Kategorien-Archiv: Deutschland

Wo bleibt das WM-Fieber?

Foto: Nicola Egelhof / Heinrich-Böll-Stiftung (CC BY-SA)

Ab morgen sind wir mit 90elf auch bei der FIFA Frauen-WM am Start. Frauenfußball. Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land. Was mich wirklich nervt ist, dass ich überhaupt kein WM-Fieber wahrnehme. Weder bei mir noch bei anderen. Dabei hätte ich das gerne, dieses Kribbeln, diese Vorfreude auf ein großartiges Turnier. Dass ich mir die Spielpläne anschaue und mir denke: “Wow, das wird ein geiles Spiel”. Aber von alledem ist nichts da. Die Frauen-WM packt mich einfach nicht. Dabei hätte es die Frauen-Nationalmannschaft verdient, vor allem weil die WM bei uns stattfindet. Aber soll man’s erzwingen?

Ich erinnere mich noch an das Auftaktkonzert zur WM in Südafrika, mit den Black Eyed Peas und der großartigen Alicia Keys. Ich konnte das erste WM-Spiel kaum erwarten. Oder 2006, als Ghana und die USA in Nürnberg gastierten. Das waren geniale Wochen. Ich durfte das Achtelfinale zwischen Portugal und Holland im Stadion erleben. Und 2011? Da sitze ich vor der Sonderausgabe des Kickers und versuche die Namen mit den Gesichtern in mein Gehirn zu brennen. Damit ich überhaupt weiß, worüber ich da im Radio erzähle.

Sie ist nicht leicht, die Sache mit dem Frauenfußball. Auf der einen Seite hätte der Frauenfußball gerne die Popularität, die die Männer genießen, auf der anderen Seite kokettieren die Spielerinnen und der DFB mit der Weiblichkeit. Das führt dann zu Werbekampagnen wie die von Nike und Lira Bajramaj: “Wer scharf aussieht, schießt auch schärfer.” Das hilft dem Sport nicht. Wenn auf der Pressekonferenz Spielerinnen ihre Kolleginnen interviewen und fragen, wie lange sie morgens im Bad brauchen, hilft das dem Sport auch nicht.

Wie will der Frauenfußball für voll genommen werden, wenn die Leistungsträger selbst auf Klischees herumreiten?

Natürlich haben der DFB und die FIFA ein berechtigtes Interesse daran, die WM zum Erfolg werden zu lassen. Für eine große Reichweite gilt auch in diesem Fall: Sex sells. Nur, zu welchem Preis? Das lässt den Frauenfußball vielleicht öfter in den Massenmedien auftauchen und die Bekanntheit steigen, dem Image des Frauenfußballs fügt es aber immensen Schaden zu.

Die Bahn kommt – jetzt auch zu Twitter

Die Deutsche Bahn twittert ab sofort und versteht die Plattform in erster Linie als Rückkanal. Nicht das Hinausposaunen von Konzerninformationen, sondern der Kundendialog steht im Vordergrund.

Bisher sieht das Angebot solide aus. Die acht Mitarbeiter hinter dem Account werden sowohl auf bahn.de als auch im Hintergrundbild des Twitter-Accounts präsentiert. Mit Hilfe eines Kürzels lassen sich die Tweets den Mitarbeitern zuordnen. Das ist ein klassisches Vorgehen und hat sich auch bei anderen Firmen bewährt.

Ich halte den Schritt der Deutschen Bahn für richtig und wichtig. Der Konzern lagert damit einen Teil seiner Serviceleistung von klassischen Hotlines auf Twitter aus. Dass sich tatsächlich acht Leute darum kümmern zeigt zudem, dass Twitter ernst genommen wird. Nur die virtuellen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag, 6 bis 20 Uhr, erinnern an alte Denkstrukturen. Vermutlich ist die Eingrenzung aber auch wichtig, denn sie zeigt dem Kunden transparent, wann wirklich jemand auf den Account schaut und somit antworten kann.

Für die Verwaltung von @DB_Bahn (aktuell 3.300 Follower) nutzt die Deutsche Bahn übrigens CoTweet.

Konrad Adenauer vs. Air Force One

Die neue "Konrad Adenauer" / Foto: Bundeswehr/Bicker (cc)

Der Iran hat eine Überflugerlaubnis für die Maschine der Kanzlerin kurzfristig zurückgezogen, so dass Merkel samt Regierungssrepcher und Journalisten zwei Stunden über der Türkei kreisen mussten, ehe sie nach vielen Bemühungen weiter nach Neu-Delhi fliegen konnten. Gab’s wohl noch nie, soll aber hier nicht das eigentliche Thema sein. Viel mehr will ich einmal die Regierungsmaschine in den Vordergrund stellen. Sie ist nämlich neu. Weiterlesen »

Steffen Seibert schreibt Artikel über Twitter

Steffen Seibert hat mich heute beeindruckt. Der Regierungssprecher, der seit einiger Zeit auch twittert, schrieb bei ZEIT ONLINE über seinen Sinneswandel in Bezug auf Twitter und darüber, wie er die Plattform nun zu schätzen gelernt hat. Dass über Twitter auch Meldungen beim Volk ankommen, die in der üblichen Presse keine Beachtung finden. Dass er inzwischen nicht nur sendet sondern auch kommuniziert. Er vergleicht Twitter-Nutzer aber auch aufgrund ihres Drangs mit Schrebergärtner, die sich über ihre Nachbarn aufregen.

Ich mag das zischende Geräusch, das mein Gerät von sich gibt, wenn ich einen Tweet absetze.

Seiberts Artikel könnt ihr hier nachlesen. Es lohnt sich.

Elektro Porn

Ein Freund schickte mir ein Foto, das wiederum ein Bekannter schoss. Selbsterklärender Spaß auf der Autobahn:

Offener Brief an die DHL

Liebe DHL, wie ist das eigentlich bei Euch so? Kommt der Prophet zum Berg oder umgekehrt? Wenn ich mir Euren Lieferservice in den letzten Monaten so ansehe, hat es der Prophet jedenfalls nicht so leicht. Service bedeutet Dienstleistung. Die Dienstleistung, die ihr euch auf die Fahne schreibt heißt: Wir bringen ein Paket oder Päckchen von A nach B und geben es dort ab. Das geht natürlich nur, wenn der Empfänger auch zuhause ist. Klar. Aber ich war zuhause. Ich war den ganzen Vormittag zuhause. Und auf dem Weg zur Arbeit fand ich dann den kleinen gelben Zettel und den Hinweis, dass ein Paket für mich geliefert wurde. Wieso werft ihr die Benachrichtung einfach in den Briefkasten ohne ein einziges Mal zu klingeln?

Wollte ich einen solchen Ablauf, wie er nun zum wiederholten Male stattfand, hätte ich mir einen Account bei der PackStation geholt und gut ist. Da kann ich dann rund um die Uhr meine Pakete abholen und bin nicht auf Eure Filialöffnungszeiten angewiesen und erst Recht nicht auf den “am nächsten Werktag”-Verweis, der nervtötend ist, weil ich ein relativ ungeduldiger Mensch bin. Selbst die Konkurrenz von Hermes, von der ich nicht so viel halte, war in den letzten Wochen zuverlässiger – auch wenn sie einmal abends um 20:30 Uhr vor der Wohnungstür aufschlug. Komisch, aber immerhin haben sie geliefert.

Also bitte liebe DHL, scheut Euch nicht in Zukunft zu klingeln und das Paket in den dritten Stock (ohne Aufzug) zu befördern. Damit verdient ihr schließlich Euer Geld.

Wie viel Prozent bekommt die FDP bei der nächsten Wahl?

2,5.

Ich dachte ja Ashton Kutcher macht’s.

Blitz!

Foto: gynti_46 / Flickr (cc)

Ich bin kein Gegner von Radarfallen. Ganz im Gegenteil. In einigen Bereichen, wie beispielsweise vor Schulen, halte ich sie für angebracht und hoffe auf deren abschreckende Wirkung, obwohl sie halbstündlich von Radiosendern “verpetzt” werden. An anderen Orten jedoch ist das mit meinem Verständnis nicht so leicht.

Sonntagmorgen, Brandenburg. Ich fahre nach einem schönen Grillabend und einer kurzen Nacht gegen 9 Uhr in Richtung Leipzig. Ich rase nicht, fahre aber zügig, soweit es mein Auto zulässt. Der Kleine hat ja auch nicht die Mega-Pferdestärken. Nach etwa einer Stunde Fahrzeit sehe ich das Verkehrszeichen für “Gefahrenstelle”. Das Ausrufezeichen schreit mich förmlich an: “Pass auf!” Weiterlesen »