Kategorien-Archiv: Kultur

Stadt Nürnberg lässt offiziell bloggen

Das sind die "3 im Web"

Die deutsche Blogosphäre ist um einen weiteren Blog reicher. In einem Wettbewerb hat die Stadt Nürnberg drei Blogger ausgewählt, die ein Jahr lang aus der Stadt Nürnberg berichten – auf der Site 3 im Web.

Die Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg suchte nach drei jungen Menschen, die über ihre Stadt schreiben wollen. Der Zuspruch war geringer als ich erwartet hätte: Mit 28 eingereichten Blogartikeln war das Teilnehmerfeld überschaubar. Die Gewinner wurden in mehreren Runden von einer Jury gekürt. Sie heißen Svenja Gugel (23), David Heinz (18) und Lisa Schober (20). Jeder wird ab sofort über einen Themenbereich bloggen: Lisa kümmert sich um den Bereich Lifestyle, David um die Kultur und Svenja ist auf Eventsuche. Damit das auch von unterwegs aus klappt, wurden die drei Gewinner mit einem iPhone ausgestattet.

Dumm ist dieser Schachzug sicher nicht. Mit einem Blog erreicht die Stadt Nürnberg das junge Publikum direkter als durch jeden anderen Verbreitungsweg. Durch die Kultur-Rubrik wird die Zielgruppe von 3 im Web zudem nach oben hin geöffnet. Der erste Artikel wurde gestern veröffentlicht. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt.

Happy Birthday, Zelda!

Ich erinnere mich noch an einen ganz bestimmten Titel der Zelda-Reihe: A link to the past. Im Vergleich zu den ersten beiden Teilen fürs NES, packte mich das Spiel von der ersten Sekunde an. Der kleine Link auf der Suche nach Prinzessin Zelda und den anderen Nachfahren der Weisen hatte einen besonderen Charme. Nach einem langen Weg endlich das Masterschwert in den Händen zu halten, die Amulette zu finden; das waren große Glücksmomente meiner Kindheit. Für mich persönlich war es der letzte Titel, den ich gespielt habe.

The Legend of Zelda wird in diesem Jahr 25. Das Gamingblog 1Up hat zum Jubiläum die schönsten Fakten gesammelt. Ihr könnt sie hier einsehen. Ich für meine Teil werde vielleicht in den kommenden Tagen A link to the past als Virtual Console Game für die Wii kaufen. Der guten alten Zeiten wegen.

Der FC St. Pauli hat einen eigenen Radiosender

Die Website von FC St. Pauli FM

Schön, dass nicht immer alles auf Video getrimmt wird. Videos scheinen im Netz ja deutlich besser zu laufen als reine Audio-Podcasts. Umso mehr freue ich mich über das Engagement des FC St. Pauli, der nun in Zusammenarbeit mit quu.fm einen eigenen Radiosender im Netz gestartet hat. Einen Haupt-Stream und diverese Unterkanäle soll das Angebot umfassen. Wobei ich mich frage, ob reine Musikstreams hier Sinn machen. Schön hingegen ist die Idee, den Stadtteil St. Pauli abzubilden. Im Programm sollen nämlich auch Menschen zu Wort kommen, die dort leben oder einen besonderen Bezug zum Millerntor haben.

Auf dem eigentlichen Stream laufen dann auch Spielerstimmen und Specials zum Verein. So hat Stürmer Marius Ebbers bereits in der Sendung “Meine 11″ über seine aktuellen Lieblingssongs gesprochen. Bei 90elf hatten wir anfangs auch eine ähnliche Rubrik. Bei uns hieß sie “Was hörst’n grade?”, und siehe da: wir hatten damals auch Ebbers in der Sendung.

Ich verfolge die Entwicklung von fcstpauli.fm mit großem Interesse und bin gespannt, was dort in den kommenden Wochen präsentiert wird.

Und was versteht ihr bei diesem türkischen Song?

Axel Hacke schrieb mit “Der weiße Neger Wumbaba” ein tolles Buch, das sich mit dem Verhören bei Liedtexten beschäftigt. Wir kennen das alle, wenn wir in Liedern Textpassagen hören, die es nicht gibt und diese trotzdem mitsingen. Je unbekannter die Sprache, desto mehr Interpretationsspielraum hat man dabei:

Update 27.01.: Das Teil stammt von den Kollegen von YOU FM. Danke an Gregor für den Hinweis.

Die Facebook-Schuhe von Adidas

Adidas Facebook Superstar von Gerry Mckay

Meine Superstar-Schlappen von Adidas halten seit Jahren. Und sie gehören zu meinem Lieblingsschuhwerk. Doch wie würden diese Schuhe aussehen, wenn sie in Zusammenarbeit mit Facebook oder Twitter entstanden wären? Dieser Fragestellung ist Gerry Mckay nachgegangen und hat zwei fiktive Superstars entworfen. Die Facebook-Variante seht ihr bereits oben, den Twitter-Schuh findet ihr hier. Ich finde die beiden ziemlich schick! Doch leider bleiben sie vorerst nur Fiktion.

Eine Geschichte aus der Heimat

Ich fahre in einem vollen Bus durch die Nürnberger Innenstadt. Es ist kurz nach 18 Uhr und die Clubfans sind noch unterwegs nach Hause. Sie stehen neben mir, sitzen hinter mir, schweigen. Wieder einmal hat der 1. FCN verloren. 1:3 gegen Kaiserslautern. Und Wolf hat nen Elfmeter verschossen. Wieso darf der jetzt Elfer schießen? Klar, Pinola weg, Nilsson weg, das tut weh. Aber Wolf und Elfer? Und was sucht Vidosic in der Startelf? Egal. Wir fahren in Richtung Hauptmarkt.

Die Weihnachtsbuden stehen schon auf dem Markt, das ist jetzt in ganz Deutschland so. Nur die Menschenmassen fehlen hier noch. Dafür ist die winterliche Kälte schon da und der dunkle Himmel schon seit kurz nach fünf. Ich schlendere über den Marktplatz, laufe hoch zur Lorenzkirche, sehe die Menschen schon mit dem Glühwein in der Hand. Zwei Euro und ein Euro Pfand für die Glühweintassen von 2009. Ich atme tief ein und nehme die ersten Zimtspuren in der Luft wahr. Alles ist schon angerichtet und bald geht es wieder los. Dann füllen sich die Straßen, die Menschen rennen wie irre in die Kaufhäuser und organisieren Weihnachtsgeschenke. Weiterlesen »

Wie die Oper Leipzig ihre Gäste vergrault

Ich bin nicht jemand, der oft ins Theater oder in die Oper geht. Doch hin und wieder, wenn sich die Gelegenheit ergibt und nette Leute dabei sind, bin ich dort gerne zu Gast. Am heutigen Buß- und Bettag hatte die Oper Leipzig ein kostenloses Konzert angesetzt. Unter dem Motto 5 vor 12 wurde um 11:55 Uhr zur Messe c-Moll, KV 427 (Die Große Messe) eingeladen. Zwar kostete die Vorführung kein Geld, jedoch musste man sich im Vorfeld die Karten sichern. Auf der Seite der Oper Leipzig steht folgende Information:

Eintritt frei
Kostenlose Zählkarten sind an den Kassen im Opernhaus und in der Musikalischen Komödie erhältlich.
Die Plätze sind nummeriert, rechtzeitige Kartenabholung sichert die besten Plätze.

Wir hatten die Karten und waren pünktlich. Als wir um 11:55 Uhr den Opernsaal betraten, sahen wir aber einen vollen Raum. Die sichtlich überforderte Dame an der Tür zum Parkett sagte uns, dass unsere Plätze jetzt besetzt seien. Wir standen also in diesem Saal, hatten Platzkarten in der Hand und die Frau meinte allen Ernstes, die Plätze seien an Andere vergeben worden? Ich war sauer. Es wurde uns angeboten, auf der Treppe Platz zu nehmen oder aber den Saal zu verlassen und der Liveübetragung im Foyer beizuwohnen, “aber schnell” sollten wir uns entscheiden. Ich gehe ja nicht ins Opernhaus, um ein Konzert dann im Nebenraum auf einer Leinwand zu verfolgen. Wir haben den Veranstaltungsort verlassen und haben uns nen Kaffee beim Bäcker geholt.

Aber wie konnte das passieren? Das erklärte uns auf dem Weg nach draußen eine weitere Angestellte der Oper: “Es waren so viele Leute, die alle schon anstanden, weil das Konzert ja kostenlos ist. Deswegen haben wir sie dann reingelassen. Da müssen sie schon früher kommen. Aber das stand so auch in der Zeitung”. Für mich ist das eine schlechte Organisation. Entweder man vergibt im Vorfeld gar keine Platzkarten und handelt nach dem Motto “Wer zuerst kommt…”, oder die Karten behalten ihre Gültigkeit. Dass das Konzert kostenlos ist, kann kein Freibrief für die Oper sein, die Plätze einfach freizugeben. Schließlich handelte es sich ja nicht um eine bloße Reservierung.

Carlos – Der Schakal [Filmkritik]

Dieser Eintrag ist etwas off-topic. Mein bester Freund Philip sah vorab den Film “Carlos – Der Schakal” und schrieb mir darüber. Seine Filmkritik könnt ihr hier lesen:

Die Liste der Drehorte von Carlos – Der Schakal liest sich wie aus einem Reiseprospekt. Der Film ist irgendwo zwischen Auslandsjournal und Bourne-Identität angesiedelt. Vor allem aber ist er lang – und keine Minute langweilig.

Der 21. Dezember 1975 ist einer der Tage, den die österreichische Nation nicht vergisst. Ein sechsköpfiges Team bewaffneter Kämpfer stürmt die Konferenz der Erdöl exportierenden Staaten OPEC in Wien. Schüsse fallen, überforderte Beamte der österreichischen Polizei werden verwundet, drei Menschen sterben. In dem schmucklosen Konferenzraum, den die Terroristen stürmen, ist die Elite versammelt: eine Elite, die über die finanzielle Zukunft von drei Weltregionen entscheidet, die sonst eher hinter dem Westen hintanstehen müssen. Hier verhandeln die Ölminister aus Caracas, Lagos, Bagdad und Riad über nichts Geringeres als den Ölpreis.
Die Minuten, in denen die revolutionäre Gruppe den Konferenzraum unter ihre Kontrolle bringt und dabei ein Mitglied der libyschen Delegation tötet, sind mit Sicherheit eine der stärksten Sequenzen des Films über den venezolanischen Top-Terroristen Carlos, mit bürgerlichem Namen Illich Ramierez Sanchez. Und sie legt den Grundstein für seine beispiellose Karriere, die fast die eines Top-Bankers unserer Zeit sein könnte: eine Karriere des Scheiterns. Weiterlesen »