Lena Meyer-Landrut fährt nach Oslo

Foto: Willi Weber / ProSieben

Lena ist ein Publikumsliebling. Das zeigten die Votings der öffentlich-rechtlichen Radiosender und das allgemeine Gefühl während jeder einzelnen Castingsendung von Unser Star für Oslo.

Lena hat etwas, ihre eigene Art und einen perfect british accent, den Jurymitglieder immer wieder gelobt haben. Echo-Gewinner Jan Delay wollte sogar wissen, ob Meyer-Landrut englischsprachige Vorfahren hat. Lena kann die Massen unterhalten, weiß genau wie sie wirkt und was sie tut. Ihr Tanzstil ist sehr eigen aber schön anzusehen und manchmal trifft sie auch die Töne der Songs, die sie auf der Bühne performt. Mal mehr, mal weniger. Genau diese Mischung macht ihre Wirkung und den kleinen Boom auch aus, der in den letzten Wochen um die Person Meyer-Landrut herrscht. Sie ist ein bisschen das Mädchen von nebenan und doch anders.

Beim heutigen Finale im Ersten hat bei Lena aber der wohl wichtigste Aspekt beim Eurovision Song Contest etwas gefehlt: Die gesangliche Qualität. Obwohl sie im Vergleich zu den vorherigen Sendungen eher mittelmäßig gesungen hat, bekam sie mehr Zuspruch als die sicherer wirkende Konkurrentin Jennifer Braun. Freilich zehrt ein solcher Wettbewerb an den Nerven der jungen Mädchen, die sonst ihren Arbeitsplatz eher in der Schule haben – hinter den Bänken. Vielleicht darf man also bei einem solchen Auftritt in diesem Umfeld auch nicht eine perfekte Darbietung erwarten. Am 29. Mai in Oslo allerdings schon. Denn dann wird allein ihr Talent zu unterhalten, ihr Humor und ihr Aussehen nicht reichen, wenn die Stimme versagt.

Geschrieben von Konstantin Winkler

Kommt aus Nürnberg und lebt in Leipzig. Seit 1996 Journalist und Moderator, aktuell für das Fußballradio 90elf. Blogger, Gamer, Basketball-Schiedsrichter.

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