Brieffreundschaft 2.0

Früher schrieb man keine E-Mails sondern Briefe. Teilweise sogar in großem Stil. Wie viele Jugendliche damals, pflegte auch ich eine Brieffreundschaft – nach Australien. Leider kann ich mich nicht mehr an den Namen des Jungen erinnern, dem ich Fotos aus Deutschland schickte und der mir im Gegenzug Interessantes aus seinem Leben mitteilte. Doch die Vorfreude, die ich immer empfand, ist nicht in Vergessenheit geraten. Einen Brief aus dem fernen Ausland zu bekommen, war für mich ein tolles Ereignis.

In einer Zeit voller Echtzeitkommunikation versucht das Projekt Postcrossing nun, einen Schritt zurück zu gehen und nutzt dabei das Web 2.0. Statt Briefe kommen hier Postkarten zum Einsatz. Nach Anmeldung auf der Seite mit eurer vollständigen Adresse, bekommt ihr die Adresse eines anderen Users zugeteilt – irgendwo auf der Welt, per Zufall. Außerdem wird eine einmalige ID generiert, die das Nachverfolgen der Postkarte ermöglicht. Der Empfänger kann, nachdem er eure Karte erhalten hat, diese über Eingabe der ID bestätigen. In diesem Moment wird euch ein Credit gutgeschrieben. Dadurch wird eure Adresse in den Rotationspool aufgenommen und kann einem anderen User angezeigt werden.

Das bedeutet: Nur wer auch eine Postkarte schickt, kann eine bekommen. Nach dem Zufallsverfahren. Je mehr Karten verschickt werden, desto mehr wird man auch erhalten. Was genau auf die Karte geschrieben wird, bleibt jedem selbst überlassen. Die Seite zeigt außerdem an, wieviele Kilometer die Postkarte unterwegs ist und bietet auch die Möglichkeit ein Foto anzuhängen ist vorhanden. Darüber hinaus bietet Postcrossing übliche Community-Funktionen.

Mit einigen Wartezeiten müssen die Teilnehmer derzeit aber aufgrund der Aschewolke rechnen.

Link: Postcrossing – The Postcard Crossing Project

Geschrieben von Konstantin Winkler

Kommt aus Nürnberg und lebt in Leipzig. Seit 1996 Journalist und Moderator, aktuell für das Fußballradio 90elf. Blogger, Gamer, Basketball-Schiedsrichter.

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