Kühlschrank ICE

Eigentlich fahre ich sehr gerne mit der Bahn. Das kann durchaus anders rüberkommen, wenn ich aufgrund von Verspätungen oder anderen Umständen die Bahn bei Twitter verfluche.

Im jüngsten Fall störte mich die Klimatisierung des ICEs (1602) von Nürnberg nach Leipzig. Generell ist es ja imho so, dass man in der Bahn entweder friert oder schwitzt. Eine ordentlich eingestellte Temperatur erlebte ich tatsächlich nur selten. So auch am Dienstagabend. Im Wagen um mich herum begannen die Fahrgäste nach und nach ihre Jacken anzuziehen. Irgendwann wurde es mir dann so kalt, dass ich den Raum der Zugbegleiter aufsuchte, um ein paar Grad mehr anzuregen. Dort stand aber bereits eine junge Frau, die eingepackt in Jacke und einer Decke unter ihrem Arm das gleiche Problem hatte. Ich schloss mich ihrer Meinung an und hoffte auf Besserung.

Zugegeben, mein Tweet war pampig formuliert und natürlich hat Christian, der Redakteur der Deutschen Bahn, im Prinzip recht. Nachdem sich trotz Bitte an das Bahnpersonal im Zug nichts änderte, wechselte ich den Wagen. Zwar war es dort nur bedingt besser, aber immerhin überhaupt besser.

Jetzt war das aber am Dienstag keine Ausnahme. Deshalb die Frage an euch: Geht es euch auch so, dass die Temperatur in den ICEs der Deutschen Bahn oft unangenehm ist, oder bin ich da wirklich hypersensibel?

Sieben Stunden von Hamburg nach Leipzig

Mit diesem Stempel war die Zugbindung aufgehoben

Gestern war es anders als sonst. Die Bahn hatte zwar wieder Verspätung, aber dieses Mal lag es nur bedingt an der Deutschen Bahn. Weil irgendwelche Idioten Brandsätze gelegt hatten, kam der gesamte Zugverkehr Deutschlands durcheinander. Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Leipzig, für die wir eigentlich ein Ticket mit Zugbindung hatten. Doch der ICE um 15:08 Uhr fuhr nicht.

Schon komisch wie schnell man sich in einer Egoismus-Spirale verfängt. Man entwickelt eine Wut gegen diejenigen, die in der Nacht Brandsätze an Bahnhöfen gelegt haben, fühlt sich persönlich verarscht und könnte die Leute reihenweise ohrfeigen. Weil man vier Stunden später ankommt als geplant, weil die Sitzplatzreservierung umsonst bezahlt wurde. Wie erbärmlich man doch rückblickend sein kann. Eigentlich muss man froh darüber sein, dass Schlimmeres verhindert werde konnte und die Brandsätze rechtzeitig entdeckt wurden. Und das bin ich inzwischen auch.

Projekt: Ein Tag mit der Bahn – morgen!

Wenn ihr einen Tag lang kostenlos quer durch Deutschland fahren könntet, welche Städte würdet ihr anfahren? Vor dieser Frage stehen mein bester Freund und ich gerade. 2000 bahn.bonus-Punkte und eine DB Tageskarte später, werden wir morgen mit einer Deutschland-Tour starten. Dabei wollen wir möglichst viele Orte anfahren und die meiste Zeit im ICE verbringen. Erschwerend ist hierbei, dass er in Hessen wohnt, ich in Sachsen und schon alleine für das Treffen gehen einige Stunden mit der Bahn drauf. Wo ist ein idealer Startpunkt, wie viele Städte kann man überhaupt an einem Tag anfahren?

Am Ende muss das Timing so stimmen, dass wir in einem Hotel übernachten können und am nächsten Morgen bis spätestens neun Uhr wieder an unseren Startbahnhöfen ankommen. Kein leichtes Unterfangen. Doch die Planung für den morgigen Tag läuft und wenn ihr Tipps habt, was man gesehen haben muss, wie man wo einen Zwischenstopp einlegen sollte, schreibt es in die Kommentare. Natürlich werden wir in einem Liveblog mit Bild, Ton und vielleicht auch Video alles dokumentieren. Bei Twitter findet ihr uns bereits unter dem Namen @bahntag.

Zugbeschäftigung

In fünf Stunden Zugfahrt von Wien nach Nürnberg kann man viel machen. Musik hören und lesen zum Beispiel. Oder einen in Österreich aufgezeichneten Podcast schneiden. Philip und ich haben all das getan, uns gut unterhalten und irgendwann Unreal Tournament über einen UMTS-WLAN-Router gegeneinander gespielt. Damit hätten wir uns endgültig das Prädikat “Freaks” verdient.

Die Bahn macht mich zur Frau

Kundenservice wird nicht bei allen Firmen groß geschrieben. Zum Glück gibt es das Service-Team der Deutschen Bahn, das innerhalb eines Tages auf meine Mail geantwortet hat. Auch wenn ich mir dessen bewusst bin, dass mein Spitzname “Konni” durchaus auch einer Frau zugeordnet werden kann, wundere ich mich schon ein wenig, mit diesen Worten begrüßt zu werden:

Sehr geehrte Frau Winkler,
vielen Dank für Ihre E-Mail.

Schließlich sieht das Formular, das die Bahn bekommen hatte, so aus:

Anrede: Herr
Vorname: Konstantin
Nachname: Winkler

Meine Anfrage hatte ich mit meinem vollständigen Namen unterschrieben. Außerdem betraf meine Anfrage ein Onlineticket, auf dem mein Geschlecht korrekt vermerkt ist. Muss man nicht verstehen, oder? Wenigstens wurde mein Anliegen zu meiner Zufriedenheit beantwortet. Ist ja auch nicht immer so.

Ganz laaaangsam

Es ist das Prestigeobjekt der Deutschen Bahn. Der Intercity-Express, inzwischen in der dritten Generation, schafft bis zu 300 km/h. Oder nur 100 Stundenkilometer, wenn die Lokführer keine Ahnung von der Strecke haben.

Die Strecke zwischen Leipzig und Nürnberg beträgt in etwa 280km. Normalerweise ist sie mit dem Auto in zweieinhalb Stunden, mit dem Zug in drei Stunden zu bewältigen. Ein Unwetter sorgte am Samstagmittag allerdings für einen Stellwerkausfall bei Saalfeld und eine damit verbundene Umleitung des ICE 1719 über Fulda. Die Passagiere staunten nicht schlecht, als bereits der dritte ICE unseren Zug überholte. Der Zugbegleiter wusste dies so zu begründen: „Bitte wundern sie sich nicht, dass uns die ganzen anderen ICEs überholen. Unsere Lokführer haben keine Streckenkenntnis und da ist die vorgeschriebene Höchstgeschwindigekeit 100 Stundenkilometer.“ Mit 80 Minuten Verspätung erreichten wir Nürnberg.

Es ist mir völlig neu, dass Lokführer auf festgelegten Strecken ausgebildet werden und nur diese beherrschen. Demnächst schleiche auch ich mit dem Auto auf der A 73, schließlich hatte ich meine Prüfungsfahrt auf der A 9 abgelegt.

Die Bahn bei eBay

Nun macht die Deutsche Bahn AG das nach, was in Schweden schon seit etwa einem Jahr erfolgreich läuft: Verkäufe über eBay. Kunden der Bahn sollen auf diesem Wege die Möglichkeit bekommen, Tickets für unterschiedliche Verbindungen günstiger zu erhalten. Am 01. August startet die Aktion, zunächst als Testballon und limitiert bis zum 10. August.

Jeden Tag bietet die Bahn ein “bahntastisches” Angebot, das wie gewohnt an den Höchstbietenden geht. Die ersten Auktionen umfassen ein Paket bestehend aus zwei Einzelfahrten zu beliebigen Bahnhöfen innerhalb Deutschlands, im Normalfall also eine Hin- und Rückreise. Ab einem Startgebot von 1 Euro kann man hier scheinbar für weniger Geld reisen.

Der Vergleich zu den regulären Preisen enttäuscht jedoch schnell. Bereits jetzt liegen die Gebote in Bereichen, die für einen “Bahncard 50″-Kunden überteuert sind. Da waren mir die Tchibo-Tickets lieber, die es einem zum Festpreis ermöglicht hatten, den Start- und Zielbahnhof selbst einzutragen. Und billiger waren sie auch noch. Darüber hinaus kommt die Einschränkung, die ersteigerten Tickets nicht an Freitagen einsetzen zu können. Schade Deutsche Bahn, wieder nichts gelernt.

Spaß im ICE

Normalerweise nutze ich die sieben Stunden Zugfahrt nach Nürnberg um etwas Schlaf zu bekommen. Doch dieses Mal sollte alles anders werden. Im ICE lernte ich Ramona, Nadine und Marlene kennen. Eigentlich kamen wir eher per Zufall ins Gespräch, durch ein kleines Reservierungs-Wirr-Warr. Selten war eine Zugfahrt so unterhaltsam und kurzweilig. Zwei der Mädels stecken in einer Fernbeziehung (Würzburg – Hamburg), Nadine hat eine solche hinter sich und war der Meinung, dass das nicht funktionieren kann – zumindest bei ihr. Da boten wir natürlich Paroli. Unterhaltsam war auch der Bundeswehrsoldat, der zwei Reihen vor uns ein Warsteiner nach dem nächsten getrunken und lautstark zur Musik seines mp3-Players “gesungen” hat. Immer wieder griff er zum Handy und lallte seinen Kumpel zu, er solle doch die Musik lauter machen, er würde am Telefon nichts hören. WTF?!

In Wismar war es übrigens überraschenderweise sehr mild. Auch der sonst nervige, kalte, ins Gesicht peitschende Wind blieb nahezu aus. Bei dem Wetter fängt Katharina jetzt wieder verstärkt mit Stricken an und ich kann stolz davon berichten, selbst eine Maschenreihe gestrickt zu haben. Petra bei Star FM bezeichnete dies heute kurzum als “schwul”. Wie dem auch sei, Katharina behauptet ja, dass Stricken ein Trend ist, der auch bald in Deutschland Einzug hält. Da bin ich mal gespannt.

Egoismus bei der GDL

“Hauptsache wir bekommen mehr Geld, um jeden Preis”. Solche Gedanken hegt die Gewerkschaft deutscher Lokführer (GDL) wohl schon seit Wochen. Die immer wieder angedrohten Streiks wurden durchgeführt, sicherlich auf Kosten der Bahn, aber vielmehr auf Kosten der Pendler und Bahnreisenden. Morgen wollte Katharina kommen. Durch die inzwischen angekündigten Streiks könnte sich die ganze Vorfreude aber in Wut verwandeln. Im Nahverkehr von 02 bis 24 Uhr bundesweit gestreikt und nach Informationen des Wismarer Bahnhofs fährt dort wohl kein einziger Zug. Wie kann man eigentlich eine solch utopische Forderung von 31% mehr Lohn über Wochen aufrecht erhalten? Bei allem Verständnis für eine höhere Lohnforderung, man sollte dabei die Relationen nicht außer Acht lassen.

Wir müssen auf jeden Fall eine Alternative finden. Geplant ist die Fahrt via Bus zum Hamburger Hauptbahnhof, um von dort aus den unbestreikten Fernverkehr nach Nürnberg zu nutzen. Auch der Fernverkehr könnte durch stehengebliebene Züge beeinträchtigt werden. Ich will gar nicht wissen was in Berlin los sein wird. Hier streiken nicht nur DB Regio sondern auch die S-Bahnen. Eine unglaubliche Zumutung.

Leute, kommt von eurem hohen Ross runter und bleibt realistisch bei den Forderungen! Diese arrogante Haltung ist nicht auszuhalten.

Pfingsten in Leipzig

Der Typ neben mir nervt. Auf seinem Gameboy Advance SP spielt er irgendein rundenbasiertes Rollenspiel und hört lautstark Technomusik. Als würde es nicht reichen, daß der ICE überfüllt ist. Ein Regionalexpress ist ausgefallen und die Passagiere dürfen nun bis Erlangen den ICE 1506 kostenlos mitnutzen. Auf dem Flur geht gar nichts mehr, selbst die Eingangsbereiche zwischen den Wagen sind so überfüllt, daß Leute vor dem Zug anstehen und nicht mehr reinkommen. Eine beengende Situation, und ungemütlich zugleich. Von weitem höre ich den Schaffner am Telefon: “Mit dieser Besetzung fahr’ ich nicht los.” Selbst ihm scheinen es wohl zuviele Leute zu sein. Schlließlich fährt der Zug nun doch ab und die Lage entspannt sich ab Erlangen ungemein. Ab Bamberg werde ich auch den komischen Typen neben mir los. Allmählich merke ich jedoch, daß eine kurze Hose im ICE tödlich ist. Wie immer ist es im Großraum viel zu kalt, die Klimaanlage der Bahn hat mich bisher bei jeder Fahrt maßlos enttäuscht. Bei Neigetechnik und 300km/h werden sie es doch wohl schaffen auch eine angenehme Temperatur zu erzeugen. Wenigstens ein einziges Mal! In meinem Wagen ziehen sich immer mehr Leute Jacken an, bei einer Außentemperatur von 28 Grad. Um es gleich vorweg zu nehmen, auch die Rückfahrt war nicht besser temperiert.

In Leipzig sehe ich schon am Bahnhof sehr viele Leute in schwarzen Klamotten, teilweise mit zerissenen Strumpfhosen, Ketten um den Hals, Handschellen und blass geschminkt. Dass an diesem Wochenende Wave- und Gothictreffen war wusste ich nicht. Die ganze City stand im Zeichen dieses Treffens und obwohl die Leipziger daran gewöhnt sein sollten, gibt es immernoch genug ungläublig schauende Menschen, die distanziert einen Beobachtungsposten einnehmen, scheint es mir. Nach einem kurzen Bummel in der Stadt kommt nun auch Katharina an. Natürlich mit einer Verspätung. Hatte ich in diesem Eintrag schon über die Bahn gelästert? Wenn nicht, tue ich es jetzt.

Das Wochenende war sehr schön. Verwandte von Katharina stellten uns ihre ungenutzte Wohnung zur Verfügung, die im selben Haus war, wie auch die Wohnung von Katharinas Oma. Der selbstgemachte Streuselkuchen war also mal wieder garantiert. Und wie immer war er unglaublich lecker. Neben dem obligatorischen Stadtbummel machten wir auch die Erfahrung mit “Lorelei und Luke”. Damit ist nicht die Serie “Gilmore Girls” gemeint, sondern das Hellseher-Ehepaar Lorelei und Luke. Woher die wohl ihre Künstlernamen her haben? Diese Show hat uns über eine Stunde gefesselt, aufgrund ihrer unfassbaren Idiotie. Bei anderen Astroshows werden wenigstens die Karten gelegt oder es wird ein Horoskop erstellt. Bei Lorelei und Luke genügt die Stimme des Anrufers, um Kontakt mit dem Jenseits aufzunehmen, Prognosen über die Zukunft abzugeben oder auch einmal einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Luke nuschelt ins Mikro und wirft mit Altersdaten um sich (“Erinner dich mal als du 33 warst… und als du 28 warst… und als du 24 warst… du weisst schon was ich meine”) und Lorelei scheint die Passivität in ihrer ehelichen Beziehung auch vor der Kamera auszuleben (“Gut Luke, wenn du das so sagst, ich sehe das anders, dann bin ich eben jetzt still”). Was für eine Zicke. Leider empfange ich diesen Sender, ich glaub er heißt Telemedial, nicht zuhause. Womöglich ist das aber auch besser so. Alleine könnte ich ihn wohl nicht ertragen, aber kuschelnd auf dem Sofa ist das eine angenehme Unterhaltung. Am Sonntagabend stieg ich wieder in den ICE in Richtung Heimat, denn das Loop hatte mich als Gast-DJ bei “Indie Ohrgasm” gebucht.

Pfingsten war schön, aber nachdem im Sender alle zu Bazillenmutterschiffen mutiert sind und es im ICE unglaublich kalt war, sitze ich jetzt mit einer heftigen Erkältung vorm PC. Die erste richtige Erkältung seit Monaten. Ich bin stolz auf mich.

Die Bahn langt ordentlich zu

Ab dem 01. Januar 2007 wird in Deutschland die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent erhöht. Die Deutsche Bahn AG nimmt diese Erhöhung zum Anlaß, ihr Preismodell an die neue Situation anzupassen. Dabei berücksichtigt sie auch Invesitionen in die Modernisierung der Strecken und eine Erhöhung der Energiepreise. Somit kommt die Bahn auf eine durchschnittliche Preiserhöhung von 3,9 Prozent im Nahverkehr und 5,6 Prozent im Fernverkehr .

Hat die Bahn den Allerwertesten eigentlich nur bedingt zu? Die Preise wurden zuletzt im Dezember 2005 angepasst und sind schon jetzt zum Teil schmerzhaft. Ganz davon abgesehen, daß ich die letzten vier Mal im Fernverkehr kein einziges Mal planmäßig am Ziel angekommen bin. Teilweise musste ich hier Verspätungen von über einer Stunde hinnehmen, ohne die anschließend übliche Gutschrift von 20 Prozent auf den Fahrpreis zu erhalten. Ich hatte es nämlich gewagt auch mal mit dem Regionalexpress zu fahren anstatt mit dem InterCity. Dabei spielt das preislich sowieso keine Rolle mehr. Ich bezahle für Wismar den Maximalbetrag von 115 EUR. Dieser wird übrigens ab 2007 auf 119 Euro ansteigen. Hat das die Bahn durch Pünktlichkeit und außerordentliche Kundennähe und -freundlichkeit verdient?