Jahres-Archiv: 2010

Eine Geschichte aus der Heimat

Ich fahre in einem vollen Bus durch die Nürnberger Innenstadt. Es ist kurz nach 18 Uhr und die Clubfans sind noch unterwegs nach Hause. Sie stehen neben mir, sitzen hinter mir, schweigen. Wieder einmal hat der 1. FCN verloren. 1:3 gegen Kaiserslautern. Und Wolf hat nen Elfmeter verschossen. Wieso darf der jetzt Elfer schießen? Klar, Pinola weg, Nilsson weg, das tut weh. Aber Wolf und Elfer? Und was sucht Vidosic in der Startelf? Egal. Wir fahren in Richtung Hauptmarkt.

Die Weihnachtsbuden stehen schon auf dem Markt, das ist jetzt in ganz Deutschland so. Nur die Menschenmassen fehlen hier noch. Dafür ist die winterliche Kälte schon da und der dunkle Himmel schon seit kurz nach fünf. Ich schlendere über den Marktplatz, laufe hoch zur Lorenzkirche, sehe die Menschen schon mit dem Glühwein in der Hand. Zwei Euro und ein Euro Pfand für die Glühweintassen von 2009. Ich atme tief ein und nehme die ersten Zimtspuren in der Luft wahr. Alles ist schon angerichtet und bald geht es wieder los. Dann füllen sich die Straßen, die Menschen rennen wie irre in die Kaufhäuser und organisieren Weihnachtsgeschenke. Weiterlesen »

Google Streetview in Deutschland: Getrübte Freude

Der Goerdelerring in Leipzig in Google Streetview

Es ist schon faszinierend, durch die Straßen Deutschlands zu fahren. Vom PC aus, einfach so. Das ermöglicht Google Streetview seit heute auch mit dem “Kartenmaterial” von Deutschland. Man klickt sich an Orte, an denen man im Urlaub war, besucht virtuell das elterliche Haus und kann dabei in einer freien 360-Grad-Ansicht alles um sich herum bestaunen. Doch da gibt es eine Kleinigkeit, die den Spaß trübt.

Die Datenschützer schlugen im Vorfeld Alarm, forderten die Möglichkeit, Gebäude unkenntlich machen zu können. Die Medien sprangen auf und Google gab nach. Über ein Formular konnten Hausbesitzer ihre Gebäude aus dem Index entfernen lassen. Und nun haben wir den Salat: aus falscher Eitelkeit fährt man nun durch Street View und sieht verpixelte Häuser und Grundstücke. Das sieht bescheiden aus. Anstatt den Nutzen Street Views zu sehen, haben sich viele in die Hosen gemacht. Lächerlich war die Sorge, Diebe könnten sich im Vorfeld mit Street View über einen geplanten Wohnungseinbruch informieren. Google ist nur öffentliche Straßen abgefahren, jeder könnte sich also auch direkt vor Ort ein Bild machen. Die Fotos sind nicht live und teilweise veraltet, wie das Foto oben zeigt. Denn die sogenannte “Blechbüchse” am Goerdelerring in Leipzig steht dort schon lange nicht mehr.

Schade, dass wegen grundloser Angst oder übertriebener Auffassung von Privatsphäre das Projekt darunter leidet. Nur in einigen wenigen Fällen kann ich das Verpixeln verstehen: Dann, wenn die Kamera über Gartenzäune gelangte und Einblicke ermöglichte, die sonst nicht zu sehen gewesen wären. Zwar werden alle Gesichter in Streetview verpixelt, doch wie es hinter einem Zaun aussieht, geht nun wirklich niemanden etwas an.

Interessant: Auch das Google-Büro in München ist verpixelt, weil ein Mitmieter Einspruch eingelegt hatte, erklärte Stefan Keuchel heute in einem Tweet.

Wer schreiben will, braucht diese Tools

Schreiben, einfach nur schreiben. Viel zu oft lassen wir uns beim Verfassen von Texten ablenken. Durch Musik, durch offene Browserfenster oder Instant Messenger. Wer in aller Ruhe schreiben will, kommt mit klassichen Textbearbeitungsprogrammen wie Microsoft Word oder dem Open Office Writer oft nicht weiter. Zumindest dann nicht, wenn es um einen längeren Text geht.

Ich möchte Euch zwei Programme vorstellen, die Euren Fokus auf das Schreiben richten. Und nur auf das Schreiben. Sie haben keinen Rahmen, kein Menü. Ihr seht einfach nur einen blanken Bildschirm und einen Cursor, mit dem ihr Euren Text verfassen könnt. Die Programmeinstellungen könnt ihr über Shortcuts vornehmen, die ihr mit der F1-Taste einsehen könnt. Beide Programme sind Freeware und laufen unter Windows. Sie bieten einen ähnlichen Funktionsumfang, so dass es am Ende wohl eher Geschmackssache ist, welches Programm man verwendet. Weiterlesen »

Wie die Oper Leipzig ihre Gäste vergrault

Ich bin nicht jemand, der oft ins Theater oder in die Oper geht. Doch hin und wieder, wenn sich die Gelegenheit ergibt und nette Leute dabei sind, bin ich dort gerne zu Gast. Am heutigen Buß- und Bettag hatte die Oper Leipzig ein kostenloses Konzert angesetzt. Unter dem Motto 5 vor 12 wurde um 11:55 Uhr zur Messe c-Moll, KV 427 (Die Große Messe) eingeladen. Zwar kostete die Vorführung kein Geld, jedoch musste man sich im Vorfeld die Karten sichern. Auf der Seite der Oper Leipzig steht folgende Information:

Eintritt frei
Kostenlose Zählkarten sind an den Kassen im Opernhaus und in der Musikalischen Komödie erhältlich.
Die Plätze sind nummeriert, rechtzeitige Kartenabholung sichert die besten Plätze.

Wir hatten die Karten und waren pünktlich. Als wir um 11:55 Uhr den Opernsaal betraten, sahen wir aber einen vollen Raum. Die sichtlich überforderte Dame an der Tür zum Parkett sagte uns, dass unsere Plätze jetzt besetzt seien. Wir standen also in diesem Saal, hatten Platzkarten in der Hand und die Frau meinte allen Ernstes, die Plätze seien an Andere vergeben worden? Ich war sauer. Es wurde uns angeboten, auf der Treppe Platz zu nehmen oder aber den Saal zu verlassen und der Liveübetragung im Foyer beizuwohnen, “aber schnell” sollten wir uns entscheiden. Ich gehe ja nicht ins Opernhaus, um ein Konzert dann im Nebenraum auf einer Leinwand zu verfolgen. Wir haben den Veranstaltungsort verlassen und haben uns nen Kaffee beim Bäcker geholt.

Aber wie konnte das passieren? Das erklärte uns auf dem Weg nach draußen eine weitere Angestellte der Oper: “Es waren so viele Leute, die alle schon anstanden, weil das Konzert ja kostenlos ist. Deswegen haben wir sie dann reingelassen. Da müssen sie schon früher kommen. Aber das stand so auch in der Zeitung”. Für mich ist das eine schlechte Organisation. Entweder man vergibt im Vorfeld gar keine Platzkarten und handelt nach dem Motto “Wer zuerst kommt…”, oder die Karten behalten ihre Gültigkeit. Dass das Konzert kostenlos ist, kann kein Freibrief für die Oper sein, die Plätze einfach freizugeben. Schließlich handelte es sich ja nicht um eine bloße Reservierung.

Wie Facebook die Kommunikation im Netz revolutionieren will

Mark Zuckerberg / Foto: Mathieu Thouvenin (Flickr/CC)

“Es ist nicht E-Mail, aber E-Mail ist ein Teil davon”, beschrieb Mark Zuckerberg heute das neue Messaging-System Facebooks. Im Vorfeld wurde spekuliert, Facebook wolle einen GMail-Killer ins Rennen schicken, eine Applikation, die die E-Mail-Nutzung revolutionieren solle. Doch es ist viel mehr als das. Ich lauschte gespannt dem Livestream und der Präsentation im Laufe des heutigen Abends. Hier die wichtigsten Fakten. Weiterlesen »

Eine Lebensgeschichte in Facebook

Johnny hat mich gerade auf ein fantastisches Video aufmerksam gemacht. Es zeigt das Leben eines Menschen, beschrieben in Facebook.

(via spreeblick)

Geocachen mit dem Rollstuhl

Liebt ihr auch Geocaching? Die GPS-Schnitzeljagd macht so viel Spaß und weckt nahezu jeden Urinstinkt: Jagen, Sammeln, Entdecken. Und am Ende holt man sich seine kleine Trophäe und schreibt der ganzen Welt, dass man der große Held ist, der den Schatz gefunden hat.

Besonders berührt hat mich ein Video von Geocaching.com, das die Geschichte von Kevin Berg und dessen Familie zeigt. Berg selbst ist seit einem halben Jahr leidenschaftlicher Geocacher. Was ihn von den meisten anderen Schatzsuchern unterscheidet, ist die Tatsache, dass er an den Rollstuhl gefesselt ist. Doch das hindert ihn nicht daran, die verborgenen Caches zu suchen – und zu finden. Seht selbst:

So funktioniert ein Browser [Comic]

Es gibt ja diese herrliche Erklärung der Sendung mit der Maus, wie das Internet funktioniert. Wer sie noch nicht kennt, bitteschön:

Auf 9GAG habe ich einen netten Comic gefunden, der in Kürze die Arbeitsweise eines Internetbrowsers zeigt. Mit weisen Eulen und liebevoll gestalteten Zeichnungen. Sehenswert! Weiterlesen »