Endlich, Torlinien-Technik!

Wer im Sinne des Sports denkt, kann eigentlich nicht gegen die Einführung technischer Hilfsmittel sein. Bei Tennis und Eishockey haben sich solche Systeme längst etabliert und niemandem geschadet. Nur im Fußball hat man sich bisher mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Bis gestern.

Was die FIFA gestern Abend entschieden hat, ist im Fußball eine der größten Regeländerungen der letzten Jahrzehnte: Die Unparteiischen bekommen bei Torentscheidungen eine technische Unterstützung, entweder in Form des Kamerasystems HawkEye, das schon beim Tennis Verwendung findet, oder durch GoalRef, einem magnetischen System, das im Tor und in den Bällen verarbeitet ist. Hier ist mein Beitag dazu für 90elf:

Ich halte die Einführung solcher Maßnahmen für längst überfällig. Und nein, ich finde nicht, dass sie dem Fußball etwas nehmen, vor allem keine Emotion. Wenn meine Mannschaft im Finale der WM 2014 ein klares Tor nicht anerkannt bekommt und deswegen den Titel nicht gewinnt, hat das für mich nichts mehr mit “Menschen machen Fehler” oder “Das gleich sich irgendwann aus” zu tun. Weiterlesen

ZDFkultur überträgt eSport

ZDFkultur überträgt eSport. Was könnte ZDFkultur machen damit es sein eh schon gutes Standing bei mir verbessert? eSport-Events übertragen. Und genau das machen die Mainzer Kollegen am 20. August im Rahmen der gamescom. Zockerfreunde sehen dann eine Aufzeichnung des Saisonauftakts der ESL Pro Series. FIFA und Counter-Strike werden gezeigt. Daumen ganz hoch für ZDFkultur!

Wo bleibt das WM-Fieber?

Foto: Nicola Egelhof / Heinrich-Böll-Stiftung (CC BY-SA)

Ab morgen sind wir mit 90elf auch bei der FIFA Frauen-WM am Start. Frauenfußball. Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land. Was mich wirklich nervt ist, dass ich überhaupt kein WM-Fieber wahrnehme. Weder bei mir noch bei anderen. Dabei hätte ich das gerne, dieses Kribbeln, diese Vorfreude auf ein großartiges Turnier. Dass ich mir die Spielpläne anschaue und mir denke: “Wow, das wird ein geiles Spiel”. Aber von alledem ist nichts da. Die Frauen-WM packt mich einfach nicht. Dabei hätte es die Frauen-Nationalmannschaft verdient, vor allem weil die WM bei uns stattfindet. Aber soll man’s erzwingen?

Ich erinnere mich noch an das Auftaktkonzert zur WM in Südafrika, mit den Black Eyed Peas und der großartigen Alicia Keys. Ich konnte das erste WM-Spiel kaum erwarten. Oder 2006, als Ghana und die USA in Nürnberg gastierten. Das waren geniale Wochen. Ich durfte das Achtelfinale zwischen Portugal und Holland im Stadion erleben. Und 2011? Da sitze ich vor der Sonderausgabe des Kickers und versuche die Namen mit den Gesichtern in mein Gehirn zu brennen. Damit ich überhaupt weiß, worüber ich da im Radio erzähle.

Sie ist nicht leicht, die Sache mit dem Frauenfußball. Auf der einen Seite hätte der Frauenfußball gerne die Popularität, die die Männer genießen, auf der anderen Seite kokettieren die Spielerinnen und der DFB mit der Weiblichkeit. Das führt dann zu Werbekampagnen wie die von Nike und Lira Bajramaj: “Wer scharf aussieht, schießt auch schärfer.” Das hilft dem Sport nicht. Wenn auf der Pressekonferenz Spielerinnen ihre Kolleginnen interviewen und fragen, wie lange sie morgens im Bad brauchen, hilft das dem Sport auch nicht.

Wie will der Frauenfußball für voll genommen werden, wenn die Leistungsträger selbst auf Klischees herumreiten?

Natürlich haben der DFB und die FIFA ein berechtigtes Interesse daran, die WM zum Erfolg werden zu lassen. Für eine große Reichweite gilt auch in diesem Fall: Sex sells. Nur, zu welchem Preis? Das lässt den Frauenfußball vielleicht öfter in den Massenmedien auftauchen und die Bekanntheit steigen, dem Image des Frauenfußballs fügt es aber immensen Schaden zu.

Die FIFA kotzt mich an

Ganz egal in welchem Umfang die Korruptionsvorwürfe innerhalb der FIFA zutreffen, man fragt sich als Fußballfan schon, was das eigentlich für ein Laden ist, der da von Joseph Blatter geführt wird. Da werden die einzigen Konkurrenten in der Wahl zur Präsidentschaft suspendiert oder stellen sich freiwillig nicht, die FIFA-Ehtik-Kommission spricht Blatter frei von aller (Korruptions-) Schuld, während der Vize Jack Warner bei Reuters mit dem Satz “Joseph Blatter muss gestoppt werden” zitiert wird. Selbigem unterstellt er, der Concacaf eine Summe von einer Million Dollar gezahlt zu haben. Ein paar Laptops soll es obendrauf gegeben haben. Wie bitte? Fair Play immer groß schreiben und hintenrum solche Geschäfte abschließen?

Was geht da eigentlich? Wer schiebt wem Millionen zu, oder andere Güter? Wieso erhält Katar die Austragung der WM 2022? Was zum Teufel passiert da hinter den Kulissen dieser Organisation? Ist es nur Zufall, dass ausgerechnet jetzt nur Blatter für das Amt des Präsidenten in Frage kommt?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Antworten darauf wissen will. Trotzdem hoffe ich, dass wir sie erfahren werden. Und das werden wir.

Kein Internet im DFB-Medienzentrum Südafrika

Logo: DFB

Alle reden vom schnellen Internet und den noch im ländlichen Bereich nicht mit DSL erschlossenen Ortschaften. Vielleicht wird es gerade dort in den kommenden Monaten spannend, denn mit den neu erworbenen LTE-Lizenzen (Long Term Evolution) für die nächste Generation des Breitband-Mobilfunks könnte hier eine Lücke geschlossen werden. Anscheinend hat aber auch Südafrika ein Internetproblem.

Gestern landete eine Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in meiner Inbox. Der DFB sendete Informationen über den Verleih und Verkauf von UMTS-Karten im Rahmen der Weltmeisterschaft in Südafrika:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei senden wir Ihnen Hinweise zum Erwerb von Mobil-Telefonen und UMTS-Karten, die Sie bei Ihrem Aufenthalt in Südafrika auf Leihbasis kostengünstig nutzen können.

Zunächst dachte ich an ein Sponsoring des Anbieters Rent a mobile, der mehrmals in der Pressemitteilung auftaucht. Doch schnell leuchtete mir der Rat des DFB ein, wieso sich die Journalisten UMTS-Karten zulegen sollten:

Bitte beachten Sie, dass im DFB-Medienzentrum am Hotel Velmore Grande KEINE Internet-Verbindung besteht und wir Ihnen daher die Anschaffung einer UMTS-Karte dringend empfehlen.

Wie kann es in einem Medienzentrum kein Internet geben?

Ein Trikot für Afrika

Das Africa Unity Kit / Foto: PUMA

Zum ersten Mal in der Geschichte des Fußballs gibt es ein einheitliches Nationaltrikot für einen ganzen Kontinent. Die 13 von PUMA gesponserten afrikanischen Nationalmannschaften teilen sich mit dem Africa Unity Kit das gleiche Trikot. Leider beitrfft dies nur das Dritt-Trikot der jeweiligen Mannschaften (darunter die Elfenbeinküste und Kamerun), dennoch ist das in der Geschichte des Fußballs ein einmaliges Event.

Die FIFA hat inzwischen das Africa Unity Kit als Ausweichtrikot anerkannt. Stellt sich nur die Frage, ob es überhaupt bei der Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen wird. In der Regel werden die Afrikaner mit den gewohnten Heim- oder Auswärtstrikots antreten. Mit dem Trikot wird das Internationale Jahr der Artenvielfalt 2010 im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen unterstützt. Ein Teil des Erlöses dieser Produktreihe kommt der UN zugute.

Wiederkehr der T-Frage

Kurz vor der WM wird traditionsgemäß jeder Deutsche zum Nationaltrainer. Diskussionen über Taktik, Aufstellung und vor allem Zusammenstellung des deutschen Kaders hört man von der Baustelle bis ins Büro. Ob die Entscheidung gegen Stürmer Kevin Kuranyi oder die verletzungsbedingte Absage von Mittelfeldspieler Simon Rolfes, jeder hat seine eigene Meinung. Am Donnerstag gibt Bundestrainer Joachim Löw den endgültigen Kader bekannt. 38 Tage vor Turnierbeginn schien zumindest die Nr. 1 schon festzustehen. Heute Mittag kam dann der Schock: Leverkusens Torhüter Rene Adler muss aufgrund seines Rippenbruchs das Ticket nach Südafrika wieder abgeben.

Plötzlich steht also wieder die T-Frage im Vordergrund. Der Kampf um die Nummer 1 wird voraussichtlich unter Schalkes Keeper Manuel Neuer und Bremens Hintermann Tim Wiese ausgetragen. Die große Unbekannte ist die Nummer 3, die Löw für Südafrika braucht. Weiterlesen

Frauenfußball und der 1. FC Köln

“Ich bin nur die Werbetante”, sagte mir Steffi Jones im Interview bei 90elf. Die Ex-Nationalspielerin ist quasi der weibliche Franz Beckenbauer. Für die kommende FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland hat sie das Amt der Präsidentin des Organisationskomitees inne. Das gut 13-minütige Interview könnt ihr hier noch einmal nachhören:

 
Auch der 1. FC Köln möchte den Frauenfußball populärer machen und wirbt auf eine ganz eigene Art für den Frauennachwuchs:

 
Im wahrsten Sinne des Wortes eine Rotzgöre.

Zidane ist – Pardon – das Letzte

Was geht in einem solchen Weltfußballer vor, wenn er seinem Gegenspieler mit voller Wucht den Kopf in den Brustkorb rammt? Zinédine Zidane – seines Zeichens Weltmeister (1998), Europameister (2000), Weltfußballer (1998, 2000, 2003), Europas Fußballer des Jahres (1998), Champions League-Sieger (2002). Die Liste könnte beliebig mit verschiedenen Meistertiteln in Spanien und Frankreich eränzt werden.

Heute war sein letztes Spiel. Schon vor der FIFA WM 2006 gab er bekannt, seine Karriere nach diesem Turnier zu beenden. Egal was Marco Materazzi Zidane geflüstert hat, ein Profifußballer sollte sich beherrschen können. Für mich ein Zeichen von Charakterschwäche derartig durchzudrehen. Mit dieser Aktion hat er den sonst großartigen Abschluß seiner Laufbahn zerstört und womöglich Frankreich den WM-Titel gekostet. Nicht einmal den Mumm bei der Siegerehrung zu erscheinen hat er. Ein schlechter Verlierer, der mir in Zukunft sicherlich nicht fehlen wird.

Italien ist Fußball-Weltmeister 2006!

Das FIFA Wartezimmer

Es wundert mich in der Tat, daß die FIFA es nicht anstrebt das Wort “Warteraum” markenrechtlich für sich zu beanspruchen. Schließlich war ich heute Nachmittag geschlagene zwei Stunden damit beschäftigt, die F5-Taste meines Notebooks dauerzubetreiben. Ich wollte nur Tickets, stinknormale WM-Tickets für verschiedenste Spiele in Nürnberg. Egal welches Spiel ich wann und in welcher Kategorie ausgesucht habe, immer bin ich im virtuellen “Warteraum” der FIFA gelandet. Jeder Bestellvorgang hatte das selbe Ende: Irgendjemand war angeblich schneller, ich sollte doch bitte dafür Verständnis haben. Hab’ ich aber nicht. Sind die Server des offiziellen, einzigen, exklusiven Onlinepartners Yahoo! so instabil, daß man die User jetzt schon in virtiuelle Wartezimmer stecken muss? Wahrscheinlich erfolgt deren Anbindung über blue-cable.

Lieber Fußballfan,

Sie befinden sich im Warteraum des Ticketshops der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™.
Um auf den folgenden Seiten Komfort und Schnelligkeit zu bieten, ist die Anzahl der Kunden, die den Ticketshop gleichzeitig nutzen können, beschränkt.

Zu Stoßzeiten kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Besuchen Sie uns in diesem Fall gern zu einem späteren Zeitpunkt erneut.

Ich kann es echt nicht mehr lesen. Die WM findet wohl gänzlich ohne mich statt.