Kategorien-Archiv: Die Welt

Alle machen Obama zum Terroristen

Willkommen im Zeitalter der schnellen Nachrichtenverbreitung. Bundesregierungssprecher Steffen Seibert nutzt Twitter. Das stieß bereits auf der Bundespressekonferenz auf Kritik vieler Journalisten, die sich in der Informationslage benachteiligt fühlten. Den gesamten Unsinn könnt ihr hier nachlesen.

Heute twitterte Seibert über den Tod Osama Bin Ladens:

Steffen Seiberts Tweets zu Osama Bin Ladens Tod / Screenshot: @jayzon277

Die Richtigstellung erfolgte glücklicherweise zeitnah und bei der Brisanz der Nachricht wird auch gerne die Orthografie vernachlässigt. Es muss ja schnell gehen. Nicht auszudenken welche diplomatischen Probleme es gäbe, hätte Seibert direkt nach Absenden des Tweets den Client einfach zugemacht und nicht weiter beachtet. Schließlich zitierte er in diesem Fall die Kanzlerin. Dabei liegt es rein optisch nahe, Obama und Osama zu verwechseln. Mir ist das anschließend auch in einem Tweet passiert. Und ich war nicht der Einzige. Weiterlesen »

Wie bekommt man viele Twitter-Follower?

Seien wir mal ehrlich: Keiner will einen Twitter-Account haben, dem nur vier Leute folgen. Da ist es ergiebiger, das Fenster aufzumachen und seinen Status hinauszuschreien. Wir wollen also alle Follower. Viele Follower. Doch wie bekommt man die?

Wenn ihr prominent seid, habt ihr schon mal gute Karten. Ein Ashton Kutcher würde vermutlich negative Followerzahlen verzeichnen, wäre er nicht der gutaussehende Schauspieler, der er zu sein scheint. Oder ihr habt einfach wirklich guten Content und verlinkt zu nützlichen oder informativen Artikeln. Damit erreicht man Leute. Vorrausgesetzt sie interessieren sich dafür.

Es geht aber auch einfacher: Ihr gründet ein Unternehmen und baut damit ein Atomkraftwerk in Japan. Sollte es zu einem Tsunami kommen und eine Kernschmelze bevorstehen, ist es ein Leichtes, neue Follower zu bekommen. Wir können also Tepco, dem Betreiber des Kraftwerks Fukushima 1, gratulieren. Innerhalb kürzester Zeit kam die Firma auf über 190.000 Follower. Leider versteht man deren Tweets nur, wenn man der japanischen Sprache mächtig ist. Der Konzern soll sich aber in seinen ersten Tweets für die Vorfälle entschuldigt haben.

Einmal Korrekturlesen, bitte.

Jon Favreau ist der jüngste Redenschreiber eines US-Präsidenten. Der “Director of Speechwriting” ist 29 Jahre alt und seit Obamas Senatorenzeit dessen Schreiberling. Dass er es mit seinem Chef nicht gerade leicht hat, zeigt dieses Foto. Barack Obama war wohl mit der ein oder anderen Passage nicht ganz zufrieden. Ein Klick auf das Foto vergrößert die Rede.

Quelle: Flickr-Seite des Weißen Hauses

Thilo Sarrazin schafft Englisch ab

Schaut Euch dieses Video an! Es zeigt Thilo Sarrazin in einem Interview mit der BBC und präsentiert dessen Englischkenntnisse. Herr Oettinger lässt grüßen:

Mit WikiLeaks geht es zunehmend bergab

Julian Assange / Foto: Espen Moe (CC)

Eigentlich begann alles mit den Vergewaltigungsvorwürfen gegen WikiLeaks-Chef Julian Assange. Seit diesen Anschludigungen wackelt das Konstrukt des Whistleblower-Portals gewaltig, auch wenn dies vielleicht nicht die Ursache aller Probleme war. Interne Meinungsverschiedenheiten veranlassten Mitglieder auszusteigen, unter anderem den deutschen Vertreter Daniel Domscheit-Berg, der unter dem Pseudonym Daniel Schmitt agierte. WikiLeaks selbst spricht nach wie vor von einer Suspendierung Domscheit-Bergs, nicht von einem freiwilligen Weggang. Doch die Kritik an Assange wurde immer lauter, erstmals nicht nur von Presse und Regierungen, sondern von Mitarbeitern und Ex-Mitarbeitern. Die Transparenz fehle dem Projekt, das selbst Transparenz fordere.

Nun wurde Julian Assange auch noch das Arbeits- und Aufenthaltsrecht in Schweden verwehrt. Von dort aus hatte er einen Großteil seiner Arbeit für WikiLeaks erledigt, da Schweden Journalisten einen besonders hohen Schutz bietet. Zudem muss WikiLeaks vorerst auch auf Spenden verzichten. Die bisher genutzte Plattform Moneybookers kündigte die Dienstleistung, nachdem die USA und Australien WikiLeaks auf eine Schwarze Liste gesetzt haben sollen. Wie geht es also weiter? Zumindest wurde gemunkelt, dass eine neue größere Enthüllung geplant sein soll. Sie betreffe die USA und vermutlich erneut Dokumente aus dem Irak-Krieg. Als dies bekannt wurde, haben die Vereinigten Staaten eine über 100 Mann starke Task Force zusammengetrommelt, die mögliche betroffene Dokumente durchforstet und das Worst-Case-Szenario durchspielen soll. Krisenmanagement heißt so etwas wohl. Nun aber hat Assange dementiert, dass die Berichte nach einer anstehenden Veröffentlichung stimmen. So etwas würde von WikiLeaks nicht angekündigt werden, meinte er.

Wie gesichert ist eine Plattform wie WikiLeaks aber noch, wenn keiner genau weiß, was im Hintergrund abläuft? Wenn ein Julian Assange sich wie der große Herrscher aufspielt und keine internen Diskussionen zulässt? Wenn die Sicherheit der Informanten nicht mehr gewährleistet ist? Whistleblower wird es nach wie vor geben, doch das Image von WikiLeaks leidet derzeit immens.

Zwei Monate durch die Welt reisen, bloggen und bezahlt werden

Solche Aktionen liebe ich. Die Fluggesellschaft Finnair ist auf der Suche nach vier Leuten, die zwei Monate lang die Welt erkunden. Die Auserwählten reisen – natürlich – mit Finnair zu verschiedenen Reisezielen und berichten in Blogs über tolle und qualitativ hochwertige Reisetipps. Zumindest werden die Gewinner als Quality Hunter bezeichnet. Leider habe ich im Aktionszeitraum (Oktober – November 2010) keine Zeit, so dass ich Euch gerne einlade, dort teilzunehmen. Ihr müsst lediglich das Formular ausfüllen, Zeit haben und über 18 Jahre alt sein. Am Ende entscheiden die Leser über ein Voting, wer der Top Quality Hunter war. Was dieser jedoch gewinnen kann, wird auf der Seite nicht erwähnt. Ich denke, die Sache an sich ist auch ohne Preis einen Versuch wert.

Schlingensiefs Operndorf

Quelle: festspielhaus-afrika.com

Schlingensief ist tot. Es hat nicht jeder was mit ihm anfangen können und auch ich habe nicht alles verstanden, was er sich ausgedacht hatte. Vieles ging unbemerkt an mir vorrüber. Seine Idee vom Operndorf Afrika aber, finde ich klasse. Auf der Seite des Projekts wird die Idee so beschrieben:

In der Nähe von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, entsteht bereits seit Januar 2010 das Operndorf mit Schulen, Film- und Musikklassen, Proberäumen, einem Gästehaus, einer Theaterbühne und einem Festsaal, Café, Restaurant, Büros, Werkstätten, Siedlungen, Fußballplatz, Agrarflächen und einer Krankenstation. Nicht in Europa am Reißbrett, nicht nach Maßgabe der Geldgeber, sondern vor Ort und nach eigenem Ermessen der dort lebenden Menschen, wird es experimentell entwickelt und wie
ein Schneckenhaus von innen nach
außen ausgebaut.

Zunächst war nur ein Theater geplant. Nun soll ein Dorf entstehen, das organisch wächst, ohne Vorgaben von außen. Schaut Euch einfach die kurze Erklärung an, die Schlingensief selbst gesprochen hat. Auf dem Blog findet ihr außerdem Beiträge von ZDF info und 3sat.

Das Projekt wird auch nach Schlingensiefs Tod fortgesetzt. Wer es unterstützen will, kann hier spenden. Unter anderem hat auch Herbert Grönemeyer 100.000 Euro für das Operndorf Afrika zur Verfügung gestellt.

Ein Trikot für Afrika

Das Africa Unity Kit / Foto: PUMA

Zum ersten Mal in der Geschichte des Fußballs gibt es ein einheitliches Nationaltrikot für einen ganzen Kontinent. Die 13 von PUMA gesponserten afrikanischen Nationalmannschaften teilen sich mit dem Africa Unity Kit das gleiche Trikot. Leider beitrfft dies nur das Dritt-Trikot der jeweiligen Mannschaften (darunter die Elfenbeinküste und Kamerun), dennoch ist das in der Geschichte des Fußballs ein einmaliges Event.

Die FIFA hat inzwischen das Africa Unity Kit als Ausweichtrikot anerkannt. Stellt sich nur die Frage, ob es überhaupt bei der Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen wird. In der Regel werden die Afrikaner mit den gewohnten Heim- oder Auswärtstrikots antreten. Mit dem Trikot wird das Internationale Jahr der Artenvielfalt 2010 im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen unterstützt. Ein Teil des Erlöses dieser Produktreihe kommt der UN zugute.