Die Wahrheit über Personalitys im Radio

Yvonne Malak zählt zu der Gattung Menschen, von denen es nur wenige gute gibt: Radioberater. Und Malak schreibt gerne kleine Geschichten über ihre Sicht der Dinge auf die deutsche Radiolandschaft und auf Persönlichkeiten im Radio im Speziellen. Klar, damit kann man Reputation aufbauen und seine Ein-Frau-Beratung auch werbewirksam ins Szene setzen.

Heute veröffentliche Malak in der RadioWoche einen Artikel über – natürlich – Personalitys. Ich mache es kurz: Nichts Neues, typisches Berater-Gelaber und im Grunde einige Punkte, die meiner Meinung nach falsch sind. Ansichten, die zudem dazu führen, dass Radio in Deutschland überall so gleich und künstlich klingt.

Hier ein Auszug:

Idealerweise ist dieser “Personality” dabei auch noch überwiegend sympathisch, polarisiert in einem gesunden Maße (klar, ohne geht es nicht! Wer nur “nett” ist, kann nur wenig Profil aufbauen) und hat bei allem, was er tut, die Unterhaltung der Hörer zum Ziel.

Wer nur “nett” ist, kann also nur wenig Profil aufbauen. Ich halte diese Aussage nicht nur für ausgemachten Quatsch, sondern auch für einen der Gründe, weshalb Moderatoren oft so klingen wie sie klingen: Überdreht, oder bewusst beleidigend und provkant. Weiterlesen

Persönlichkeiten im Radio

Ich zitiere aus einem Podcast der Lokalrundfunktage 2011:

Natürlich ist es Personality, wenn ein Moderator erzählt, was ihm gestern Abend beim Kneipenbesuch Außergewöhnliches passiert ist.

Sagt Martin Liss, der Geschäftsführer von ENERGY Berlin. Komisch, für mich waren genau solche irrelevanten Geschichten ein Abschaltgrund und belegen keineswegs eine echte Persönlichkeit. Natürlich kommt es auf die Machart an und auf die Glaubwürdigkeit. Aber oft lacht dann im Hintergrund der Sidekick künstlich über die ach so peinliche oder lustige Geschichte des Moderators.

Ja, Persönlichkeiten fehlen im Radio, weil nur wenige Leute echt sind. Wirklich sie selbst. Weil sie nicht so dürfen wie sie könnten, wenn sie dürften. Und weil sie schon in ihren Volontariaten in unsäglichen Hits-am-Stück-Sendungen jedes Gefühl für Authentizität verlieren.

Der Podcast ist hörenswert. In allen anderen Aussagen stimme ich Liss zu.