Es ist das Prestigeobjekt der Deutschen Bahn. Der Intercity-Express, inzwischen in der dritten Generation, schafft bis zu 300 km/h. Oder nur 100 Stundenkilometer, wenn die Lokführer keine Ahnung von der Strecke haben.
Die Strecke zwischen Leipzig und Nürnberg beträgt in etwa 280km. Normalerweise ist sie mit dem Auto in zweieinhalb Stunden, mit dem Zug in drei Stunden zu bewältigen. Ein Unwetter sorgte am Samstagmittag allerdings für einen Stellwerkausfall bei Saalfeld und eine damit verbundene Umleitung des ICE 1719 über Fulda. Die Passagiere staunten nicht schlecht, als bereits der dritte ICE unseren Zug überholte. Der Zugbegleiter wusste dies so zu begründen: „Bitte wundern sie sich nicht, dass uns die ganzen anderen ICEs überholen. Unsere Lokführer haben keine Streckenkenntnis und da ist die vorgeschriebene Höchstgeschwindigekeit 100 Stundenkilometer.“ Mit 80 Minuten Verspätung erreichten wir Nürnberg.
Es ist mir völlig neu, dass Lokführer auf festgelegten Strecken ausgebildet werden und nur diese beherrschen. Demnächst schleiche auch ich mit dem Auto auf der A 73, schließlich hatte ich meine Prüfungsfahrt auf der A 9 abgelegt.