Blog-Archiv

Von Pakistanern und Albanern

Meteora bei Sonnenaufgang
Es ist jedes Jahr dasselbe in Griechenland. Alle lästern über die Albaner, die sich irgendwie ins Land eingeschlichen haben und für den Müll und Dreck der Städte verantwortlich sein sollen. Diese Geschichten kenne ich schon seit ich klein bin. In diesem Jahr bemerkte ich allerdings ein neues Feindbild der Griechen: Pakistaner. Im Taxi, auf der Straße und in den Cafés wird gelästert was das Zeug hält. Weshalb nun die Wut so groß ist, konnte ich nicht wirklich erörtern. Im Athener Stadtteil Plaka, wo sich die Touristen überwiegend aufhalten, stehen viele Jamaikaner und Pakistaner. Sie verkaufen Handtaschen aus Leder, Spielzeug und Schmuck. Manche sprechen kein Griechisch, haben sich nur die wichtigsten Wörter angeeignet und kommunizeren überwiegend mit den Händen. Ich habe sie stets als unaufdringlich und freundlich erlebt. Wer nichts kaufen will, läuft einfach weiter. Gestört wird dort niemand.

Für die Äußerungen, die ich teilweise wahrnehmen musste, schämt sich der griechische Teil in mir. Das sind Behauptungen, die sich jeder Grundlage entbehren und einfach nur dumm sind. So wurde mir beispielsweise von meiner Tante geraten, nur zum Bezahlstrand zu gehen, denn dort seien die Pakistaner ja nicht. Dort sei es sicherer. Da fehlen einem die Worte.

Mein Urlaub war relativ entspannt, viel Stress wollte ich mir in den drei Wochen ohnehin nicht machen. Ich lag fast jeden Tag am Strand in Athen und besuchte mehrmals das neue Akropolis Museum. Bis Ende des Jahres kann man die alten Schätze Griechenlands für einen Euro Eintritt sehen. Für alle Frauen möchte ich einen kurzen Tipp loswerden: Zieht Hosen an und keine Röcke! Die Böden bestehen überwiegend aus Glas, so dass man in darunter liegenden Stockwerken mühelos einen unfreiwillig tollen Blick haben kann. Nicht, dass ich das getan hätte. Reine Beobachtung.

Die Fotos meines Urlaubs findet ihr hier.

Das Dorf im Netz

Ich weiss nicht, ob ich mich freuen soll oder weinen. Im kleinen Dorf meiner Mutter gibt es Internet. Bisher musste man dafuer ins zehn Kilometer entfernte Kalampaka fahren, was wiederrum mit Taxikosten verbunden war. Busse fahren naemilich nur zwei Mal am Tag. Morgens um acht hin und abends geht’s um 17 Uhr zurueck. Da soll mal jemand der VAG Unflexibilitaet vorwerfen. Gut, die Taxipreise sind hier aber auch sehr human.

Jedenfalls hat nun der kleine Laden um die Ecke, der seit meiner Kindheit so lecker Souvlaki macht, auch drei Rechner mit Muenzeinwurf. Ob man Internet nutzt oder Spiele wie Call of Duty 4 zockt, ist dabei egal. Im Viertelstundentakt wird abgerechnet, 2 Euro kostet die Stunde. Hallo? Das Dorf hier hat Internet? Bricht fuer mich gerade eine Welt zusammen oder ist das einfach nur geil? Vermutlich beides.

Griechenland 2007

Ich habe seit über einem Monat nicht mehr geblogt. Wenn ich ehrlich bin, fehlt mir im Moment einfach die Lust lange Texte zu verfassen. Moment, es fehlt mir die Lust überhaupt Texte zu verfassen. Hinzu kommt ein akuter Zeitmangel, der sein Übrigstes dazu beiträgt. Nichtsdestotrotz möchte ich über meinen Urlaub mit Katharina berichten, der wirklich schön war.
An einem Freitag hoben wir mit Air Berlin in einem Airbus A320 ab. Ich wusste gar nicht mehr wie es sich anfühlt zu fliegen. Nach zweieinhalb Stunden landeten wir am neuen Athener Airport. Er wurde anlässlich der Olympischen Spiele gebaut und sieht moderner aus als ich dachte. Schließlich kenne ich die griechische Baukunst und sie ist in meiner Erinnerung eher marode. Abgeholt wurden wir direkt von meinem Cousin Dimitri und Janni, dem Ehemann meiner Cousine. Denn Taxifahren kann in Griechenland für Ausländer teuer werden. Auch wenn ich nicht ganz als Fremder angesehen werde, war dies die beste Alternative. Außerdem liegt der Flughafen etwa 30 Kilometer von der Innenstadt entfernt und eine solche Strecke wäre selbst für die günstigen griechischen Taxipreise ein teurer Spaß.

Die ersten Nächte verbrachten wir bei meiner Cousine Voula, Janni und ihrem Sohn Konstantinos. Der kleine Racker ist wirklich unglaublich süß und hat uns viel Freude bereitet. Hin und wieder haben wir Voula entlastet und uns um ihn gekümmert. Ich war überwiegend dafür verantwortlich, daß er beim Essen nicht zickt, sondern brav den Mund aufmacht und ruhig bleibt. Unglaublich, welch positiven Effekt die Imitation einer Katze haben kann. Die Wohnung von Voula lag am Rand von Athen. Wie wir im Laufe unseres Urlaubs festgestellt haben, ist diese Gegend der Innenstadt vorzuziehen. Weshalb werde ich noch später in diesem Eintrag klären.

Nach den ersten drei Tagen Urlaub fuhren wir mit der Bahn in die Mitte Griechenlands, nach Kalampaka zu meiner Oma und meiner Tante Marina. Fünf Stunden fährt man für diese Strecke in einem wider Erwarten ruhigen und klimatisierten Zug, der sich auch noch InterCity nennt. Ein Unterschied zu Deutschland fällt aber auf: Die Ticketpreise. Für eine vergleichbare Strecke (Hin- und Rückfahrt) innerhalb Deutschlands zahlt man bei der DB ohne Bahncard mehr als 200 Euro. In Griechenland bekommt man den Fahrschein samt Sitzplatzreservierung für 20 Euro. Wir reden hier von keinem Spezialpreis oder einer Ermäßigung sondern vom regulären Preis.

Vergleicht man die Heimat meiner Oma (Kalampaka, Diava) mit der Hauptstadt so merkt man schnell wie unterschiedlich Griechenland sein kann. Während man in Athen vor lauter Abgasen ständig Kopfschmerzen hat, genießt man Diava die Stille und eine traumhafte Landschaft. Und früher oder später auch eine gewisse Langeweile, denn viel kann man hier nicht unternehmen. Die Touristenattraktionen sind die Klöster auf den Meteorafelsen, die ich heuer das erste Mal besucht habe. Bisher hatte ich nur den herrlichen Ausblick vom Haus meiner Oma auf die Meteoraklöster genießen können. Das Kloster Metamórphosis, auch bekannt als Megálo Metéoro, fasziniert vom ersten Moment an. Zum größten Teil ist es wie ein Museum aufgebaut, in dem man viel über die Geschichte Griechenlands erfährt und erstaunlich viele Ikonen bewundern kann. Mit 60.000 m² Fläche ist es das größte aller Klöster, die man dort besuchen kann und es wird nach wie vor von Mönchen bewohnt.

Wieder zurück in Athen verbrachten wir einige Tage bei Tante Stella in der Nähe der Athener Innenstadt. Anscheinend hat man den Griechen nicht erzählt, dass es auch schallisolierte Fenster gibt. Nachdem im Nachbarblock ein neues Haus gebaut wird, konnten wir jeden Morgen ab sieben Uhr lautstark den Presslufthammer hören, der uns den letzten Nerv geraubt hat. Der am Mittwoch stattfindende Wochenmarkt direkt unter unserem Balkon gab uns dann den Rest. Hinzu kam die extrem schlechte Luft, die dafür sorgte, dass ich nahezu jeden Abend Schwindel oder Kopfschmerzen hatte. Also fuhren wir wieder zu Voula und verbrachten dort die letzten Tage unseres Griechenlandurlaubs. Natürlich haben wir dazwischen auch die Akropolis besucht, sind durch das bekannte Plaka-Viertel gelaufen und waren im Hard Rock Café. Die Eindrücke aus unserem Urlaub gibt’s wie immer bei “Fotos“.