Einer der größten Popstars ist in Folge eines Herzstillstands in der Nacht zum Freitag gestorben. Und die deutschen Onlinemedien enttäuschen. Folgende Medien hatten keinerlei Berichterstattung, nicht einmal eine Schlagzeile auf ihrer Website (Stand: 00:50 Uhr):
Erst als die “Deutsche Presseagentur” ihre Meldung verfasst hatte, erschien sie bei “n-tv.de” – eine knappe Stunde später. Ist die Medienlandschaft nicht in der Lage nachts zumindest einen Praktikanten einzustellen, der eine “Topmeldung” einpflegt? Niemand erwartet einen ausführlichen Artikel mit Hintergrundrecherche. In einer Zeit wo alle über “Online First” sprechen, scheinen aber einige Verlage und Fernsehsender nicht einmal eine Bereitschaft eingeplant zu haben.
Im Fernsehprogramm gab es bei den Nachrichtensendern zumindest einen Newsticker mit den aktuellen Meldungen. MTV zeigte während Jackson im Krankenhaus lag “Celebrity Deathmatch”, CNN spielte im Rahmen der “Breaking News” den Musikclip zu “Beat it”.
Twitter brach in Folge von tausenden Kurznachrichten immer wieder zusammen. Ohne Quellenangabe posaunten es Twitterer in die Welt: “Michael Jackson ist tot”. Zu diesem Zeitpunkt war lediglich bekannt, dass Jackson ins Krankenhaus gebracht wurde, mit Verdacht auf Herzstillstand. Da laß man bei Twitter schon die ersten “RIP”-Tweets. Die erste Website, die vom Tod des Popstars berichtete, war das Magazin “TMZ“. Die Nachrichtenagentur REUTERS übernahm diese Meldung mit der Schlagzeile “Pop star Michael Jackson dead”. Ohne zweite Quelle fand ich diese Überschrift schon sehr gewagt, auch wenn die Agentur im Nachrichtentext auf “TMZ” verwies.
Ein besonders gutes Timing erwischte auch der offizielle Twitter-Account des US-Präsidenten Barack Obama:
BarackObama: These stories show why affordable health care for every American can’t wait: http://bit.ly/13Bm5M #healthcare09 PLS RT
Die Medien haben mich heute enttäuscht und der traurige Tod Michael Jacksons zeigte die Schwachstellen des Onlinejournalismus auf. Lobenswert war hingegen die Berichterstattung der Kollegen von “WELT ONLINE“, “tagesschau.de“, SPIEGEL ONLINE und “Frankfurter Rundschau“.