Selbst ich, der eine Zeit lang stark auf die Deutsche Bahn angewiesen war, lästerte nicht in einer solchen Form wie Dominic Maroh vom 1. FC Köln auf seiner offiziellen Facebook-Seite. Auch wenn ich im Prinzip seinen Frust verstehen kann.

Was immer hilft in diesen Situationen ist, die Bahn zuscheißen zu lassen, wie dieser junge Herr am Leipziger Hauptbahnhof:
Die Deutsche Bahn twittert ab sofort und versteht die Plattform in erster Linie als Rückkanal. Nicht das Hinausposaunen von Konzerninformationen, sondern der Kundendialog steht im Vordergrund.
Bisher sieht das Angebot solide aus. Die acht Mitarbeiter hinter dem Account werden sowohl auf bahn.de als auch im Hintergrundbild des Twitter-Accounts präsentiert. Mit Hilfe eines Kürzels lassen sich die Tweets den Mitarbeitern zuordnen. Das ist ein klassisches Vorgehen und hat sich auch bei anderen Firmen bewährt.
Ich halte den Schritt der Deutschen Bahn für richtig und wichtig. Der Konzern lagert damit einen Teil seiner Serviceleistung von klassischen Hotlines auf Twitter aus. Dass sich tatsächlich acht Leute darum kümmern zeigt zudem, dass Twitter ernst genommen wird. Nur die virtuellen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag, 6 bis 20 Uhr, erinnern an alte Denkstrukturen. Vermutlich ist die Eingrenzung aber auch wichtig, denn sie zeigt dem Kunden transparent, wann wirklich jemand auf den Account schaut und somit antworten kann.
Für die Verwaltung von @DB_Bahn (aktuell 3.300 Follower) nutzt die Deutsche Bahn übrigens CoTweet.
Es sind fast zwei Jahre vergangen seitdem ich das letzte Mal bahn.bonus-Punkte eingelöst habe. Nun sind es wieder 2000 an der Zahl. Die Punkte in der Bonusübersicht erinnern mich alle Jahre wieder daran, wie viel Geld ich der Deutschen Bahn doch in den Rachen werfe. Denn 2000 Punkte bedeutet einen Umsatz von 2000 Euro. Fahrten nach Nürnberg in die Heimat, Fahrten nach Berlin, hier mal CeBIT in Hannover, dort einige Besuche in Wien – da kommt schon was zusammen. Ich alter Globetrotter.
2000 Bonuspunkte kann man zum Beispiel gegen eine DB-Tageskarte einlösen: die Bahncard 100 für einen Tag. Eine Flatrate zum Bahnfahren in ganz Deutschland mit allen Verkehrsmitteln, egal ob ICE, IC oder Bimmelbahn. Gemeinsam mit meinem besten Freund werde ich mithilfe dieser Prämie Ende März quer durch Deutschland fahren. Da das Tagesticket bis zum darauf folgenden Werktag um 10:00 Uhr gültig ist, überlegen wir uns eine schicke Route, mit der wir möglichst viel sehen können. Natürlich werde ich auf konni.org darüber bloggen und an diesem Tag Fotos von unterwegs uploaden.
Wann ich den Tag mit der Deutschen Bahn verbringen werde, wird hier bald bekannt geben. Welche Städte sollen wir auf jeden Fall anfahren?
Nun macht die Deutsche Bahn AG das nach, was in Schweden schon seit etwa einem Jahr erfolgreich läuft: Verkäufe über eBay. Kunden der Bahn sollen auf diesem Wege die Möglichkeit bekommen, Tickets für unterschiedliche Verbindungen günstiger zu erhalten. Am 01. August startet die Aktion, zunächst als Testballon und limitiert bis zum 10. August.
Jeden Tag bietet die Bahn ein “bahntastisches” Angebot, das wie gewohnt an den Höchstbietenden geht. Die ersten Auktionen umfassen ein Paket bestehend aus zwei Einzelfahrten zu beliebigen Bahnhöfen innerhalb Deutschlands, im Normalfall also eine Hin- und Rückreise. Ab einem Startgebot von 1 Euro kann man hier scheinbar für weniger Geld reisen.
Der Vergleich zu den regulären Preisen enttäuscht jedoch schnell. Bereits jetzt liegen die Gebote in Bereichen, die für einen “Bahncard 50″-Kunden überteuert sind. Da waren mir die Tchibo-Tickets lieber, die es einem zum Festpreis ermöglicht hatten, den Start- und Zielbahnhof selbst einzutragen. Und billiger waren sie auch noch. Darüber hinaus kommt die Einschränkung, die ersteigerten Tickets nicht an Freitagen einsetzen zu können. Schade Deutsche Bahn, wieder nichts gelernt.
Es ist schlicht und ergreifend eine Frechheit was die Deutsche Bahn groß angekündigt hat. Konkurrenzfähig zu den Billigfliegern wolle man sein. Anstelle der bisherigen Frühling- und Herbst-Spezials, nimmt die Bahn deshalb seit Sonntag das sogenannte Dauerspezial in ihr Proramm auf. Preise ab 29 Euro für eine einfache Fahrt deutschlandweit locken die Kunden an. Natürlich ist ein solcher Preis auch für mich lukrativ. Immerhin kostet die Fahrt zu Katharina nach Wismar 60€ one-way – mit Bahncard 50.
Das Angebot wollte ich als einer der ersten wahrnehmen. Schließlich ist es nur gültig “solange der Vorrat reicht”. Und da wären wir auch schon beim Haken: 750.000 vergünstigte Tickets soll es jeden Monat geben. Auf den ersten Blick sieht diese Zahl gut aus, doch wie erklärt mir die Bahn, daß es für keine einzige Donnerstags- bzw. Freitagsverbindung in den nächsten acht Wochen von Nürnberg nach Wismar ein Dauer-Spezial gibt? Hat man etwa Wochenendverbindungen, die gut laufen geschickt ausgespart und weist darauf mit den Worten “nicht mehr verfügbar” hin? Ich bezweifle, daß alle Spartickets innerhalb weniger Stunden über Nacht ausgebucht waren. Ehrlichkeit gegenüber dem Kunden definiere ich anders. Als Vielfahrer bin ich sehr enttäuscht.