re:publica’09 – Das Fazit

re:publica'09 - Bühne im Friedrichstadtpalast
Eine Internetkonferenz ohne Internet. Über weite Teile der dreitägigen Veranstaltung “re:publica’09 – Shift happens” konnten die Teilnehmer das WLAN nicht nutzen. Der Anbieter “Freifunk” schaffte es nur etappenweise das Internet verfügbar zu machen. Ironie des Lebens oder doch Schicksal? Zunächst hatte man geglaubt das Problem lokalisert zu haben. Die Firmware der eingesetzten Bridges hätte einen Bug, der über ein Update gefixt werden sollte. “In 20 bis 30 Minuten geht das Internet”, hiess es am ersten Tag. Die Besucher wurden aber immer wieder aufs Neue vertröstet. Der Internetentzug wurde via UMTS kompensiert.

Trotz dieses ärgerlichen Ausfalls verbrachte ich sehr interessante eineinhalb Tage in der Hauptstadt. Der Friedrichstadtpalast und die Kalkscheune erwiesen sich als ideale Locations, um die re:publica’09 stattfinden zu lassen. Lediglich am zweiten Tag kam es dann in der Kalkscheune bei dem ein oder anderen Panel zu Engpässen. Sei’s drum. Ich hab einiges gelernt und viele Gesichter, die ich nur aus dem Netz kannte, kennengerlent. Das fiel am Donnerstag Dank der Pokens noch etwas leichter, man kam einfach schneller ins Gespräch. Bei den Panels gab es auch qualitative Unterschiede. Einige Panels brachte nicht viel Input, teilweise sogar die gähnende Langweile, wie man auf der Twitterwahl lesen konnte. Andere wiederrum begeisterten das Publikum und regten an. Besonders interessant fand ich den Vortrag vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar und die anschließende Diskussion mit dem Publikum.

So ganz sicher bin ich mir allerdings nach diesen Tagen nicht, ob ich wirklich Ahnung vom Internet habe. Diese Konferenz hat mich etwas durcheinander gebracht. Bisher dachte ich, überdurchschnittlich viel Internet zu konsumieren und zu wissen, was ich da mache. Aber da sind Leute vor Ort gewesen, die echte Ahnung hatten. Andere wiederrum waren einfach nur Freaks oder Geeks. Allesamt aber sehr sympathisch, nett, offen, aufgeschlossen und einfach Internetverrückte, die die Entwicklung des Internets diskutierten. Kritisch, aber optimistisch. Es war eine herrliche Atmosphäre, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Vielleicht gehöre ich trotz meiner Zweifel ja doch (noch) dazu.

Alle Fotos zur re:publica’09 gibt es hier und bei flickr, wenn ihr nach dem Tag “rp09″ sucht.

re:publica’09 in Berlin

Eine Erkältung bringt gerade die Pläne für diese Woche etwas durcheinander. Ursprünglich hatte ich vor drei Tage bei der Messe “re:publica’09” in Berlin zu sein. Eine 3-Tages-Karte für die ausverkaufte Veranstaltung hatte mir Valentin angeboten. Nachdem sich das zeitlich und organisatorisch aufgrund anderer Aufgaben und meiner Erkältung nicht realisieren lässt, werde ich das Event aber nur an einem Tag mit einer Tageskarte besuchen können. Auf den Tag in Berlin freue ich mich trotzdem. Morgen früh geht es mit dem Zug in die Hauptstadt und dort direkt in den Friedrichstadtpalast.

Die “re:publica” ist eine Konferenz, die sich mit Zukunfts- und Internetthemen beschäftigt. Bei verschiedenen Panels und Workshops können sich Besucher austauschen, eine Lounge sorgt für weiterführende Gespräche oder einfach nur Kennenlernsessions. Um seine real geknüpften Kontakte auch im Internet zu verbinden, werden sicher vermehrt die sogenannten Pokens zum Einsatz kommen. Ein Poken ist eine Art digitale Visitenkarte, die man als Schlüsselanhänger immer bei sich haben kann. Trifft man jemanden, der ebenfalls einen solchen Poken hat, kann man durch ein kurzes Aneinanderhalten seine Daten synchronisieren. Wieder am PC angekommen, gleicht man die erhaltenen Daten via USB-Port ab. So erspart man sich das übliche “Wie heisst du denn bei myspace?” und braucht zudem keinen Stift und Zettel. Vielleicht habe ich Gelegenheit einen solchen Poken morgen zu kaufen.