US-Präsident Barack Obama sieht in Internetangriffen auf die Regierung ein großes Gefahrenpotenzial. Nur so kann man sich die kürzliche Verlautbarung erklären, in der Obama einen Militärstab einrichten möchte, der sich ausschließlich mit Internetspionage und Hackerangriffen befassen soll. Der Chef dieses Stabs soll “Cyber-Zar” heißen.
Unklug ist dieser Schachzug nicht, betrachtet man unsere Abhängigkeit von Computern und Internet in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens. Ein groß angelegter und erfolgreicher Hackerangriff könnte nicht nur sensible Informationen offenlegen, sondern auch wichtige Einrichtungen lahmlegen. Es wundert mich überhaupt, dass für das Internet in Deutschland nicht längst ein eigenes Gremium eingerichtet wird. Stattdessen gliedert man internetrelevante Themen (z.B. Urheberrecht, Jugendschutz) je nach Zuständigkeit in vorhandene Ministerien ein. Oder man gibt dem Bundeskriminalamt die Vollmacht, Seiten ohne Einbeziehen eines Kontrollorgans zu sperren. Dabei gibt es mehr als nur Rechtsverletzungen im virtuellen Raum, die es zu bekämpfen gilt. Eine intakte Abwehr von potenziellen Angriffen wäre nicht nur in den USA wichtig. Ich habe aber leider nicht das Gefühl, dass die Deutsche Regierung der Sicherheit im Internet eine große Bedeutung beimisst.


