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re:publica 2010 – Das war’s

Es waren schöne Tage in Berlin, bei der wohl größten deutschen Social-Media-Konferenz. Die Zeit reichte für mich leider nur, um sechs Panels zu besuchen, dafür waren das aber sehr anregende Vorträge. Die Stimmung vor Ort war wie bereits 2009 sehr angenehm und ich konnte auch den ein oder anderen Twitterer persönlich kennenlernen.

Eine Sache ist mir in den drei Tagen bewusst geworden: Es gibt einige Alphablogger, die eine feste Größe in der Szene darstellen. Doch wer sind ihre Nachfolger, wo ist der Nachwuchs, der in die Fußstapfen von Niggemeier und Co. treten soll? Ich kenne kein deutsches Blog, das mich so fesselt, dass ich es als unabdingbar bezeichnen würde. Sicher, einige nette Seiten, aber mehr nicht. Ja, ich mache mir fast ein wenig Sorgen um die deutsche Blogosphäre. Nicht nur weil es offenbar wenige Nachkömmlinge gibt, auch weil zu viele belanglose Blogs existieren. Es liegt natürlich im Auge des Betrachters, was belanglos ist und was nicht. Jeder hat das Recht, seine Gedanken in Wörter zu fassen und einen Blog zu schreiben. Vielerorts sehe ich aber Blogs ohne eigenen Content, die keine Stellung beziehen, die nichts Eigenes oder zumindest Charakteristisches haben. Es scheint manchmal einfach “in” zu sein, ein Blog zu schreiben, ohne eigentlich richtig darauf Lust zu haben.

Der andere Eindruck, der sich bei mir während der re:publica eingestellt hat, war, dass der Kreis der Alphablogger so eingeschworen ist, dass eigentlich auch keine anderen Blogger geduldet werden. Bewusst oder unbewusst sei dahin gestellt. Vielleicht ist das aber auch der eben genannten Situation geschuldet. Oder einer unbegründeten, selbst aufgebauten Konkurrenzsituation.

re:publica 2010 startet in Berlin

Die Vorfreude auf die Social-Media-Konferenz re:publica spürt man in allen Internetkanälen. Facebook und Twitter sind voll von Leuten, die ihre Gedanken zur größten Internettagung erzählen – oder zumindest ein paar Fotos von ihrer Reise nach Berlin weitergeben. 2500 Blogger und Internetbegeisterte. Was für eine unglaubliche Zahl. Ich glaube, das Orgateam rund um Johnny Haeusler und Markus Beckedahl hätte sich so einen Erfolg nie träumen lassen. Die Konferenz wächst jedes Jahr weiter, vielleicht ist das aber auch irgendwann ein Nachteil. Nämlich dann, wenn es in der Szene als kommerzielles Event wahrgenommen wird und nicht mehr die Netzkultur widerspiegelt.

Die Entwicklung ist noch nicht absehbar. Da nehmen sich die re:publica und das Internet nicht sehr viel. Solange die re:publica aber so bleibt wie sie im letzten Jahr war, wird sie mich als Besucher nicht verlieren. Ich freue mich auf einen regen Austausch und neue Erkentnisse in den kommenden drei Tagen.

“Aha. Titten.”

…schreibt der Blogger Jens Scholz und meint damit die CDU-Plakatkampagne des Wahlbezirks Berlin Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost. Er ist nur einer von vielen Internetnutzern, dem das Wahlkampfmotiv von Vera Lengsfeld aufgefallen ist. Dabei ist Scholz’ Meinung noch relativ harmlos. Von “Unwählbarkeit”, “Sexismus” und “Hängetittenwahlkampf” ist die Rede in den Kommentaren des offiziellen Blogs der Bundestagskandidatin. Sehen wir uns den Aufreger doch einmal an:

Gute Argumente bei den Damen(Foto: CDU)

Lengsfeld zeigt sich auf dem Foto tief dekolletiert neben Kanzlerin Merkel, die zur Eröffnung von Oslos neuem Opernhaus ebenfalls nicht mit ihren weiblichen Reizen geizte. Sicherlich eine gewagte Kampagne, aber nicht die Aufregung wert, die derzeit die Runde macht. Eine Politikerin nutzt ein Foto, das bereits damals für Gesprächsstoff sorgte und versieht es mit einem gekonnten Wortwitz: “Wir haben mehr zu bieten”. Meiner Meinung nach nichts Verwerfliches. Ganz im Gegenteil, diese Kampagne macht Schlagzeilen wie kaum eine andere zuvor. Zeitungen wie der Tagesspiegel oder WELT KOMPAKT veröffentlichten das Plakat großflächig in ihren Ausgaben. Sinn und Zweck erfüllt. Eigentlich schade, dass der Humor mancher Leute so engstirnig ist.

re:publica’09 – Das Fazit

re:publica'09 - Bühne im Friedrichstadtpalast
Eine Internetkonferenz ohne Internet. Über weite Teile der dreitägigen Veranstaltung “re:publica’09 – Shift happens” konnten die Teilnehmer das WLAN nicht nutzen. Der Anbieter “Freifunk” schaffte es nur etappenweise das Internet verfügbar zu machen. Ironie des Lebens oder doch Schicksal? Zunächst hatte man geglaubt das Problem lokalisert zu haben. Die Firmware der eingesetzten Bridges hätte einen Bug, der über ein Update gefixt werden sollte. “In 20 bis 30 Minuten geht das Internet”, hiess es am ersten Tag. Die Besucher wurden aber immer wieder aufs Neue vertröstet. Der Internetentzug wurde via UMTS kompensiert.

Trotz dieses ärgerlichen Ausfalls verbrachte ich sehr interessante eineinhalb Tage in der Hauptstadt. Der Friedrichstadtpalast und die Kalkscheune erwiesen sich als ideale Locations, um die re:publica’09 stattfinden zu lassen. Lediglich am zweiten Tag kam es dann in der Kalkscheune bei dem ein oder anderen Panel zu Engpässen. Sei’s drum. Ich hab einiges gelernt und viele Gesichter, die ich nur aus dem Netz kannte, kennengerlent. Das fiel am Donnerstag Dank der Pokens noch etwas leichter, man kam einfach schneller ins Gespräch. Bei den Panels gab es auch qualitative Unterschiede. Einige Panels brachte nicht viel Input, teilweise sogar die gähnende Langweile, wie man auf der Twitterwahl lesen konnte. Andere wiederrum begeisterten das Publikum und regten an. Besonders interessant fand ich den Vortrag vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar und die anschließende Diskussion mit dem Publikum.

So ganz sicher bin ich mir allerdings nach diesen Tagen nicht, ob ich wirklich Ahnung vom Internet habe. Diese Konferenz hat mich etwas durcheinander gebracht. Bisher dachte ich, überdurchschnittlich viel Internet zu konsumieren und zu wissen, was ich da mache. Aber da sind Leute vor Ort gewesen, die echte Ahnung hatten. Andere wiederrum waren einfach nur Freaks oder Geeks. Allesamt aber sehr sympathisch, nett, offen, aufgeschlossen und einfach Internetverrückte, die die Entwicklung des Internets diskutierten. Kritisch, aber optimistisch. Es war eine herrliche Atmosphäre, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Vielleicht gehöre ich trotz meiner Zweifel ja doch (noch) dazu.

Alle Fotos zur re:publica’09 gibt es hier und bei flickr, wenn ihr nach dem Tag “rp09″ sucht.

re:publica’09 in Berlin

Eine Erkältung bringt gerade die Pläne für diese Woche etwas durcheinander. Ursprünglich hatte ich vor drei Tage bei der Messe “re:publica’09” in Berlin zu sein. Eine 3-Tages-Karte für die ausverkaufte Veranstaltung hatte mir Valentin angeboten. Nachdem sich das zeitlich und organisatorisch aufgrund anderer Aufgaben und meiner Erkältung nicht realisieren lässt, werde ich das Event aber nur an einem Tag mit einer Tageskarte besuchen können. Auf den Tag in Berlin freue ich mich trotzdem. Morgen früh geht es mit dem Zug in die Hauptstadt und dort direkt in den Friedrichstadtpalast.

Die “re:publica” ist eine Konferenz, die sich mit Zukunfts- und Internetthemen beschäftigt. Bei verschiedenen Panels und Workshops können sich Besucher austauschen, eine Lounge sorgt für weiterführende Gespräche oder einfach nur Kennenlernsessions. Um seine real geknüpften Kontakte auch im Internet zu verbinden, werden sicher vermehrt die sogenannten Pokens zum Einsatz kommen. Ein Poken ist eine Art digitale Visitenkarte, die man als Schlüsselanhänger immer bei sich haben kann. Trifft man jemanden, der ebenfalls einen solchen Poken hat, kann man durch ein kurzes Aneinanderhalten seine Daten synchronisieren. Wieder am PC angekommen, gleicht man die erhaltenen Daten via USB-Port ab. So erspart man sich das übliche “Wie heisst du denn bei myspace?” und braucht zudem keinen Stift und Zettel. Vielleicht habe ich Gelegenheit einen solchen Poken morgen zu kaufen.

Die unfreiwilligen Reminder

Hertha BSC - Galatasaray Istanbul 2008
Ich finde es toll Geburtstag zu haben. Da bekommt man um Punkt Mitternacht massenweise E-Mails von Foren, bei denen man angemeldet ist. So habe ich endlich wieder eine Übersicht, wo ich überall virtuell existiere.

Darüber hinaus hat es mich natürlich gefreut auf sämtlichen Social Networks, in denen ich einen Account habe, Glückwünsche auf der Pinwand, per Direktnachricht oder im Chat zu bekommen. Ich merke es zum ersten Mal seit langem deutlich, dass sich ein Großteil der realen Welt eben doch im Internet abspielt. Eine Wertung dazu werde ich an dieser Stelle nicht vornehmen.

Danke an alle, die mir gratuliert haben, sei es via Internet, Telefon oder SMS. Von einigen Leuten hätte ich mir gewünscht, dass sie anstatt eine SMS zu schreiben einfach anrufen, denn sie sind mir zu wichtig, um Glückwünsche auf 160 Zeichen zu beschränken. Trotzdem, danke.

Wie habe ich heute gefeiert? Ich war mit dem besten Reporter der Welt, Tom Hilgers, im Olympiastadion bei Hertha BSC Berlin. Die Stimmung war erwartungsgemäß fantastisch, was bei über 62.000 Zuschauern auch kein Wunder ist. Das Stadion ist ein Traum, auch wenn man als Journalist doch sehr weit weg vom Geschehen ist und die Rückennummern nur mühsam erkennt. Am Ende hat die Hertha das Leder nicht mehr ins Tor gebracht, obwohl ein 1:1 mehr als verdient gewesen wäre. Egal, der Abend war außergewöhnlich und schön. Das soll für diesen Tag das einzig Ausschlaggebende sein.

Das Aufstehen morgen wird sicher nicht leicht, aber man geht natürlich gerne in die Arbeit, wenn man weiss, dass man mit Peter Neururer telefonieren wird. Bis später, Peter!

Ostern in Berlin

Kann es sein, dass sich in Berlin keine Sau an das Rauchverbot hält? Egal ob in der Kneipe oder in der Halle der Kulturfabrik, überall wurde geraucht. Vielleicht sollte sich dort eine ähnlich strikte Einhaltung durchsetzen, denn störend empfand ich das dann schon. Der Kurztrip in die Hauptstadt war ziemlich stressig, vor allem während der Rückfahrt standen wir einige Male im Osterstau. Dafür war der Aufenthalt im sechzehnten Stock des Park-Inn-Hotels am Alexanderplatz sehr angenehm. Hätte ich gewusst, dass nur zwanzig Stockwerke über mir ein Casino ist, hätte ich noch ein Hemd mitgenommen. Doch eigentlich blieb für solche Unternehmungen keine Zeit.

Direkt nach der Ankunft am Sonntagnachmittag blieben uns noch knapp zwei Stunden, ehe wir mit der U-Bahn zum “Star FM Osterfeuer” in die Kulturfabrik gefahren sind. Die ersten beiden Bands haben wir verpasst, was nicht wirklich schlimm war, denn Itchy Poopzkid und die H-BLOCKX standen noch aus. Mit Itchy Poopzkid konnte ich mich nicht soooo sehr anfreunden, dafür haben die H-BLOCKX das gespielt, was man von ihnen erwartet hat. Alle Klassiker wie “Move” oder “Risin’ High” waren dabei, und positiv überrascht war ich von der extrem guten Abmischung des Sounds und von der Akustik des Saals. Im Anschluß gingen wir noch ins “Frannz“, eine Lokalität in der wir geschlagene 15 Minuten auf unsere Getränke warten mussten. Als der Kellner dann bei der Abrechnung nicht einmal 10- und 20-Cent-Stücke hatte und Probleme, die Rechnung in einzelne Posten aufzuteilen, wurde als langsam nervig.

Das Frühstück am nächsten Tag machte aber alles wieder wett und so konnten wir gut genährt die Heimreise antreten.

Kurztrip nach Berlin

Unser Chef hat uns zum “Star FM Osterfeuer” nach Berlin eingeladen. Die Kollegen aus der Hauptstadt veranstalten ein kleines Festival, unter anderem mit den H-BLOCKX und Itchy Poopzkid. In den vergangenen Jahren konnte ich aus Zeitgründen bei keinem Event in Berlin sein, nun klappt es also endlich. In zwei Mietautos werden wir mit 13 Leuten am Sonntagmittag losfahren, damit wir zum Beginn der Veranstaltung gegen 19 Uhr pünktlich ankommen und es davor noch schaffen im Park-Inn einzuchecken.

Mit viel Entspannung ist das verlängerte Osterwochenende bei mir also nicht verbunden. Samstagabend lege ich mit Petra und Julian im E-Werk bei “Star FM on the rocks” auf. Ich kann davon ausgehen, dass ich vor sechs nicht ins Bett komme und der Schlaf am Sonntag eher begrenzt sein wird. Vielleicht bekomme ich auf der Fahrt noch eine Mütze Schlaf. Bereits Montagmittag soll es dann wieder, auf den wahrscheinlich durch den Osterferienverkehr geprägten Autobahnen, zurückgehen.

Eine kleine Randnotiz zum aktuellen Wetter: ICH HASSE SCHNEE!