Mein bisher längster Wismar-Aufenthalt liegt nun hinter mir. Es waren wieder einmal sehr schöne Tage und eine wundervolle Zeit mit meinem Schatz. Sogar wie ein Student durfte ich mich fühlen, als ich Katharina zu Werkstoffkunde und Mathematik in die Uni begleiten konnte. Das Essen in der Mensa der HS Wismar ist übrigens in der Tat sehr köstlich. Ich konnte mich davon fast jeden Tag aufs Neue überzeugen.
Wismar an sich lebt nicht wirklich. Ein Großteil der Geschäfte schließt bereits um 18 Uhr seine Pforten. Samstags steht man meistens bereits um 16 Uhr vor verschlossenen Ladentüren. Auch der ÖPNV läßt ziemlich zu wünschen übrig. Sonntags fahren teilweise gar keine Busse auf bestimmten Linien. Das beeinträchtigt die Wochenendplanung ungemein. Vielleicht ein kleiner Tipp am Rande für den EVB: Schult doch Eure Fahrer einmal auf Freundlichkeit und sozialen Umgang mit Menschen. Die Kunden werden es Euch danken. Mir ist zwar bewusst, daß die Mentalität im Norden nicht gerade die wärmste ist, aber was ich bisher erlebt habe, sprengt sogar mein Toleranzgrenze.
Trotz der oben genannten Einschränkungen findet man genügend Aktivitäten, die man auch in einer weniger belebten Stadt unternehmen kann. So haben wir am Freitag den ganzen Tag im Erlebnis- und Freizeitbad Wonnemar verbracht – inklusive des Wellnessbereichs, der unter anderem mit einer Saunalandschaft und Gesundheitsbädern überzeugt hat.
Das “Nachtleben” in Wismar zeugt von einer gewissen nicht vorhandenen Vielfältigkeit. Besucht haben wir zunächst das “Schwips“. Eine Location, in der schlechte 80er gespielt werden (Modern Talking, Fancy) und der DJ nach jedem Lied seinen Senf abgibt. Ich liebe es. Im “Schwips” geben sich übrigens auch Stars wie Roland Kaiser oder auch Roland Kaiser die Klinke in die Hand. Sogar Roland Kaiser soll einmal dort gewesen sein und die Damen mit seiner sinnlichen Stimme betört haben.
Nach schier unerträglichen 60 Minuten sind wir in den Mensakeller ausgewichen. Die Location sagte mir sofort zu. Auf zwei Ebenen kann man sich austoben, abtanzen oder einfach gemütlich einen Cocktail trinken und quatschen. Musikalisch waren eine 80er- und eine Mainstream-Area (so nenn ich sie mal) im Angebot. Und siehe da: 80er-Mucke kann auch gut sein!
Am Samstag wurden wir beim Besuch der Innenstadt von einer ungewohnten Menschenmasse überrascht. Ein Weltrekordversuch ließ sämtliche Rentner Wismars wieder zum Leben erwecken. Während der NDR mit immensem Aufwand eine Liveschaltung auf die Beine stellte, schlenderten wir durch die Stadt in Richtung Hafen und haben dabei den längsten Kutschen-Korso der Welt verfolgt. 235 Kutschen mit insgesamt 400 Pferden holten den Titel nach Mecklenburg-Vorpommern. Ich dagegen fand den Helikopter des Norddeutschen Rundfunks interessanter, der die Bilder live aus der Luft eingefangen hat.
Wie immer gehen auch die längsten und schönsten Tage einmal zu Ende und so bin ich wieder in Good Old Nuremberg. Doch kein Grund zur Sorge. Bald steht unser gemeinsamer Griechenland-Urlaub an.