Alarm, forderten die Möglichkeit, Gebäude unkenntlich machen zu können. Die Medien sprangen auf und Google gab nach. Über ein Formular konnten Hausbesitzer ihre Gebäude aus dem Index entfernen lassen. Und nun haben wir den Salat: aus falscher Eitelkeit fährt man nun durch Street View und sieht verpixelte Häuser und Grundstücke. Das sieht bescheiden aus. Anstatt den Nutzen Street Views zu sehen, haben sich viele in die Hosen gemacht. Lächerlich war die Sorge, Diebe könnten sich im Vorfeld mit Street View über einen geplanten Wohnungseinbruch informieren. Google ist nur öffentliche Straßen abgefahren, jeder könnte sich also auch direkt vor Ort ein Bild machen. Die Fotos sind nicht live und teilweise veraltet, wie das Foto oben zeigt. Denn die sogenannte “Blechbüchse” am Goerdelerring in Leipzig steht dort schon lange nicht mehr.

Schade, dass wegen grundloser Angst oder übertriebener Auffassung von Privatsphäre das Projekt darunter leidet. Nur in einigen wenigen Fällen kann ich das Verpixeln verstehen: Dann, wenn die Kamera über Gartenzäune gelangte und Einblicke ermöglichte, die sonst nicht zu sehen gewesen wären. Zwar werden alle Gesichter in Streetview verpixelt, doch wie es hinter einem Zaun aussieht, geht nun wirklich niemanden etwas an.

Interessant: Auch das Google-Büro in München ist verpixelt, weil ein Mitmieter Einspruch eingelegt hatte, erklärte Stefan Keuchel heute in einem Tweet.

Google scannt private WLAN-Netze

Im Rahmen der Erfassung von öffentlichen Straßen beim Projekt Street View, hat Google nebenbei WLAN-Netze gescannt und die Daten gespeichert. Das sorgt wieder für großen Ärger, der überwiegend von Datenschützern kommt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar zeigte sich geschockt vom Geschäftsgebahren Googles. Der Konzern wiederrum entgegnet den Kritikern, dass es nichts neues sei WLAN-Zugangspunkte zu protokollieren und Google bisher solche Daten von externen Firmen gekauft habe.

In der Tat ist es nichts Neues, dass via WLAN eine sehr exakte Positionsbestimmung möglich ist und solche Datensätze exisiteren. Ich habe mit dem Titel “Sie wissen wo du bist” auf dieser Seite schon im Juni letzten Jahres darüber berichtet. Wieso kommt also erst jetzt die Krtik auf, dass Google so etwas macht, wenn andere Firmen dies seit Jahren tun? Die Antwort ist leicht: Es ist nicht irgendein Unternehmen, es ist die “Datenkrake” Google. Weiterlesen »