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Rainald Grebe rockt die Waldbühne [mit Video]

Rainald Grebe auf der Waldbühne Berlin

Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich gestern eines der besten Konzerte der letzten Jahre erleben durfte. Es war mein erstes Mal in der traditionellen Waldbühne, die in der Vergangenheit Künstler wie Bob Dylan oder die Rolling Stones beheimatet hatte. Gestern stand Rainald Grebe auf der Bühne und er war sowas von gut. Die meisten kennen ihn durch den Song “Brandenburg” oder seinen anderen Hymnen über die neuen Bundesländer. Der Mann hat aber viel mehr Facetten und besitzt einen Humor, der genau auf meiner Wellenlänge liegt. Und nach vielen Alben und einigen Konzerten, die ich bereits von ihm sehen und hören konnte, war das gestern der absolute Höhepunkt.

Zu seinem 40. Geburtstag spielte er drei Stunden lang mit dem “Waldbühnen-Orchester”, das aus seinem “Orchester der Versöhnung” bestand, samt Streichern, Chor und Bläsern. Dazu gab es die gewohnt schrille Kostüme, ein extrem lustiges Kamel und einige Comedy-Einlagen. Grebe eben. Selbst in der eigentlichen Pause kam man mit dem Puppenspieler Rene Marik nicht zur Ruhe. Ganz im Gegenteil. Als der Maulwurfn die Bühne betrat lag ich schon fast halbtot unter meinem Sitzplatz.

Eine perfekt inszenierte Bühnenshow vor 20.000 Zuschauern in einer traumhaften Kulisse, ein Rainald Grebe, der zwar ab und zu Texthänger hatte, aber ansonsten fantastisch war. Hier das große Finale mit “Brandenburg”, das leider um 23 Uhr sein Ende fand.

Nur das Vorprogramm, das unter anderem aus zwei Amateur-Boxkämpfen bestand, passte so gar nicht in das ganze Ambiente. Doch dieser Abend war in jeder Minute packend und wunderschön. Danke, Rainald.

Carpendale in Erfurt

Gestern war bei mir mal wieder ein Konzertbesuch angesagt – Howard Carpendale ist wieder on the road, seine aktuelle Tournee Stark führt ihn seit Anfang April durch viele deutsche Städte, aber auch ins benachbarte Ausland. Wir haben gestern das Konzert in Erfurt besucht – eine Messehalle, viel kleiner als erwartet – zudem die Seitentribünen komplett zugehängt. Das hat mich doch sehr überrascht, denn ich dachte eigentlich, dass Howard Carpendale durchaus immer noch “in” ist. Okay, vielleicht ein taktischer Management-Fehler, in kurzer Zeit Leipzig (Samstag), Magdeburg (Montag) und dann auch noch Erfurt zu spielen. Möglicherweise drehen die Menschen aber auch gerade im Osten den Euro in den heutigen Zeit den dreimal um, bevor sie ihn ausgeben. Und Ticketpreise um 80 Euro aufwärts schrecken dann doch eher ab.

Vielleicht spielt aber auch eine Rolle, dass der smarte gebürtige Südafrikaner ja vor einigen Jahren mit großem Brimborium, riesen-großer Tränen-Abschieds-Tournee zurückgetreten ist, um dann doch auf einmal wieder zu spüren, dass es ohne sein Publikum dann doch nicht geht, Golfspielen und Strand dann doch nicht “alles” sind für einen Sänger, der sein Leben lang nichts anderes gemacht hat. Ich nehme ihm irgendwie ab, dass ihm das Adrenalin irgendwie gefehlt hat, dass er gemerkt hat, was ihm ohne die Bühne fehlt. Er wirkt glaubwürdig, wenn er davon erzählt oder singt, er wirkt in der Tat “authentisch”, was er ja auch gerne immer wieder von sich behauptet. Auch wenn das alles irgendwie ein “Geschmäckle” hat, mag ich ihm nicht unterstellen, dass er seinen Rücktritt nur inszeniert hat, um bei der “Rücktritts-Tour” abzusahnen und dann bei der “Comeback-Tour” auch noch mal ordentlich was mitzunehmen. Möglich ist im Showgeschäft allerdings alles. Bemerkenswert, dass Udo Jürgens schon bei Carpendales Abschiedstournee gesagt hat, “der kommt eh irgendwann wieder, weil er merken wird, was ihm fehlt…” – er sollte recht behalten. Weiterlesen »