Heute Deutschland, morgen…

Habt ihr ihn gesehen, den Meistertrainer Louis van Gaal? Er stand gemeinsam mit 130.000 Bayernfans und seiner Mannschaft auf dem Marienplatz, um die Meisterschaft zu feiern. Er und seine Jungs oben auf dem Balkon, die Anhänger unten auf dem Platz. Hattet ihr auch das Gefühl, eine gewisse Ähnlichkeit zu Adolf Hitler zu erkennen? Seine Gestik, sein Auftreten und letztendlich das gesamte Erscheinungsbild standen dem Original in nichts nach. Hier seine Rede:

 
Man stelle sich nur ein kleines Bärtchen unterhalb der Nase van Gaals vor. Da hätte Bayern tatsächlich schon mal das Double in der Tasche. Das Double von Adolf Hitler – rein optisch.

Update 14:46: Anscheinend bin ich nicht der Einzige, der diese Assoziation hatte:

 
Update 14:52: YouTube hat das Video von Jackass2205 anscheinend nicht lustig gefunden und gelöscht.



Das bayerische Derby um die 1. Bundesliga

Aus der Facebook-Gruppe 'Nämberch'

Eigentlich war es klar, dass es so kommen würde. Die in der letzten Saison wieder eingeführten Relegationsspiele scheinen den Club magisch anzuziehen. Vielleicht kommt es bald zum neuen Höhepunkt beim 1. FC Nürnberg: Rekord-Relegationsmannschaft. Und dann auch noch gegen den FC Augsburg, gegen einen starken Zweitligisten in etwa 150 Kilometern Entfernung.

Kinder, wir hätten uns das alles ersparen können. Wenn der Club sich in wichtigen Momenten einfach mal zusammengerissen hätte, anstatt desolat auf dem Feld rumzustehen, wäre das alles anders gekommen. Dann hätte womöglich der gestrige Sieg gegen Köln für den Klassenerhalt gereicht, ohne die Relegation beanspruchen zu müssen. Stattdessen zittern wir als einziger Bundesligaverein noch, während für die anderen die Saison bereits gelaufen ist. Bescheuert. Und unnötig. Ganz davon abgesehen, dass der Kollege und bekennende 96-Fan Herwig nun von mir drei Kugeln Eis bekommt. Ja, ich sollte nicht auf den Club wetten. Das hat früher schon bei bwin nicht geklappt und bei lapidaren Wetteinsätzen ist man auch immer der Verlierer. Siehe Samstag.

Relegation 2009 / Foto: Konstantin Winkler

Als der Club 2009 im Rückspiel gegen Cottbus den Einzug ins Oberhaus gefeiert hatte, war ich mit dabei. Ich saß neben unserem Reporter Günther Koch im wundervollen Frankenstadion und fieberte dem Aufstieg entgegen. Damals fegten wir Energie Cottbus vom Platz. Die Ausgangslage war aber eine leichtere und Cottbus ein ebenfalls leichterer Gegner. Zumindest empfinde ich den FC Augsburg mit seinem Torjäger Michael Thurk und dem gefährlichen Marcel Njeng als schwere Aufgabe.

Das Wiedersehen mit Dominik Reinhardt wird übrigens wohl erstmal das letzte sein. Denn der FCA hat den Clubverteidiger nicht nur wie bisher ausgeliehen sondern bis 2013 an den Verein gebunden. Dafür flossen rund 500.000 Euro. Aber was bedeutet schon Geld, wenn der FCN möglicherweise die Klasse nicht halten kann. Am Sonntag sind wir alle schlauer.

Wie die Relegation genau verläuft, könnt ihr hier, auf der offiziellen Seite des 1. FC Nürnberg, nachlesen.



Langeweile beim Fußball

Fußball-Kommentatoren im Fernsehen sind langweilig. Eine Erkenntnis, die ich nicht erst seit meiner Tätigkeit für 90elf habe. Moment, stimmt nicht ganz. Fußball-TV-Kommentatoren in Deutschland sind langweilig. Denn in anderen Ländern, vor allem im südeuropäischen und lateinamerikanischen Raum, zeigen die Reporter Emotionen und kommentieren lebendig. Der Torschrei dauert solange an, dass ich locker aufs Klo gehen und mir anschließend sogar die Hände waschen könnte.

Ich fühlte mich fast schon verstört, als ich das letzte Mal einen Fernsehkommentator in der ARD gehört habe. Das Spiel wird mit ewigen Leerläufen begleitet, gefolgt vom staccatoartigen Nennen des Namens. “Ballack… Schweinsteiger”. Langweilig. Gefühlskalt. All das was den Fußball ausmacht, spiegelt sich nicht in der Ansprechhaltung wider. Deswegen mein Appell an die Rethys dieser Welt: Stock ausm Arsch und mal auf die Kacke hauen!



Aufsteiger schlägt Meister

Immer wenn der 1. FC Nürnberg in einem Spiel in Führung geht, werde ich in den letzten Minuten der zweiten Halbzeit nervös. Eigentlich werde ich immer nervös, unabhängig vom aktuellen Spielstand. Schon zu oft saß ich vor dem Fernseher oder dem Radio und hörte wie in der Nachspielzeit entscheidene Tore gegen Nürnberg fielen. Dann war die Stimmung meistens im Keller. Ungefähr so wie der Club noch vor diesem Spieltag.

Heute sollten die letzten Minuten im Auswärtsspiel gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg schön werden. Ausnahmsweise. Wider Erwarten raffte sich der Club auf und konnte mit einem Konter den Siegtreffer zum 3:2 in der Volkswagen-Arena erzielen. Peer Kluge erlöste mich im Konferenzstudio von 90elf in der dritten Minute der Nachspielzeit. Und überhaupt war das eines der besten Spiele, das ich von Nürnberg in der letzten Zeit gesehen habe. Nicht zu Unrecht sagte unser Reporter Stefan Grothoff, dass Nürnberg woanders stehen würde, könnten sie diese Leistung immer abrufen. Das war einfach schöner Fußball, toll kombiniert, schön herausgespielt – übrigens auch von den Wolfsburgern. Eine Klatsche hatte ich erwartet, ich wurde eines Besseren belehrt und freue mich nun umso mehr, meinen Feierabend anzutreten. Mit 3 Punkten im Gepäck und dem 14. Tabellenplatz. Die Abstiegszone bleibt jedoch nach wie vor in gefährlicher Nähe. Auf Lorbeeren kann sich Trainer Michael Oenning also nicht ausruhen.



Depressionen in der Bundesliga

Nach dem Tod von Robert Enke hat sich nun ein Bundesligaspieler zu seinen Depressionen bekannt. Vor wenigen Minuten verschickte der FC St. Pauli eine Pressemitteilung, in der auf eigenen Wunsch von Andreas Biermann folgender Brief veröffentlicht wurde:

Ich, Andreas Biermann, 29 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, bin Profifußballspieler beim FC St. Pauli und leide seit mehreren Jahren an Depressionen.

Ich versuchte mir am 20. Oktober 2009 das Leben zu nehmen!

Zeitweilig habe ich versucht im Pokerspiel jenes Glück zu finden, das mir im Profisport aufgrund meines großen Verletzungspechs immer wieder versagt geblieben ist. Dieses Ventil hätte mich fast in eine Spielabhängigkeit getrieben, die meine eigentliche Erkrankung zusätzlich noch negativ beeinflusst hätte. Dies ist zum Glück nicht geschehen.

Dank der Unterstützung meiner Familie, des FC St.Pauli – allen voran meines Trainers Holger Stanislawski -, meines Beraters Henry Hennig und meiner Ehefrau, begab ich mich am 13. November in eine stationäre Behandlung.

Meine Familie und ich möchten dies der Öffentlichkeit mitteilen, um anderen Betroffenen eventuell den Mut zu geben, sich ebenfalls zu öffnen bzw. helfen zu lassen.

Zudem möchten wir uns selbst ein Lügen- und Versteckspiel nach meiner Genesung ersparen. Wir möchten offen damit umgehen, um dazu beizutragen, dass diese Erkrankung kein Tabuthema mehr ist.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Biermann

Lüftet sich der Vorhang des Schweigens nun doch nach und nach?