Ich habe seit über einem Monat nicht mehr geblogt. Wenn ich ehrlich bin, fehlt mir im Moment einfach die Lust lange Texte zu verfassen. Moment, es fehlt mir die Lust überhaupt Texte zu verfassen. Hinzu kommt ein akuter Zeitmangel, der sein Übrigstes dazu beiträgt. Nichtsdestotrotz möchte ich über meinen Urlaub mit Katharina berichten, der wirklich schön war.
An einem Freitag hoben wir mit Air Berlin in einem Airbus A320 ab. Ich wusste gar nicht mehr wie es sich anfühlt zu fliegen. Nach zweieinhalb Stunden landeten wir am neuen Athener Airport. Er wurde anlässlich der Olympischen Spiele gebaut und sieht moderner aus als ich dachte. Schließlich kenne ich die griechische Baukunst und sie ist in meiner Erinnerung eher marode. Abgeholt wurden wir direkt von meinem Cousin Dimitri und Janni, dem Ehemann meiner Cousine. Denn Taxifahren kann in Griechenland für Ausländer teuer werden. Auch wenn ich nicht ganz als Fremder angesehen werde, war dies die beste Alternative. Außerdem liegt der Flughafen etwa 30 Kilometer von der Innenstadt entfernt und eine solche Strecke wäre selbst für die günstigen griechischen Taxipreise ein teurer Spaß.
Die ersten Nächte verbrachten wir bei meiner Cousine Voula, Janni und ihrem Sohn Konstantinos. Der kleine Racker ist wirklich unglaublich süß und hat uns viel Freude bereitet. Hin und wieder haben wir Voula entlastet und uns um ihn gekümmert. Ich war überwiegend dafür verantwortlich, daß er beim Essen nicht zickt, sondern brav den Mund aufmacht und ruhig bleibt. Unglaublich, welch positiven Effekt die Imitation einer Katze haben kann. Die Wohnung von Voula lag am Rand von Athen. Wie wir im Laufe unseres Urlaubs festgestellt haben, ist diese Gegend der Innenstadt vorzuziehen. Weshalb werde ich noch später in diesem Eintrag klären.
Nach den ersten drei Tagen Urlaub fuhren wir mit der Bahn in die Mitte Griechenlands, nach Kalampaka zu meiner Oma und meiner Tante Marina. Fünf Stunden fährt man für diese Strecke in einem wider Erwarten ruhigen und klimatisierten Zug, der sich auch noch InterCity nennt. Ein Unterschied zu Deutschland fällt aber auf: Die Ticketpreise. Für eine vergleichbare Strecke (Hin- und Rückfahrt) innerhalb Deutschlands zahlt man bei der DB ohne Bahncard mehr als 200 Euro. In Griechenland bekommt man den Fahrschein samt Sitzplatzreservierung für 20 Euro. Wir reden hier von keinem Spezialpreis oder einer Ermäßigung sondern vom regulären Preis.
Vergleicht man die Heimat meiner Oma (Kalampaka, Diava) mit der Hauptstadt so merkt man schnell wie unterschiedlich Griechenland sein kann. Während man in Athen vor lauter Abgasen ständig Kopfschmerzen hat, genießt man Diava die Stille und eine traumhafte Landschaft. Und früher oder später auch eine gewisse Langeweile, denn viel kann man hier nicht unternehmen. Die Touristenattraktionen sind die Klöster auf den Meteorafelsen, die ich heuer das erste Mal besucht habe. Bisher hatte ich nur den herrlichen Ausblick vom Haus meiner Oma auf die Meteoraklöster genießen können. Das Kloster Metamórphosis, auch bekannt als Megálo Metéoro, fasziniert vom ersten Moment an. Zum größten Teil ist es wie ein Museum aufgebaut, in dem man viel über die Geschichte Griechenlands erfährt und erstaunlich viele Ikonen bewundern kann. Mit 60.000 m² Fläche ist es das größte aller Klöster, die man dort besuchen kann und es wird nach wie vor von Mönchen bewohnt.
Wieder zurück in Athen verbrachten wir einige Tage bei Tante Stella in der Nähe der Athener Innenstadt. Anscheinend hat man den Griechen nicht erzählt, dass es auch schallisolierte Fenster gibt. Nachdem im Nachbarblock ein neues Haus gebaut wird, konnten wir jeden Morgen ab sieben Uhr lautstark den Presslufthammer hören, der uns den letzten Nerv geraubt hat. Der am Mittwoch stattfindende Wochenmarkt direkt unter unserem Balkon gab uns dann den Rest. Hinzu kam die extrem schlechte Luft, die dafür sorgte, dass ich nahezu jeden Abend Schwindel oder Kopfschmerzen hatte. Also fuhren wir wieder zu Voula und verbrachten dort die letzten Tage unseres Griechenlandurlaubs. Natürlich haben wir dazwischen auch die Akropolis besucht, sind durch das bekannte Plaka-Viertel gelaufen und waren im Hard Rock Café. Die Eindrücke aus unserem Urlaub gibt’s wie immer bei “Fotos“.