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Der FC St. Pauli hat einen eigenen Radiosender

Die Website von FC St. Pauli FM

Schön, dass nicht immer alles auf Video getrimmt wird. Videos scheinen im Netz ja deutlich besser zu laufen als reine Audio-Podcasts. Umso mehr freue ich mich über das Engagement des FC St. Pauli, der nun in Zusammenarbeit mit quu.fm einen eigenen Radiosender im Netz gestartet hat. Einen Haupt-Stream und diverese Unterkanäle soll das Angebot umfassen. Wobei ich mich frage, ob reine Musikstreams hier Sinn machen. Schön hingegen ist die Idee, den Stadtteil St. Pauli abzubilden. Im Programm sollen nämlich auch Menschen zu Wort kommen, die dort leben oder einen besonderen Bezug zum Millerntor haben.

Auf dem eigentlichen Stream laufen dann auch Spielerstimmen und Specials zum Verein. So hat Stürmer Marius Ebbers bereits in der Sendung “Meine 11″ über seine aktuellen Lieblingssongs gesprochen. Bei 90elf hatten wir anfangs auch eine ähnliche Rubrik. Bei uns hieß sie “Was hörst’n grade?”, und siehe da: wir hatten damals auch Ebbers in der Sendung.

Ich verfolge die Entwicklung von fcstpauli.fm mit großem Interesse und bin gespannt, was dort in den kommenden Wochen präsentiert wird.

Depressionen in der Bundesliga

Nach dem Tod von Robert Enke hat sich nun ein Bundesligaspieler zu seinen Depressionen bekannt. Vor wenigen Minuten verschickte der FC St. Pauli eine Pressemitteilung, in der auf eigenen Wunsch von Andreas Biermann folgender Brief veröffentlicht wurde:

Ich, Andreas Biermann, 29 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, bin Profifußballspieler beim FC St. Pauli und leide seit mehreren Jahren an Depressionen.

Ich versuchte mir am 20. Oktober 2009 das Leben zu nehmen!

Zeitweilig habe ich versucht im Pokerspiel jenes Glück zu finden, das mir im Profisport aufgrund meines großen Verletzungspechs immer wieder versagt geblieben ist. Dieses Ventil hätte mich fast in eine Spielabhängigkeit getrieben, die meine eigentliche Erkrankung zusätzlich noch negativ beeinflusst hätte. Dies ist zum Glück nicht geschehen.

Dank der Unterstützung meiner Familie, des FC St.Pauli – allen voran meines Trainers Holger Stanislawski -, meines Beraters Henry Hennig und meiner Ehefrau, begab ich mich am 13. November in eine stationäre Behandlung.

Meine Familie und ich möchten dies der Öffentlichkeit mitteilen, um anderen Betroffenen eventuell den Mut zu geben, sich ebenfalls zu öffnen bzw. helfen zu lassen.

Zudem möchten wir uns selbst ein Lügen- und Versteckspiel nach meiner Genesung ersparen. Wir möchten offen damit umgehen, um dazu beizutragen, dass diese Erkrankung kein Tabuthema mehr ist.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Biermann

Lüftet sich der Vorhang des Schweigens nun doch nach und nach?