Wiederkehr der T-Frage

Kurz vor der WM wird traditionsgemäß jeder Deutsche zum Nationaltrainer. Diskussionen über Taktik, Aufstellung und vor allem Zusammenstellung des deutschen Kaders hört man von der Baustelle bis ins Büro. Ob die Entscheidung gegen Stürmer Kevin Kuranyi oder die verletzungsbedingte Absage von Mittelfeldspieler Simon Rolfes, jeder hat seine eigene Meinung. Am Donnerstag gibt Bundestrainer Joachim Löw den endgültigen Kader bekannt. 38 Tage vor Turnierbeginn schien zumindest die Nr. 1 schon festzustehen. Heute Mittag kam dann der Schock: Leverkusens Torhüter Rene Adler muss aufgrund seines Rippenbruchs das Ticket nach Südafrika wieder abgeben.

Plötzlich steht also wieder die T-Frage im Vordergrund. Der Kampf um die Nummer 1 wird voraussichtlich unter Schalkes Keeper Manuel Neuer und Bremens Hintermann Tim Wiese ausgetragen. Die große Unbekannte ist die Nummer 3, die Löw für Südafrika braucht.
Heißeste Favoriten sind laut Fan-Foren Bayerns Hans-Jörg Butt und Hamburgs Frank Rost. Ein Blick auf die Statistiken aktueller deutscher Torhüter zeigt jedoch, dass auch Roman Weidenfeller vom BVB (Gegentorquote 0,93/ Adler: 0,73) und Hoffenheims Timo Hildebrand (1,07) sich durchaus Hoffnung machen können. Letzterer hat als dritter Torwart bei einer WM ja schon seine Erfahrung gemacht. Selbst Jens Lehmann ist bei den nationalen Fußballanhängern wieder ein Thema. Der Held des Viertelfinals 2006 hat zwar sein Karriereende nach dieser Saison schon längst bekannt gegeben, ist aber durch die vergangene Spielzeit beim VFB Stuttgart noch in Übung. Auch seine Statistik kann sich weiterhin sehen lassen (Gegentorquote 0,27).
Rechnet man mit einer Überraschung, sollte man auch Tobias Sippel auf dem Zettel haben. Der 22 jährige Stammkeeper des 1. FC Kaiserslautern hat mit seinem Verein gerade erst den Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht und zeichnete sich schon in der U21-Auswahl aus, ist dem DFB also bereits bekannt.

Für den Trainerstab um Löw zählen jedoch nicht nur Statistiken und Sympathien. Jeder einzelne Spieler muss vor allem in das System und den Charakter der Mannschaft passen. Deutschland diskutiert also wieder mehr denn je. Und deutsche Torhüter können wieder gespannt vor ihren Telefonen lauern…

Thema: Deutschland, Sport

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Kommentare

  1. stiller sagt:

    Sippel ist auf jeden Fall ein Mann für die Zukunft. Wird sicher ein interessanter Dreikampf um die Nummer 1 für 2014 mit Adler (wenn er fit bleibt) und Neuer. Wiese ist bis dahin sicher nicht mehr angesagt, zumindest nicht beim Bundestrainer, obwohl ich ihn eher als Nummer 1 in Südafrika sehe als Neuer.

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