Wie bekommt man viele Twitter-Follower?

Seien wir mal ehrlich: Keiner will einen Twitter-Account haben, dem nur vier Leute folgen. Da ist es ergiebiger, das Fenster aufzumachen und seinen Status hinauszuschreien. Wir wollen also alle Follower. Viele Follower. Doch wie bekommt man die?

Wenn ihr prominent seid, habt ihr schon mal gute Karten. Ein Ashton Kutcher würde vermutlich negative Followerzahlen verzeichnen, wäre er nicht der gutaussehende Schauspieler, der er zu sein scheint. Oder ihr habt einfach wirklich guten Content und verlinkt zu nützlichen oder informativen Artikeln. Damit erreicht man Leute. Vorrausgesetzt sie interessieren sich dafür.

Es geht aber auch einfacher: Ihr gründet ein Unternehmen und baut damit ein Atomkraftwerk in Japan. Sollte es zu einem Tsunami kommen und eine Kernschmelze bevorstehen, ist es ein Leichtes, neue Follower zu bekommen. Wir können also Tepco, dem Betreiber des Kraftwerks Fukushima 1, gratulieren. Innerhalb kürzester Zeit kam die Firma auf über 190.000 Follower. Leider versteht man deren Tweets nur, wenn man der japanischen Sprache mächtig ist. Der Konzern soll sich aber in seinen ersten Tweets für die Vorfälle entschuldigt haben.

Einmal Korrekturlesen, bitte.

Jon Favreau ist der jüngste Redenschreiber eines US-Präsidenten. Der “Director of Speechwriting” ist 29 Jahre alt und seit Obamas Senatorenzeit dessen Schreiberling. Dass er es mit seinem Chef nicht gerade leicht hat, zeigt dieses Foto. Barack Obama war wohl mit der ein oder anderen Passage nicht ganz zufrieden. Ein Klick auf das Foto vergrößert die Rede.

Quelle: Flickr-Seite des Weißen Hauses

Mit WikiLeaks geht es zunehmend bergab

Julian Assange / Foto: Espen Moe (CC)

Eigentlich begann alles mit den Vergewaltigungsvorwürfen gegen WikiLeaks-Chef Julian Assange. Seit diesen Anschludigungen wackelt das Konstrukt des Whistleblower-Portals gewaltig, auch wenn dies vielleicht nicht die Ursache aller Probleme war. Interne Meinungsverschiedenheiten veranlassten Mitglieder auszusteigen, unter anderem den deutschen Vertreter Daniel Domscheit-Berg, der unter dem Pseudonym Daniel Schmitt agierte. WikiLeaks selbst spricht nach wie vor von einer Suspendierung Domscheit-Bergs, nicht von einem freiwilligen Weggang. Doch die Kritik an Assange wurde immer lauter, erstmals nicht nur von Presse und Regierungen, sondern von Mitarbeitern und Ex-Mitarbeitern. Die Transparenz fehle dem Projekt, das selbst Transparenz fordere.

Nun wurde Julian Assange auch noch das Arbeits- und Aufenthaltsrecht in Schweden verwehrt. Von dort aus hatte er einen Großteil seiner Arbeit für WikiLeaks erledigt, da Schweden Journalisten einen besonders hohen Schutz bietet. Zudem muss WikiLeaks vorerst auch auf Spenden verzichten. Die bisher genutzte Plattform Moneybookers kündigte die Dienstleistung, nachdem die USA und Australien WikiLeaks auf eine Schwarze Liste gesetzt haben sollen. Wie geht es also weiter? Zumindest wurde gemunkelt, dass eine neue größere Enthüllung geplant sein soll. Sie betreffe die USA und vermutlich erneut Dokumente aus dem Irak-Krieg. Als dies bekannt wurde, haben die Vereinigten Staaten eine über 100 Mann starke Task Force zusammengetrommelt, die mögliche betroffene Dokumente durchforstet und das Worst-Case-Szenario durchspielen soll. Krisenmanagement heißt so etwas wohl. Nun aber hat Assange dementiert, dass die Berichte nach einer anstehenden Veröffentlichung stimmen. So etwas würde von WikiLeaks nicht angekündigt werden, meinte er.

Wie gesichert ist eine Plattform wie WikiLeaks aber noch, wenn keiner genau weiß, was im Hintergrund abläuft? Wenn ein Julian Assange sich wie der große Herrscher aufspielt und keine internen Diskussionen zulässt? Wenn die Sicherheit der Informanten nicht mehr gewährleistet ist? Whistleblower wird es nach wie vor geben, doch das Image von WikiLeaks leidet derzeit immens.

Zwei Monate durch die Welt reisen, bloggen und bezahlt werden

Solche Aktionen liebe ich. Die Fluggesellschaft Finnair ist auf der Suche nach vier Leuten, die zwei Monate lang die Welt erkunden. Die Auserwählten reisen – natürlich – mit Finnair zu verschiedenen Reisezielen und berichten in Blogs über tolle und qualitativ hochwertige Reisetipps. Zumindest werden die Gewinner als Quality Hunter bezeichnet. Leider habe ich im Aktionszeitraum (Oktober – November 2010) keine Zeit, so dass ich Euch gerne einlade, dort teilzunehmen. Ihr müsst lediglich das Formular ausfüllen, Zeit haben und über 18 Jahre alt sein. Am Ende entscheiden die Leser über ein Voting, wer der Top Quality Hunter war. Was dieser jedoch gewinnen kann, wird auf der Seite nicht erwähnt. Ich denke, die Sache an sich ist auch ohne Preis einen Versuch wert.

Schlingensiefs Operndorf

Quelle: festspielhaus-afrika.com

Schlingensief ist tot. Es hat nicht jeder was mit ihm anfangen können und auch ich habe nicht alles verstanden, was er sich ausgedacht hatte. Vieles ging unbemerkt an mir vorüber. Seine Idee vom Operndorf Afrika aber, finde ich klasse. Auf der Seite des Projekts wird die Idee so beschrieben:

In der Nähe von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, entsteht bereits seit Januar 2010 das Operndorf mit Schulen, Film- und Musikklassen, Proberäumen, einem Gästehaus, einer Theaterbühne und einem Festsaal, Café, Restaurant, Büros, Werkstätten, Siedlungen, Fußballplatz, Agrarflächen und einer Krankenstation. Nicht in Europa am Reißbrett, nicht nach Maßgabe der Geldgeber, sondern vor Ort und nach eigenem Ermessen der dort lebenden Menschen, wird es experimentell entwickelt und wie
ein Schneckenhaus von innen nach
außen ausgebaut.

Zunächst war nur ein Theater geplant. Nun soll ein Dorf entstehen, das organisch wächst, ohne Vorgaben von außen. Schaut Euch einfach die kurze Erklärung an, die Schlingensief selbst gesprochen hat. Auf dem Blog findet ihr außerdem Beiträge von ZDF info und 3sat.

Das Projekt wird auch nach Schlingensiefs Tod fortgesetzt. Wer es unterstützen will, kann hier spenden. Unter anderem hat auch Herbert Grönemeyer 100.000 Euro für das Operndorf Afrika zur Verfügung gestellt.

Ein Trikot für Afrika

Das Africa Unity Kit / Foto: PUMA

Zum ersten Mal in der Geschichte des Fußballs gibt es ein einheitliches Nationaltrikot für einen ganzen Kontinent. Die 13 von PUMA gesponserten afrikanischen Nationalmannschaften teilen sich mit dem Africa Unity Kit das gleiche Trikot. Leider beitrfft dies nur das Dritt-Trikot der jeweiligen Mannschaften (darunter die Elfenbeinküste und Kamerun), dennoch ist das in der Geschichte des Fußballs ein einmaliges Event.

Die FIFA hat inzwischen das Africa Unity Kit als Ausweichtrikot anerkannt. Stellt sich nur die Frage, ob es überhaupt bei der Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen wird. In der Regel werden die Afrikaner mit den gewohnten Heim- oder Auswärtstrikots antreten. Mit dem Trikot wird das Internationale Jahr der Artenvielfalt 2010 im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen unterstützt. Ein Teil des Erlöses dieser Produktreihe kommt der UN zugute.

Brieffreundschaft 2.0

Früher schrieb man keine E-Mails sondern Briefe. Teilweise sogar in großem Stil. Wie viele Jugendliche damals, pflegte auch ich eine Brieffreundschaft – nach Australien. Leider kann ich mich nicht mehr an den Namen des Jungen erinnern, dem ich Fotos aus Deutschland schickte und der mir im Gegenzug Interessantes aus seinem Leben mitteilte. Doch die Vorfreude, die ich immer empfand, ist nicht in Vergessenheit geraten. Einen Brief aus dem fernen Ausland zu bekommen, war für mich ein tolles Ereignis.

In einer Zeit voller Echtzeitkommunikation versucht das Projekt Postcrossing nun, einen Schritt zurück zu gehen und nutzt dabei das Web 2.0. Statt Briefe kommen hier Postkarten zum Einsatz. Nach Anmeldung auf der Seite mit eurer vollständigen Adresse, bekommt ihr die Adresse eines anderen Users zugeteilt – irgendwo auf der Welt, per Zufall. Außerdem wird eine einmalige ID generiert, die das Nachverfolgen der Postkarte ermöglicht. Der Empfänger kann, nachdem er eure Karte erhalten hat, diese über Eingabe der ID bestätigen. In diesem Moment wird euch ein Credit gutgeschrieben. Dadurch wird eure Adresse in den Rotationspool aufgenommen und kann einem anderen User angezeigt werden.

Das bedeutet: Nur wer auch eine Postkarte schickt, kann eine bekommen. Nach dem Zufallsverfahren. Je mehr Karten verschickt werden, desto mehr wird man auch erhalten. Was genau auf die Karte geschrieben wird, bleibt jedem selbst überlassen. Die Seite zeigt außerdem an, wieviele Kilometer die Postkarte unterwegs ist und bietet auch die Möglichkeit ein Foto anzuhängen ist vorhanden. Darüber hinaus bietet Postcrossing übliche Community-Funktionen.

Mit einigen Wartezeiten müssen die Teilnehmer derzeit aber aufgrund der Aschewolke rechnen.

Link: Postcrossing – The Postcard Crossing Project

Flickr und das Weiße Haus

Intime und beeindruckende Momente aus dem Lebens des US-Präsidenten Barack Obama liefert der Fotostream des Weißen Hauses. Auf Flickr werden die Fotos des offiziellen Fotografen Pete Souza nahezu täglich veröffentlicht.

Sicher wird das ein oder andere Foto gestellt sein, dennoch finde ich diese Einblicke interessant. Da versteckt sich Obamas Tochter hinter einem Sofa im Oval Office; der Präsident selbst wirft sich einen Football zu oder blickt nachdenklich in den Spiegel.

Den Fotostream findet ihr hier.

Von Pakistanern und Albanern

Meteora bei Sonnenaufgang
Es ist jedes Jahr dasselbe in Griechenland. Alle lästern über die Albaner, die sich irgendwie ins Land eingeschlichen haben und für den Müll und Dreck der Städte verantwortlich sein sollen. Diese Geschichten kenne ich schon seit ich klein bin. In diesem Jahr bemerkte ich allerdings ein neues Feindbild der Griechen: Pakistaner. Im Taxi, auf der Straße und in den Cafés wird gelästert was das Zeug hält. Weshalb nun die Wut so groß ist, konnte ich nicht wirklich erörtern. Im Athener Stadtteil Plaka, wo sich die Touristen überwiegend aufhalten, stehen viele Jamaikaner und Pakistaner. Sie verkaufen Handtaschen aus Leder, Spielzeug und Schmuck. Manche sprechen kein Griechisch, haben sich nur die wichtigsten Wörter angeeignet und kommunizeren überwiegend mit den Händen. Ich habe sie stets als unaufdringlich und freundlich erlebt. Wer nichts kaufen will, läuft einfach weiter. Gestört wird dort niemand.

Für die Äußerungen, die ich teilweise wahrnehmen musste, schämt sich der griechische Teil in mir. Das sind Behauptungen, die sich jeder Grundlage entbehren und einfach nur dumm sind. So wurde mir beispielsweise von meiner Tante geraten, nur zum Bezahlstrand zu gehen, denn dort seien die Pakistaner ja nicht. Dort sei es sicherer. Da fehlen einem die Worte.

Mein Urlaub war relativ entspannt, viel Stress wollte ich mir in den drei Wochen ohnehin nicht machen. Ich lag fast jeden Tag am Strand in Athen und besuchte mehrmals das neue Akropolis Museum. Bis Ende des Jahres kann man die alten Schätze Griechenlands für einen Euro Eintritt sehen. Für alle Frauen möchte ich einen kurzen Tipp loswerden: Zieht Hosen an und keine Röcke! Die Böden bestehen überwiegend aus Glas, so dass man in darunter liegenden Stockwerken mühelos einen unfreiwillig tollen Blick haben kann. Nicht, dass ich das getan hätte. Reine Beobachtung.

Die Fotos meines Urlaubs findet ihr hier.

Sie wissen, wo du bist.

Moderne Mobiltelefone mit eingebautem GPS können auf einer Landkarte (z.B. bei “Google Maps“) anzeigen, wo sich der Handybesitzer gerade aufhält. Selbst Handys, die nicht über ein solches Modul verfügen, können mit Hilfe des GSM und den umliegenden Funkmasten die Position relativ genau lokalisieren. Interessant wird es jedoch, wenn mp3-Player, wie der “iPod touch”, ohne GPS und GSM den Aufenthaltsort exakt bestimmen können. Ermöglicht wird dies durch Verwendung des WLAN, der dadurch bekannten IP-Adresse und einer Datenbank bei Google, von deren Existenz ich bisher nichts wusste.

WLAN-Router haben – wie alle anderen Netzwerkkarten auch – eine einmalige Kennung, die sogenannte MAC-Adresse (Media Access Control). Durch das Abfahren von Straßen und Protokollieren aller sich in der Nähe befindlichen WLAN-Router können die vorhandenen MAC-Adressen geographisch sehr genau archiviert werden. Das macht zum Beispiel die Firma “Skyhook Wireless” und bietet diese Daten in ihrem sogenannten WPS (Wi-Fi Positioning System) an. Wer also eine Standortbestimmung via “Google Maps” vornehmen lässt und dies ausschließlich über die Internetverbindung realisiert, nutzt oft solche Daten. Der “iPod touch” registriert in welchem WLAN er eingebucht ist, scant die Netzwerke in der Umgebung und vergleicht die MAC-Adressen mit den abgelegten Daten in der Datenbank. Die moderne Art sich selbst zu finden. Erschreckend.

Danke an BA für die Anregung zu diesem Thema.

Cyberkrieg

US-Präsident Barack Obama sieht in Internetangriffen auf die Regierung ein großes Gefahrenpotenzial. Nur so kann man sich die kürzliche Verlautbarung erklären, in der Obama einen Militärstab einrichten möchte, der sich ausschließlich mit Internetspionage und Hackerangriffen befassen soll. Der Chef dieses Stabs soll “Cyber-Zar” heißen.

Unklug ist dieser Schachzug nicht, betrachtet man unsere Abhängigkeit von Computern und Internet in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens. Ein groß angelegter und erfolgreicher Hackerangriff könnte nicht nur sensible Informationen offenlegen, sondern auch wichtige Einrichtungen lahmlegen. Es wundert mich überhaupt, dass für das Internet in Deutschland nicht längst ein eigenes Gremium eingerichtet wird. Stattdessen gliedert man internetrelevante Themen (z.B. Urheberrecht, Jugendschutz) je nach Zuständigkeit in vorhandene Ministerien ein. Oder man gibt dem Bundeskriminalamt die Vollmacht, Seiten ohne Einbeziehen eines Kontrollorgans zu sperren. Dabei gibt es mehr als nur Rechtsverletzungen im virtuellen Raum, die es zu bekämpfen gilt. Eine intakte Abwehr von potenziellen Angriffen wäre nicht nur in den USA wichtig. Ich habe aber leider nicht das Gefühl, dass die Deutsche Regierung der Sicherheit im Internet eine große Bedeutung beimisst.