Nobody war gestern

Lena, Lena, Lena. Alle reden von der deutschen Kandidatin für den Eurovision Song Contest. Noch am Abend ihres Erfolgs ging es für die 18-Jährige nicht etwa auf die Aftershow-Party, sondern direkt zum Videodreh. Ihre Facebook-Gruppe platzt aus allen Nähten, pfiffige User haben ein privates Video gefunden, das sie für die Weihnachtsfeier ihrer Tanzschule mit einigen Freunden gedreht hat. Privatleben, adieu!

Es wird zweifellos das Jahr ihres Lebens, völlig unabhängig vom Abschneiden beim Grand Prix. Denn die Hannoveranerin brach schon übers Wochenende einen Rekord: Noch nie wurde ein Titel so oft heruntergeladen wie der Gewinner-Song Satellite, berichtet Media Control. Darüber hinaus belegt Lena Meyer-Landrut weitere Plätze der Downloadcharts mit der für sie komponierten Nummer Love me oder dem dritten zur Wahl gestandenen Song Bee. Auch ihre ehemalige Konkurrentin Jennifer Braun hat den Einstieg in die Charts geschafft. Wir sind gespannt, ob der Lena-Hype bestehen bleibt, oder die zierliche Abiturientin zur Eintagsfliege wird. Was denkt ihr?


 


Lena Meyer-Landrut fährt nach Oslo

Foto: Willi Weber / ProSieben

Lena ist ein Publikumsliebling. Das zeigten die Votings der öffentlich-rechtlichen Radiosender und das allgemeine Gefühl während jeder einzelnen Castingsendung von Unser Star für Oslo.

Lena hat etwas, ihre eigene Art und einen perfect british accent, den Jurymitglieder immer wieder gelobt haben. Echo-Gewinner Jan Delay wollte sogar wissen, ob Meyer-Landrut englischsprachige Vorfahren hat. Lena kann die Massen unterhalten, weiß genau wie sie wirkt und was sie tut. Ihr Tanzstil ist sehr eigen aber schön anzusehen und manchmal trifft sie auch die Töne der Songs, die sie auf der Bühne performt. Mal mehr, mal weniger. Genau diese Mischung macht ihre Wirkung und den kleinen Boom auch aus, der in den letzten Wochen um die Person Meyer-Landrut herrscht. Sie ist ein bisschen das Mädchen von nebenan und doch anders.

Beim heutigen Finale im Ersten hat bei Lena aber der wohl wichtigste Aspekt beim Eurovision Song Contest etwas gefehlt: Die gesangliche Qualität. Obwohl sie im Vergleich zu den vorherigen Sendungen eher mittelmäßig gesungen hat, bekam sie mehr Zuspruch als die sicherer wirkende Konkurrentin Jennifer Braun. Freilich zehrt ein solcher Wettbewerb an den Nerven der jungen Mädchen, die sonst ihren Arbeitsplatz eher in der Schule haben – hinter den Bänken. Vielleicht darf man also bei einem solchen Auftritt in diesem Umfeld auch nicht eine perfekte Darbietung erwarten. Am 29. Mai in Oslo allerdings schon. Denn dann wird allein ihr Talent zu unterhalten, ihr Humor und ihr Aussehen nicht reichen, wenn die Stimme versagt.