Amazon hat den Verkauf des eBook-Readers Kindle DX gestartet. Nettes Gerät, jedoch mit einigen Einschränkungen für Deutschland. So können beispielsweise Blogs hierzulande vorerst nicht gelesen werden. Auch der experimentelle Browser ist noch nicht einsatzfähig. Könnte aber den endgültigen Durchbruch bringen.

Natürlich, in erster Linie soll man mit dem neuen Kindle DX Bücher lesen können. Dafür ist das Gerät einfach perfekt. Das Display gleicht einem Blatt Papier. Hält man den Kindle in der Hand, sieht es fast so aus als würde eine Demofolie auf dem Gerät kleben. Eine täuschend echte Abbildung von Text und Bild. Und wie das bei einem Blatt Papier so ist, fehlt auch hier die Hintergrundbeleuchtung. Wer lesen will, braucht also Licht, wie bei einem richtigen Buch. Auch PDF-Dokumente werden ab Werk unterstützt, was Business-Nutzern aber auch Studenten gefallen könnte. Allerdings muss man mit Schwarz-Weiß und Grau vorlieben nehmen, das Display unterstützt keine Farben. Per Knopfdruck konnte schon beim kleinen Bruder, dem 6-Zoll-Gerät, eine Seite gedreht werden. Beim Kindle DX übernimmt ein Lagesensor das automatische Drehen, sobald der Kindle horizontal gehalten wird.
Erstaunt hat mich das Vertriebs-Konzept für die digitalen Bücher. Dafür ist jeder Kindle DX mit einer SIM-Karte ausgestattet, die sonst in Handys und UMTS-Karten Platz findet. Ein Deal mit dem amerikanischen Mobilfunkbeteiber AT&T ermöglicht es, weltweit ohne zusätzliche Gebühren online zu gehen und sich Bücher innerhalb 60 Sekunden herunterzuladen, so das Versprechen. Was Amazon da anbietet und als “Global Wireless” bezeichnet, ist also eine weltweite UMTS-Flatrate für den Erwerb von Büchern, völlig unabhängig von WLAN-Hotspots. Roaminggebühren fallen keine an, es besteht schließlich auch kein Nutzungsvertrag und somit keine Verpflichtung für den Kunden.
Die ständige Verfügbarkeit des Internets bietet einen weiteren Vorteil. Bei Amazon können Zeitungsabonnements abgeschlossen werden. Der tägliche Gang zum Briefkasten bleibt dadurch erspart. Der Kindle lädt sich die aktuellen Ausgaben automatisch. So kann die Lieblingszeitung oder -zeitschrift auch im Urlaub ohne zusätzliche Kosten gelesen werden. Egal, wo man ist. Die Auswahl an deutschen Zeitungen ist derzeit aber noch überschaubar und somit ausbaufähig.
Sobald mehr deutschsprachige Bücher und Zeitungen verfügbar sind, werde ich mir die Anschaffung überlegen. Ich tendiere aber zur 6-Zoll-Variante. Hier wurde leider in der aktualisierten Version der SD-Kartenslot eingespart. Für den DX, den Amazon übrigens aus den USA liefert, zahlt man ca. 350 Euro. Die kleine Version ist für umgerechnet 180 Euro erhältlich.


