
Eine Zeitmessung zu besitzen hat etwas von Luxus. Die Uhr wird zum Wegweiser durch den Tag, zum Koordinator aller Aktivitäten, die nicht spontan stattfinden. Eine unglaublich geniale Erfindung, die für uns eine Selbstverständlichkeit ist. Die unterschiedlichen Zeitzonen auf der Welt bringen eine kleine Barriere in die Koordination. Durch die Globalisierung und die zunehmenden Aktivitäten im Internet, ist es mühsam immer berücksichtigen zu müssen, wo sich eine Person aufhält und welche zeitliche Verschiebung an diesem Ort vorliegt.
Der Uhrenhersteller “Swatch” hatte am 23. Oktober 1998 mit der Einführung einer neuen Zeiteinheit versucht, genau dieses Problem zu lösen. Nicholas Negroponte, der Mann, der hinter dem “One Laptop per Child”-Projekt steht, hatte damals den Tag in 1000 sogenannter Beats unterteilt. Um Mitternacht ist es also zum Beispiel in Deutschland genau @000 Beats, zumindest in der Winterzeit. In New York dagegen entspricht 00:00 Uhr einer Internetzeit von 208 Beats. Worin liegt also der Vorteil, wenn man auch bei diesem System umrechnen muss? Ganz einfach. Indem man ein Gefühl für die Internetzeit entwickelt, kann man sich verabreden und eine Angabe machen, die auf der ganzen Welt gültig ist. Ich kann meinem Gegenüber also erklären, dass ein Skypegespräch @350 Beats stattfindet. Die Zeitzone und der Ort muss nicht berücksichtigt werden, jeder weiss welche Uhrzeit gemeint ist. Die geographische Unabhängigkeit ist gewährleistet.
Das System, das sogar in einigen Swatch-Modellen fest integriert wurde, konnte sich aber nicht durchsetzen. Schade eigentlich. Ich finde, dass eine solche Zeitmessung auch heute noch von Vorteil wäre.