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Hornauer goes Web 2.0

Was macht eigentlich Thomas G. Hornauer? Der Mann, der durch 0190-Nummern zum Millionär wurde und seinen Fernsehsender Kanal Telemedial nun im Internet betreibt, sendet immernoch! Ich hatte es lange Zeit versäumt, seine Homepage aufzusuchen. Nachdem er einen meiner Blogeinträge über ihn in seiner Sendung vorlas und sogar versucht hatte bei mir anzurufen, sank mein Interesse zunehmend.

Inzwischen scheint der esoterische Freund die Möglichkeiten des Internets für sich nutzen zu wollen. Früher musste ein sogenannter Energieausgleich via Telefon geleistet werden, um das Erfahrene durch Kanal Telemedial finanziell zurück zu geben. Hornauer sprach damals vom Free Pay-TV. Ein absurder Begriff. Wer allerdings immernoch das Bedürfnis hat, die Weisheiten des Thomas G. Hornauer “auszugleichen”, kann neuerdings auf PayPal zurückgreifen.

Der aktuelle Stream zeigt eine Wiederholung unbekannten Datums. Doch für Fans der alten Sendungen aus dem riesigen Studio in Baden-Württemberg steht ein eigener Stream-Kanal zur Verfügung, der die Höhepunkte vergangener Jahre zeigt. Ändern wird das an der Wahrnehmung Hornauers in der Öffentlichkeit jedoch nichts. Wie er selbst sagt:

Die einen filtern mich positiv, die anderen negativ. Aber ich bin eigentlich nur der Thomas.

Und ewig klimpern die Tasten der telemedialen Orgel.

Thomas G. Hornauer hetzt gegen Online-User

Thomas G. Hornauer, der Chef des Senders “Kanal Telemedial“, macht mobil gegen Internetnutzer, die seinen Namen oder “Kanal Telemedial” auf ihrer Seite verwenden. Dabei spielt es für Hornauer keine Rolle, ob dies in einer satirischen Form geschieht oder in einem redaktionellen Rahmen stattfindet.

Gegen diese angebliche Verletzung der “Persönlichkeits- und Markenrechte” geht er nun konsequent vor. In einer außerplanmäßigen Livesendung am Montagnachmittag suchte er Websites auf, die über “Kanal Telemedial” schreiben. Das Portal “dooyoo” wurde sogleich von ihm ins Visier genommen. “Dooyoo” betreibt eine Website, auf der Produkte und Dienstleistungen kommentiert und bewertet werden können. So schreiben User auch über den esoterischen TV-Sender – meist negativ. Hornauer rief die Firma an und bat darum, die Einträge zu entfernen. Man wolle ja schließlich nicht den Staatsanwalt bemühen. Dass diese Angelegenheit keine Sache des Strafrechts ist, scheint sich Hornauers Kenntnis zu entziehen. Echauffiert hatte er sich insbesondere über den Eintrag “Die spirituellen Weisheiten eines Pornoproduzenten”. Die freundliche Dame am Telefon versicherte, die betreffenden Einträge zu entfernen, die Möglichkeit den Sender zu bewerten, bliebe allerdings nach wie vor bestehen.

In der selben Manier wandte sich Hornauer auch an das Weblog “The Aufsichtsbehördle“, eine Seite, die bereits seit vielen Monaten über den Sender berichtet. Hier sieht Hornauer ebenfalls seine vielfältigen Rechte verletzt. Schließlich werde sein Name mehrfach “missbraucht” und auf Videos bei YouTube verwiesen. Er rief den Inhaber der Seite an und stellte ihn ungefragt in die Sendung durch. Ohne Erlaubnis für das Ausstrahlen dieses Gesprächs konfrontierte er den Betreiber mit haltlosen Beschuldigungen. Als der Mann erklärte, er wolle jetzt noch einkaufen und habe keine Zeit das Gespräch fortzusetzen, konterte Hornauer: “Sie haben doch auch Zeit diese Seite im Internet zu betreiben.”

Was jedoch später in der Abendsendung ablief, grenzt schon an Rufmord. Der User keksausmainz, der sowohl im Aufsichtsbehördle, als auch bei Twitter und YouTube über einen Account verfügt, wurde regelrecht im Netz gejagt. Hornauer bat um Mithilfe seiner Zuschauer, veröffentlichte Fotos der betreffenden Person, Realnamen und stellte ihn weit über eine Stunde in den Mittelpunkt seiner täglichen Sendung (Mo-Fr ab 20 Uhr). “Die glauben, die dürfen im Internet alles, wenn sie jetzt aber mal selbst öffentlich sind, ziehen sie den Schwanz ein”, scheint Hornauer sein Vorgehen legitimieren zu wollen. Auch der Journalist und Online-Grimmepreisträger Stefan Niggemeier wird von Thomas G. Hornauer attackiert. Ob man diese Auszeichnung wohl kaufen könne, fragt der Telemedial-Guru respektlos in seiner Liveshow.

Darüber hinaus wurden mehrfach private E-Mail-Adressen von Zuschauern veröffentlicht, die ihre Einwilligung hierzu nicht gaben. Es bleibt abzuwarten, ob Hornauer mögliche Prozesse gewinnt, oder ob die diffamierten Personen Anzeige wegen dessen Handlungen heute Abend erstatten werden.

Update, 17. Juni, 19:33 Uhr: Inzwischen hat dooyoo.de sowohl alle Bewertungen als auch das Firmenlogo Hornauers offline genommen.

Hornauer is back

Thomas G. Hornauer, Multimillionär und selbsternannter “Meister”, ist wieder da. Seit letztem Montag sendet er mit seinem scheinbar spirtuellen Programm “Kanal Telemedial” im Internet via Livestream. Ab 20 Uhr ist er montags bis freitags live auf Sendung.

“Kanal Telemedial” befinde sich nun in der “dritten Generation”, so Hornauer. Schon die ersten beiden Generationen haben BA und ich sehr gerne verfolgt und uns dabei köstlich amüsiert. Der Unterhaltungswert des Programms fernab des pseudo-esoterischen Teils ist nicht zu verachten. Nach dem Lizenzentzug in Baden-Württemberg nistete sich Hornauer in Wien ein und ließ sich von der dortigen Regulierungsbehörde “KommAustria” lizenzieren. Das hauptsächliche Programm wurde aber nach wie vor aus Ludwigsburg gesendet. Einige Schaltungen zu einem Altar in Wien sollten die Lizenzauflagen erfüllen. Die Ausstrahlung auf Astra wurde derweil aus Kostengründen eingestellt. Das ist also die dritte Generation: Reines Internetfernsehen.

Geändert hat sich programmlich einiges. Das großzügige Studio in Ludwigsburg, wurde eingetauscht gegen zwei relativ kleine Zimmer. In einem musiziert der gebürtige Plüderhausener mit Trommeln und Keyboard, im anderen ist der Orange Table aufgebaut. Dieser Tisch war früher Dreh- und Angelpunkt des Kanals und oft mit zahlreichen “Experten” und spirituellen Menschen bestückt. Seine jetzige Liveshow findet ausschließlich an diesem Tisch statt, meistens mit einem Studiogast. Die teure Mehrwertnummer von einst wurde eingestellt, stattdessen kann man bei einer (ebenfalls teuren) Auskunftnummer anrufen und seine Nummer hinterlassen. Hornauer ruft anschließend live in der Sendung zurück.

Neu ist auch die E-Mail-Adresse info@orangetable.de und der Computer an Hornauers Seite. Zuschauer können erstmals direkt in die Sendung mailen und wenn der “Meister” Lust hat, liest er die Nachrichten auch mal vor. Ebenfalls neu sind die “Telemedial Reportagen”, die eigentlich keine Reportagen sind, aber gut. Auffallend ist die ruhige Art, die Hornauer an den Tag legt. Von hysterischen Anfällen und Vergleichen mit den Juden sieht er derzeit noch ab. Das Internet versteht er neuerdings als Partner und verteufelt es nicht mehr, sondern will es nutzen, um eine Community aufzubauen, die “Heiliges Königreich” heissen soll. Ich freue mich schon auf die Reaktionen der Kirchen.

Zugleich ermahnt er alle Homepagebetreiber, die seinen Namen oder den Namen des Senders nutzen. 30.000 Euro koste der Gebrauch der geschützten Wort- und Bildmarken. Auch sei es eine “Verletzung des Grundrechts”, wenn jemand Videos seiner Sendung bei YouTube hochlädt. Hornauer ist zurück, und ich freue mich auf unterhaltsame Abende mit “Kanal Telemedial”.