Unerwarteter Anruf

Gestern bekam ich einen Anruf, während ich mit Lehnert im Coal Club saß. Das erste Mal seit langem hatten wir wieder was gemeinsam unternommen. Der Chef des “Loop” war an der Strippe, der gebuchte DJ sei nicht gekommen und ob ich nicht zufällig in Nürnberg wäre und auflegen könne. Zu diesem Zeitpunkt war es kurz vor Mitternacht. Die Hälfte meiner CDs ist in Leipzig, darunter auch die ganz neuen Songs. So leicht konnte ich also nicht einfach zusagen, schließlich will man ja das Publikum auch nicht enttäuschen. Nach längerem Überlegen und Überprüfung meines Repertoires in Nürnberg sagte ich zu.

Gegen 1 Uhr kam ich im “Loop” an, es waren bereits viele Leute am tanzen. Auch Pirner, Eileen und Schuster waren vor Ort und erwarteten mich, nachdem ich sie telefonisch über die Situation aufgeklärt hatte. Der Abend verlief nicht ungewöhnlich. Obwohl ich relativ müde war, konnte ich mich schon noch wenigen Minuten gut einfinden und die Müdigkeit abschütteln. Nette Bekanntschaften und Gespräche sorgten auch in meinen Pausen für Unterhaltung.

Erst um fünf Uhr merkte ich beim letzen Song, wie sich zwei Gäste mit einem Security anlegten. Sie drückten ihn gegen die Wand. Was daraufhin folgte war ein großes Handgemenge, fast schon eine kleine Schlägerei zwischen Sicherheitskräften und zwei Gästen. Nagelt mich bei der genauen Zahl der Beteiligten nicht fest, man verlor im dunkeln den Überblick. Irgendjemand rief die Polizei und den Krankenwagen, jedoch kamen diese erst nachdem sich die Lage dadurch entspannte, dass alle hinausbefördert wurden. Solche Momente sind immer scheisse. Sie machen den ganzen Abend kaputt, sie treiben einem das Adrenalin in den Körper, obwohl man eigentlich nicht beteiligt ist. Und man weiss nie wie das für die Leute endet. Vor allen Dingen aber: Sie sind unnötig.

Um kurz vor sechs kam ich schließlich wieder in meiner Wohnung an. Ich merkte, wie sich ein kleiner Schnupfen breitmachte. Vorhin war ich mit BA und Janka, der Hündin von Philipp in einem Wald bei Spardorf spazieren. BAs Eltern versorgten uns dann noch mit lecker gemachten Spaghetti, die ich nur mit Gabel und ohne Löffel essen durfte. In Italien esse man Spaghetti nunmal so. Und der bescheuerte Schnupfen hat sich zu nem handfesten Problem entwickelt. Die Nase läuft, der Hals kratzt und die Nebenhöhlen sind zu. Morgen früh geht’s mit dem ersten Zug zurück nach Leipzig. Komisches Wochenende.

Geschrieben von Konstantin Winkler

Kommt aus Nürnberg und lebt in Leipzig. Seit 1996 Journalist und Moderator, aktuell für das Fußballradio 90elf. Blogger, Gamer, Basketball-Schiedsrichter.

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