Der Irrsinn mit Kabel Deutschland

Vor einem guten Monat hatte ich bei Kabel Deutschland einen Internet- und Telefonanschluss 100 bestellt. Schnelleres Internet, vor allem schnellerer Upload bei meinen ganzen Let’s-Play-Vorhaben auf NerdDerby waren der Grund dafür. Die Verfügbarkeit wurde mir sowohl beim Check-Up auf deren Seite bestätigt als auch später im direkten Mailkontakt mit dem Kundenservice. Also beauftragte ich Kabel Deutschland mit der Einrichtung, die wunschgemäß am 01. Juli, also gestern, hätte durchgeführt werden sollen (oder zumindest heute). Gleichzeitig kündigte ich damals meinen alten Internetanschluss zum 30. Juni.

Mit der Mail-Bestätigung meines Auftrags kam auch der Hinweis, ein Techniker werde sich in den kommenden Tagen melden, um mit mir einen festen Installationstermin zu vereinbaren. Ich wartete. Statt eines Anrufs erhielt ich Mitte Juni ein Schreiben, in dem mich Kabel Deutschland um Entschuldigung bat, weil angeblich ein Fehler bei der Erfassung meines Vertrags unterlaufen sei. Der Vertrag sei doppelt angelegt worden, hieß es.

Sicherheitshalber hatte ich erneut bei Kabel Deutschland nachgefragt, ob mein Auftrag nun überhaupt durchgeführt werde. Man versicherte mir, dass alles weiterhin läuft und schon in Kürze eine erneue Auftragsbestätigung erfolgen würde, was dann auch der Fall war. In einer Mail hieß es wieder, ein Techniker würde sich melden. Terminvereinbarung, ihr wisst schon.

Ich wartete, und wartete und nichts passierte. Am Dienstag letzter Woche, also fünf Tage vor dem gewünschten Anschlusstermin, meldete ich mich noch einmal beim Kundenservice per E-Mail und fragte nach, weshalb sich nicht wie angekündigt ein Techniker gemeldet hatte. Daraufhin rief Kabel Deutschland bei mir an und erklärte mir, dass mich der Techniker mehrfach versucht hatte, zu erreichen. Interessant ist hierbei, dass ich aber über den gesamten Zeitraum keine Anrufe in Abwesenheit auf meinem Handy hatte. Zumindest keine mir unbekannten.

Ein weiteres Mal versicherte man mir – diesmal am Telefon – dass sich die Techniker bald melden werden. Dann war Freitag und ich schickte erbost eine Mail, dass ich immer noch nicht wusste, wie es weitergehen würde. Niemand hatte sich bei mir gemeldet, der Anschluss war zum Samstag gekündigt. In einer Antwortmail bekam ich nun die Telefonnummer der örtlichen Firma in Leipzig mitgeteilt, die sich um die Einrichtung der Anschlüsse kümmert.

Diese rief mich heute morgen zurück und was ich dann erfuhr, brachte mich ein wenig in Rage:

1. Ein Anschluss in dem Haus könne derzeit nicht eingerichtet werden, weil hierfür Baumaßnahmen notwendig seien, nachdem generell zu viele Buchsen in den Wohnungen verlegt sind.

2. Bereits im Mai (also etwa zwei Wochen vor meinem Auftrag) sei Kabel Deutschland durch die Firma Fischer Haustechnik informiert worden, dass Neuanschlüsse im betreffenden Haus nicht möglich seien.

3. Die Firma Fischer Haustechnik hatte mich kein einziges Mal versucht zu kontaktieren, weil sie wusste, dass ein Anschluss nicht erfolgen könne. Die Aussage seitens Kabel Deutschland, ich wäre nicht erreichbar gewesen, stimmt also nicht.

Daraufhin rief ich beim Kundenservice von Kabel Deutschland an. Dieser gab zu, dass da wohl interne Kommunikationsdefizite vorlägen. Der junge Mann war zwar freundlich, wies mich aber auch darauf hin, dass der Vertrag aber ohnehin erst dann rechtskräftig wäre, wenn ich nach dem Anschluss durch den Techniker dessen Wisch unterzeichne.

Schön, da ist Kabel Deutschland sauber raus aus der Nummer und ich stehe erstmal ohne Internet da.

Nachtrag: Auf meinen Hausverwalter, Bauart, hab ich natürlich auch eine Wut.


2 Responses
  • Tagesgeldforum Antworten

    Oh, da hat KDG wohl ein Problem mit ihrem Prozess gehabt. Ich kann mich eigentlich nicht beschweren, aber um das Ringen um Kunden ist der KDG wohl alles recht :) Das hört sich ja schon fast auch nach DTAG an…

  • Stefan Antworten

    Leider kein Einzelfall, wenn man den zahllosen Berichten in der Fachpresse Glauben schenken darf.
    Als gelernter Elektroniker habe ich aber bei IP über Breitbandkabel sowieso meine Bedenken (von den von dir geschilderten organisatorischen Defiziten ganz zu schweigen). Sicher, wegen der Beschaffenheit des Kabelnetzes sind per se höhere Durchsätze möglich. Allerdings ist das eben ein Bussystem und kein Point-To-Point-System. Mir ist es lieber, dass ich meine gute alte DSL-Leitung habe, deren Kupferkabel nur für meinen Anschluss separat zur Ortsvermittlung geht und ich mir nicht die Kapazität des Breitbandkabelnetzes mit der ganzen Straße teilen muss. So ein Point-To-Point-Netz hat auch im Jahr 2012 noch seine Vorteile. Technisch gesehen.

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