Jahres-Archiv: 2009

Depressionen in der Bundesliga

Nach dem Tod von Robert Enke hat sich nun ein Bundesligaspieler zu seinen Depressionen bekannt. Vor wenigen Minuten verschickte der FC St. Pauli eine Pressemitteilung, in der auf eigenen Wunsch von Andreas Biermann folgender Brief veröffentlicht wurde:

Ich, Andreas Biermann, 29 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, bin Profifußballspieler beim FC St. Pauli und leide seit mehreren Jahren an Depressionen.

Ich versuchte mir am 20. Oktober 2009 das Leben zu nehmen!

Zeitweilig habe ich versucht im Pokerspiel jenes Glück zu finden, das mir im Profisport aufgrund meines großen Verletzungspechs immer wieder versagt geblieben ist. Dieses Ventil hätte mich fast in eine Spielabhängigkeit getrieben, die meine eigentliche Erkrankung zusätzlich noch negativ beeinflusst hätte. Dies ist zum Glück nicht geschehen.

Dank der Unterstützung meiner Familie, des FC St.Pauli – allen voran meines Trainers Holger Stanislawski -, meines Beraters Henry Hennig und meiner Ehefrau, begab ich mich am 13. November in eine stationäre Behandlung.

Meine Familie und ich möchten dies der Öffentlichkeit mitteilen, um anderen Betroffenen eventuell den Mut zu geben, sich ebenfalls zu öffnen bzw. helfen zu lassen.

Zudem möchten wir uns selbst ein Lügen- und Versteckspiel nach meiner Genesung ersparen. Wir möchten offen damit umgehen, um dazu beizutragen, dass diese Erkrankung kein Tabuthema mehr ist.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Biermann

Lüftet sich der Vorhang des Schweigens nun doch nach und nach?

Milchtüte

Mein erstes Abonnement hatte ich schon in der Grundschule. Es wurde mir nicht zugeschickt, ich musste es holen. Beim Hausmeister. Meine Eltern hatten mir ein Milchabo organisiert. Die Auswahl beschränkte sich damals auf die Geschmacksrichtungen Vanille, Schoko, und Banane, in praktischen Milchtüten. Wir holten die Getränke immer in der 1. Pause ab, abgerechnet wurde monatlich. Doch nicht immer war der Durst groß. An Tagen, an denen wir weniger Apettit auf die fast schon aufgezwungene Milch hatten, bastelten wir aus den Tüten Mini-Tretminen für Autos. Wir legten die Packung fürsorglich auf die Straße und hofften den Abstand korrekt gewählt zu haben. Viele Autos konnten ausweichen, aber nicht alle. Die Sauerei war groß. An die Kosten für eine Unterbodenreinigung dachten wir ja nicht. Nur als im Laufe der Zeit die Milchtüten gegen Flaschen ausgetauscht wurden, konnten wir den Spaß nicht mehr fortsetzen. Ich hätte irgendwie wieder Lust darauf und schlürfe erstmal gedankenversunken weiter an meinem Kakao.

Paul Potts singt in Leipzig

Ich habe dieses Video zwar schon auf Facebook und bei Twitter empfohlen, nachdem es mir aber so gut gefällt, poste ich es an dieser Stelle erneut. Auch wenn ich die T-Com nicht unbedingt als sympathisches Unternehmen empfinde, ist diese Aktion mehr als gelungen. Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung war ich allerdings in Berlin, so dass ich von dem Spektakel nichts mitbekommen hatte.

Eine alternative Version des Clips, eine Art Making-Of, findet ihr hier.

Robert Enke ist tot

Alex Ibenhain und ich saßen im Studio. Wir wollten eigentlich über das erste Saisondrittel sprechen und das Blogprojekt 18mal18 vorstellen. Interviewgäste waren bereits terminiert, die Sendung nahm ihren Lauf. Um kurz vor halb neun bekamen wir dann die erste Meldung zum Tod von Robert Enke. Sofort stellten wir die Musik um, telefonierten mit den entsprechenden Stellen. Die Bestätigung kam kurze Zeit später, dann auch die Gewissheit, dass Enke Selbstmord begang.

Und dann steht man vor dieser irrealen Situation, einen Nachruf machen zu müssen, für einen Fußballer, der gerade einmal 32 Jahre alt geworden ist. Für einen Mann, der seine Frau und eine acht Monate alte Adoptivtochter hinterlässt. Ein Spieler, der vielleicht im nächsten Jahr die Nummer 1 im Kasten der DFB-Elf geworden wäre. Für den Fußball in Deutschland war das gestern ein schwarzer Tag.

Auf Enkes offiziellen Seite findet man ein Kondolenzbuch, in dem man sich eintragen kann.

Schweinegrippe-Alarm

Der Arzthelfer war sichtlich genervt. Während ich im Wartezimmer auf meinen Aufruf wartete, musste der freundliche Mann am Empfang vielen Patienten klar machen, dass die Praxis über keinen Impfstoff gegen die Schweinegrippe verfügt. Zwischen dem Zeitpunkt der Bestellung und heute sei die Nachfrage explodiert. Eine Entwicklung, die nicht abzusehen war. Lediglich 50 Prozent der bestellten Menge werde geliefert, frühestens morgen rechne er mit dem Eintreffen.

Laut dem Robert-Koch-Institut ist die Schweinegrippe nahezu die einzige Grippe-Art, die in Deutschland derzeit auftritt. Und trotzdem finde ich die Panik, die in den Medien geschürt wird, übertrieben. Schon immer war die Grippe eine Erkrankung, die tödlich verlaufen kann. Über 16.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an einer “normalen” Grippe. Zwar ist die Schweinegrippe aggressiver, sollte jedoch nicht dazu führen, dass allerorts die Menschen in Angst verfallen.

Design

Es ist doch zum Verzweifeln. Jetzt habe ich dieses Design für meinen Blog erst seit wenigen Wochen, schon gefällt es mir nicht mehr. Setzt man Fotos selten ein, geht das gesamte Konzept hinter diesem Theme flöten. Zum gefühlt 134. Mal würde ich jetzt das Design meiner Seite verändern, weil ich mit der Zeit immer etwas Störendes daran finde. In diesem Fall ist es zudem die Verwendung eines Frameworks, in dem ich nicht wirklich durchsteige. Das Anpassen fällt mir also ausgesprochen schwer.

Die Lösung wäre wahrscheinlich ein Custom Theme, das ich in Auftrag geben würde. Aber die Kosten hierfür übersteigen mein Budget. Legitim wäre dann auch die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Faktor bei einem Blog wie meinem, das sich zwar einiger Leser erfreut, aber doch in einem überschaubaren Rahmen konsumiert wird.

Trotzdem weiß ich ganz genau, dass ich früher oder später wieder da sitzen werde, irgendwelche PHP-Codes und CSS-Stylesheets in einem Editor bearbeiten werde und mein Blog in einer neuer Optik erstrahlt. Ich kann nichts dafür – es passiert einfach.

Totalschaden

Auf das letzte Wochenende hatte ich mich seit Wochen gefreut. Die Bundesliga pausierte, so dass ich die Gelegenheit nutzen konnte, ein freies Wochenende in Nürnberg zu verbringen. Dazu stand am Samstagabend noch die NRJ Music Tour an, auf der wir vor allem Milow sehen wollten. Doch dieser Tag sollte zu einem unvergesslichen Tag werden – aus einem anderen Grund.

Seit meinem Auszug im Februar steht meine alte Küche in Nürnberg. Eine Interessentin hatte sich bei meinen Eltern gemeldet. Wir wollten die Küche am Samstagnachmittag gemeinsam ansehen. Um den Weg besser zu finden, fuhren wir in einer Kolonne, die mir dann aber zum Verhängnis wurde. An einer roten Ampel stehend, blickte ich in den Rückspiegel, um zu sehen, ob die Dame noch hinter uns ist. Zirka fünf Sekunden später fuhr sie nahezu ungebremst in uns rein. Der Fahrer des nebenstehenden Autos sprang sofort aus dem Fahrzeug und bot sich als Zeuge an. Er ist Rechtsanwalt und drückte mir seine Visitenkarte in die Hand. Das war für den ersten Moment beruhigend. Die Frau beteuerte sofort “voll in die Eisen” gestiegen zu sein, was aber den Aussagen des Anwalts widerspricht. In der Tat war der Aufprall heftig, auch wenn mein Auto noch fährt und ich nach Leipzig zurückkehren konnte. Wie mir der DEKRA-Gutachter in einer ersten Einschätzung sagte, liege ich wohl damit im wirtschaftlichen Totalschadensbereich. Das exakte Gutachten lässt derzeit aber noch auf sich warten.

15 Jahre “Rolling Stone”

Ich lese nicht viele Magazine. Regelmäßig sogar gar keine. Gut, der Kicker, 11 Freunde und die Sport BILD gehören zu meiner beruflichen Pflichtlektüre, aber privat unterscheiden sich meine Lesevorlieben und deren Häufigkeit. Eine Zeit lang hatte ich die NEON abonniert, auch die Intro wanderte ein Jahr lang direkt in meinen Briefkasten. Darüber hinaus kaufe ich mir gelegentlich Fachzeitschriften, wie die c’t, meistens wenn es eine CD im Heft gibt. Die Softwarekollektionen erwiesen sich oft als hilfreich.

Für meine musikalische Bildung griff ich in der Vergangenheit auf Magazine wie die VISIONS und den Rolling Stone zurück. Letzterer feiert mit seiner 180. Ausgabe in Deutschland nun sein 15. Jubiläum. Das Heft kommt mit einer CD und insgesamt 15 Geburtstags-Liedern. Die Beatsteaks haben ihren Beitrag zu diesem Sampler ebenso beigetragen wie internationale Bands. R.E.M., Eddie Vedder (Pearl Jam) und Adam Green sind vertreten, darüber hinaus auch Die Toten Hosen, Karpatenhund und viele mehr. Für 6,90 Euro ist das Heft samt CD im Laden erhältlich. Ich kann es wärmstens weiterempfehlen.