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Zugbeschäftigung

In fünf Stunden Zugfahrt von Wien nach Nürnberg kann man viel machen. Musik hören und lesen zum Beispiel. Oder einen in Österreich aufgezeichneten Podcast schneiden. Philip und ich haben all das getan, uns gut unterhalten und irgendwann Unreal Tournament über einen UMTS-WLAN-Router gegeneinander gespielt. Damit hätten wir uns endgültig das Prädikat “Freaks” verdient.

Ganz laaaangsam

Es ist das Prestigeobjekt der Deutschen Bahn. Der Intercity-Express, inzwischen in der dritten Generation, schafft bis zu 300 km/h. Oder nur 100 Stundenkilometer, wenn die Lokführer keine Ahnung von der Strecke haben.

Die Strecke zwischen Leipzig und Nürnberg beträgt in etwa 280km. Normalerweise ist sie mit dem Auto in zweieinhalb Stunden, mit dem Zug in drei Stunden zu bewältigen. Ein Unwetter sorgte am Samstagmittag allerdings für einen Stellwerkausfall bei Saalfeld und eine damit verbundene Umleitung des ICE 1719 über Fulda. Die Passagiere staunten nicht schlecht, als bereits der dritte ICE unseren Zug überholte. Der Zugbegleiter wusste dies so zu begründen: „Bitte wundern sie sich nicht, dass uns die ganzen anderen ICEs überholen. Unsere Lokführer haben keine Streckenkenntnis und da ist die vorgeschriebene Höchstgeschwindigekeit 100 Stundenkilometer.“ Mit 80 Minuten Verspätung erreichten wir Nürnberg.

Es ist mir völlig neu, dass Lokführer auf festgelegten Strecken ausgebildet werden und nur diese beherrschen. Demnächst schleiche auch ich mit dem Auto auf der A 73, schließlich hatte ich meine Prüfungsfahrt auf der A 9 abgelegt.

Spaß im ICE

Normalerweise nutze ich die sieben Stunden Zugfahrt nach Nürnberg um etwas Schlaf zu bekommen. Doch dieses Mal sollte alles anders werden. Im ICE lernte ich Ramona, Nadine und Marlene kennen. Eigentlich kamen wir eher per Zufall ins Gespräch, durch ein kleines Reservierungs-Wirr-Warr. Selten war eine Zugfahrt so unterhaltsam und kurzweilig. Zwei der Mädels stecken in einer Fernbeziehung (Würzburg – Hamburg), Nadine hat eine solche hinter sich und war der Meinung, dass das nicht funktionieren kann – zumindest bei ihr. Da boten wir natürlich Paroli. Unterhaltsam war auch der Bundeswehrsoldat, der zwei Reihen vor uns ein Warsteiner nach dem nächsten getrunken und lautstark zur Musik seines mp3-Players “gesungen” hat. Immer wieder griff er zum Handy und lallte seinen Kumpel zu, er solle doch die Musik lauter machen, er würde am Telefon nichts hören. WTF?!

In Wismar war es übrigens überraschenderweise sehr mild. Auch der sonst nervige, kalte, ins Gesicht peitschende Wind blieb nahezu aus. Bei dem Wetter fängt Katharina jetzt wieder verstärkt mit Stricken an und ich kann stolz davon berichten, selbst eine Maschenreihe gestrickt zu haben. Petra bei Star FM bezeichnete dies heute kurzum als “schwul”. Wie dem auch sei, Katharina behauptet ja, dass Stricken ein Trend ist, der auch bald in Deutschland Einzug hält. Da bin ich mal gespannt.

“Thank you for travelling with ‘Deutsche Bahn’”…

…ertönte es aus den kratzigen Lautsprecherboxen des ICE 91. Er schlief erst eine halbe Stunde als dieser Text seine müden und verklebten Augen öffnete, und ihn den schwäbischen Dialekt des Lokführers hören lies. Es war wieder einer dieser Tage, an dem er seit vier Uhr morgens unterwegs ist und bis in den späten Nachmittag arbeiten wird. Doch für ihn ist es nur ein kleiner Preis, wenn er bedenkt, daß er fast drei volle Tage mit seiner Freundin verbringen konnte. Drei Tage in denen er ihr die Haare gefärbt hat, mit ihr DVDs geschaut hat, beim Griechen lecker essen war und nicht zuletzt einfach nur ihre Nähe genossen hat. Auch wenn der Abschied weh tut, weiß er, daß er sie schon in eineinhalb Wochen wieder sehen wird. Bei sich, in der neuen Wohnung. Ungestört, alleine. Traumhaft.

CeBIT 2006

Schicke Brille auf der CeBITMein erster CeBIT-Besuch stellte sich als voller Erfolg heraus. Nach 2:45 Stunden kam ich am Bahnhof “Hannover Messe / Laatzen” an. Dieser ist durch einen sogenannten Skywalk direkt mit dem Messeingang West 1 verbunden. Der Skywalk ist eine wind- und wettergeschützte Brücke mit Rollbändern zum schnelleren Fortbewegen, ähnlich wie am Flughafen in München.

Gleich nach der Akkreditierung ging es in Halle 13. Sofort fiel mir die immense Reizüberflutung auf. Wo sollte man bloß hinschauen, welchen Laufweg sollte man gehen, um ja nichts Wichtiges zu verpassen? Nach einer halben Stunde Messeaufenthalt kam auch Katharina an. Zusammen mit ihrem Kommilitonen Henrik haben wir uns in Halle 9 verabredet, um uns anschließend auf die elektronischen Highlights zu stürzen. Natürlich werde ich nicht ansatzweise die Vielfalt der CeBIT 2006 darstellen können, aber zumindest für einige Entwicklungen und Eindrücke soll hier Platz sein.
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Konni @ CeBIT

Am Samstag werde ich zum ersten Mal in meinem Leben zur CeBIT nach Hannover fahren. Durch das aktuelle Angebot der Deutschen Bahn und McDonald’s, kostet mich der Spaß lediglich umgerechnet 50 EUR. Der Auslöser für die Fahrt dorthin ist Katharina. Rein zufällig wird sie nämlich am Samstag auch auf der CeBIT sein. So können wir uns schon vor dem geplanten Treffen in der nächsten Woche sehen. Solche Zufälle liebe ich.

Keine freie Minute

Wismarer HafenNach einem solchen Wochenende kann ich gut nachempfinden, wie sich ein Star fühlen muss, der von einem Auftritt zum anderen düst und ständig unterwegs ist.

Montag Morgen: Um vier Uhr klingelt der Wecker, der Katharina und mich aus der viel zu kurzen Schlafphase reißt. Mit dem Taxi geht es gegen fünf zum Bahnhof, um den Zug nach Hamburg zu erwischen. Bereits nach 15 Minuten steig ich in Bad Kleinen in einen anderen Regionalexpress um. Dieser entlässt mich um zwanzig vor acht an der Haltestelle “Hamburg Hauptbahnhof”. Kurz nach acht fahre ich im ICE 91 in die Heimat nach Nürnberg. Die erste Straßenbahn verpasse ich, so daß ich erst um kurz vor eins zu Hause bin. Schnell ein paar Happen gegessen, springe ich ins Auto Richtung Schwabach zu Star FM. Jetzt, nach 4 Stunden Sendung, bin ich sichtlich erleichtert endlich Feierabend zu haben. Soviel zum Montag.

Das Wochenende war wie immer wunderschön. Besonders hervorheben möchte ich unsere selbstgemachte Käse-Sahne-Sauce. Keiner von uns beiden hatte das je probiert. Hergestellt aus Schlagsahne und unterschiedlichsten Käsesorten war sie die perfekte Schwimmflüssigkeit für unsere Spaghetti. Auch das Hochschulgelände Wismars habe ich an diesem Wochenende näher unter die Lupe genommen. Eine interessante Mischung aus maroden Bauten und moderner Architektur geben dem Ganzen einen ganz besonderen Charme. Auf dem Bild könnt ihr übrigens den Hafen in Wismar bei Nacht begutachten. Eine schaurig schöne Stimmung, die durch den Nebel sogar etwas unheimlich wirkte.

Die knapp sieben Stunden dauernde Zugfahrt vergeht rasch, wenn man mit Laptop und Buch ausgestattet ist. Hin und wieder fallen auch die Augen zu, um etwas Ruhe zu tanken. Die gemeinsamen Momente, Stunden und Tage erlebt und empfindet man sehr intensiv. Leider wird es am Tag des Abschieds immer so sein, daß die Zeit, die man gemeinsam verbracht hat, zu kurz war. Egal ob zwei Tage oder zwei Wochen. Das ist das Traurige an Distanzbeziehungen. Doch der Zustand der Entfernung findet in einer absehbaren Zeit statt. Die Vorfreude auf die Zeit nach der räumlichen Trennung ist groß.

Far, far away

Ja was ich nicht alles gesehen habe: Hannover, Hamburg, Bad Kleinen (höhö). Die Zugfahrt war eigentlich sehr entspannt. Erst der zweite Teil der Strecke, der via Regionalexpress absolviert wurde, war stressig. Für den Stress sorgte ein überfülltes Abteil mit Kindern und 2 Hunden. Jedes Mal, wenn die Kinder im Zug umhergerannt sind, ist einer der Hunde laut geworden. Einmal wollte er sogar zupacken. Ach herrlich, diese Tiere.

Von Wismar habe ich bisher noch nicht viel gesehen. Lediglich ein kurzer Abendspaziergang am Hafen gab mir einen ersten Einblick in die Stadt. Ganz davon abgesehen bin ich ja nicht wegen der Stadt hier :)