
Es waren schöne Tage in Berlin, bei der wohl größten deutschen Social-Media-Konferenz. Die Zeit reichte für mich leider nur, um sechs Panels zu besuchen, dafür waren das aber sehr anregende Vorträge. Die Stimmung vor Ort war wie bereits 2009 sehr angenehm und ich konnte auch den ein oder anderen Twitterer persönlich kennenlernen.
Eine Sache ist mir in den drei Tagen bewusst geworden: Es gibt einige Alphablogger, die eine feste Größe in der Szene darstellen. Doch wer sind ihre Nachfolger, wo ist der Nachwuchs, der in die Fußstapfen von Niggemeier und Co. treten soll? Ich kenne kein deutsches Blog, das mich so fesselt, dass ich es als unabdingbar bezeichnen würde. Sicher, einige nette Seiten, aber mehr nicht. Ja, ich mache mir fast ein wenig Sorgen um die deutsche Blogosphäre. Nicht nur weil es offenbar wenige Nachkömmlinge gibt, auch weil zu viele belanglose Blogs existieren. Es liegt natürlich im Auge des Betrachters, was belanglos ist und was nicht. Jeder hat das Recht, seine Gedanken in Wörter zu fassen und einen Blog zu schreiben. Vielerorts sehe ich aber Blogs ohne eigenen Content, die keine Stellung beziehen, die nichts Eigenes oder zumindest Charakteristisches haben. Es scheint manchmal einfach “in” zu sein, ein Blog zu schreiben, ohne eigentlich richtig darauf Lust zu haben.
Der andere Eindruck, der sich bei mir während der re:publica eingestellt hat, war, dass der Kreis der Alphablogger so eingeschworen ist, dass eigentlich auch keine anderen Blogger geduldet werden. Bewusst oder unbewusst sei dahin gestellt. Vielleicht ist das aber auch der eben genannten Situation geschuldet. Oder einer unbegründeten, selbst aufgebauten Konkurrenzsituation.



(Foto: CDU)

Kann es sein, dass sich in Berlin keine Sau an das Rauchverbot hält? Egal ob in der Kneipe oder in der Halle der Kulturfabrik, überall wurde geraucht. Vielleicht sollte sich dort eine ähnlich strikte Einhaltung durchsetzen, denn störend empfand ich das dann schon. Der Kurztrip in die Hauptstadt war ziemlich stressig, vor allem während der Rückfahrt standen wir einige Male im Osterstau. Dafür war der Aufenthalt im sechzehnten Stock des Park-Inn-Hotels am Alexanderplatz sehr angenehm. Hätte ich gewusst, dass nur zwanzig Stockwerke über mir ein Casino ist, hätte ich noch ein Hemd mitgenommen. Doch eigentlich blieb für solche Unternehmungen keine Zeit. 