Gedanken zu Oslo

Ihr werdet Euch denken: “Mein Gott, der Typ sitzt auf Mallorca und hat nicht besseres zu tun als zu bloggen.” Wenn ihr das Wetter auf der Insel gerade sehen könntet, wüsstet ihr, dass ich ganz gut daran tue, die Hotel-Lobby nicht zu verlassen.

Und so sitze ich hier auf gelben, gepolsterten Sofas und spüre den leichten Luftzug in meinem Nacken. Heute mal ein kühler Luftzug. Draußen plätschert der Regen vor sich hin. Eigentlich wollten wir heute einen Earthcache im 12 Kilometer entfernten Cala Domingos aufsuchen.

Nun bleibt mir jedenfalls Zeit über die Ereignisse in Norwegen nachzudenken. Und über Amy Winehouse. Ja, da treffen zwei Ereignisse fast zeitgleich aufeinander und genießen eine ähnliche Gewichtung. Aber wieso? Ich fand die Musik von Amy Winehouse immer gut, aber die Frau hat sich mit Alkohol und Drogen in den Ruin getrieben, hat die Kontrolle verloren und sich selbst ins Aus katapultiert. Sicher eine tragische Geschichte, aber mein Mitleid hält sich da trotzdem in Grenzen.

In Norwegen verhält es sich anders. Da läuft ein Irrer durch ein Jugendcamp auf einer Insel, von Zelt zu Zelt und knallt nacheinander 80 Jugendliche ab. Junge Menschen, die sich politisch engagieren und austauschen wollten. Damit die Rechten in Norwegen keine Chance bekommen.

Die Polizei brauchte 45 Minuten bis zum Ort des Geschehens. Außerdem hatten die Einsatzkräfte im Regierungsviertel Oslos nach der Bombendetonation sowieso genug zu tun. Und dessen war sich der Attentäter, der zuvor zu Gewalt gegen Muslime und Kommunisten aufgerufen hatte, sicher bewusst. Er hatte alle Zeit der Welt seine Kaltblütigkeit auszuleben. Allein diese Vorstellung macht mich fertig. Wie krank muss ein Mensch sein, der einen Bauernhof betreibt nur um Unmengen Dünger für den Bau einer Bombe zu kaufen? Welche Todesängste haben die Überlebenden auf dieser Insel erleiden müssen? Und wie viel Schmerz und Leid hat dieses Arschloch den Hinterbliebenen zugefügt?

Mir fehlen die Worte.


2 Responses
  • Conny Antworten

    Du hast so recht lieber Konni ,
    Amy hat sich selbst zu Grunde gerichtet. Anders in Norwegen Jugendliche die Keine Chance hatte vor dem Tod wegzulaufen sich zu verstecken vor dem Irren.
    Dieser Mensch ist so krank so Krank das ich mich frage welche Strafe ist gerecht. Gerecht für so ein Menschen der so viel Leid gebracht hat.
    Mir würde die Selbstjustiz einfallen. Diesen Menschen an einen Baum anketten so das jeder das machen kann was er möchte und er würde dies wohl nicht lange überleben .Dieser Mensch hat kein Leben im Knast verdient. oder?
    LG Conny

    • Konstantin Winkler Antworten

      Nun, immer wenn Morde passieren, vor allem an Kinder und Jugendliche, kommen Äußerungen nach Todesstrafe oder gar – wie bei dir – Selbstjustiz auf. Ich denke, es ist der falsche Weg. Ein Weg, der unseren Rechtsstaat und unsere demokratische Grundordnung missachtet.

      Wohin führt Selbstjustiz? Ist man damit besser als der Täter selbst? Der Typ soll eine gerechte Strafe bekommen und auch wenn ich so jemanden auf diesem Planeten nicht haben will, muss das von anderer Stelle entschieden werden.

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